Berühmt ist jener Satz von Miles Davis, mit dem dieser rechtfertigte, warum er für seine legendären Aufnahmen unter dem stilprägenden Titel „Birth of the Cool“ von 1949 im New Yorker Royal Roost gerade den Altsaxophonisten Lee Konitz engagierte, wo doch so viele schwarze Musikerkollegen in diesen schweren Nachkriegszeiten arbeitslos waren: „Es ist mir egal, ob ein Musiker schwarz, weiß oder grün ist und Feuer spuckt. Solange er so gut ist wie Lee Konitz, spielt er in meiner Band.“

Mit Claus Gnichwitz

Während Charlie Parker mit seinen ekstatischen Tonkaskaden damals den Weg fast aller Saxophonisten definierte, blieb einer von Parkers Feuer unberührt: Der Altsaxophonist Lee Konitz blieb immer cool, so cool, cool wie eine Gefriertruhe. Sein feiner Ton mit wenigen Obertönen, seine schlanke, sparsame Artikulation war der Gegenpol zum nervös aufrührerischen Vulkan der Bebop-Prediger. Und Konitz‘ stoische Gelassenheit blieb bis zum Schluss. Und dabei war er immer modern, ja geradezu avantgardistisch.

Eine von Konitz‘ Vorlieben waren Duo-Konstellationen. Wir präsentieren ihn hier in einem Konzert-Auftritt mit dem Pianisten Frank Wunsch auf dem Deutschen Jazzfestival Frankfurt 1995. Lee Konitz ist im April 2020 im Alter von 92 Jahren in New York an Covid-19 gestorben.

Lee Konitz & Frank Wunsch || | Lee Konitz, as | Frank Wunsch, p

26. Deutsches Jazzfestival Frankfurt 1995, hr-Sendesaal Frankfurt, September 1995

 

© HR 2, Jazz Live, 13.6.2020

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