Ob Göttin oder Mutter, Heilige oder Geliebte – seit Jahrhunderten diente die Frau in Italien den Künstlern, Komponisten und Poeten als Projektionsfläche. Eine lange Tradition, an die auch die Popmusik Italiens anknüpfte. Im Laufe der Zeit lernten selbstbewusste Frauen mitzureden und sich gegen das überkommene Frauenbild zu wehren.

Von Cristiana Coletti und Wolfgang Hamm

Italien ist vielleicht das einzige Land in Europa, in dem zwischen traditioneller Volksmusik, populären Canzoni und hochkultureller Oper keine Welten liegen.

Opernarien wurden auf der Straße gesungen, Komponisten ließen sich von der Volksmusik inspirieren. Und Sängerinnen wurden in jeder Verkörperung – als Primadonna, als Volkssängerin, als Cantante geliebt.

‚La Donna è mobile‘ (‚Oh wie so trügerisch sind Frauenherzen‘) singt aus dem Blickwinkel des Mannes der Tenor in Verdis ‚Rigoletto‘. Gemordete und dem Wahnsinn verfallene, verführte und verlassene, vergiftete und misshandelte Heldinnen – die italienische Oper ist reich an tragischen Frauengestalten. Ein ganz anderes Frauenbild zeigt dagegen die italienische Volksmusik in Arbeits-, Liebes- und Wiegenliedern, in Totenklagen oder Tänzen wie der Tarantella.

Doch was hat der italienische Medienbetrieb heute aus ihrer Emanzipation gemacht?

Eine Lange Nacht u.a. mit der Opernsängerin Desirée Rancatore, der großen alten Dame des italienischen Folkrevivals Giovanna Marini, mit Sängerinnen wie Lucilla Galeazzi, Etta Scollo, Floriana Cangiano, der Komponistin Caterina Calderoni, dem Canzone-Spezialisten Felice Liperi und der Publizistin Lorella Zanardo.

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© Deutschlandradio Kultur, 7.1.2017

4 Comments

  1. Lieber Alan & Friends
    Habt Ihr Zeit und Lust, diese tolle lange Nacht nochmal online zu stellen?

    Mein Dank würde Euch ewig nachschleichen!
    Herzliche Grüße
    Mäxchen

    Mäxchen

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