Nach dem Ersten Weltkrieg gründet der Dichter André Breton in Paris einen Kreis von Künstlern, die sich den Surrealismus auf die Fahnen schreiben. In ihren Manifesten fordern sie, die Welt und das Leben zu verändern. Als Motor der Avantgarde vertritt Breton die subversive Kraft der Liebe. Ein besonderes Kapitel der Surrealisten bildet ihr Umgang mit der Sexualität. Von Manfred Bauschulte


André Breton: „Nadja“, Nachwort von Karl H. Bohrer, aus dem Französischen von Bernd Schwibs, Suhrkamp Verlag: „Weder dynamisch noch statisch sehe ich die Schönheit, sondern so, wie ich dich gesehen habe. So wie ich gesehen habe, was zur festgesetzten Stunde und für eine festgesetzte Zeit – und ich hoffe und glaube mit ganzer Seele, dass sie sich noch einmal werden festsetzen lassen – dich mit mir harmonieren ließ.“

Nadja ist die Geschichte einer zufälligen Begegnung, die zugleich die Aktualisierung einer lange bestehenden, äußerst intensiven Bekanntschaft zu sein scheint. Nadja wird geschildert als eine junge Frau, die auf geheimnisvolle Weise mit dem Erzähler vertraut ist und sich rein intuitiv seinem Leben und seinen Gedanken nähert.

Diese Erzählung, 1928 erschienen und 1963 vom Autor revidiert, gehört längst zu den Standardwerken des Surrealismus und ist eine „Basisschrift der klassischen Moderne“ (Karl Heinz Bohrer). André Breton (1896 bis 1966) beschließt sie programmatisch mit einer berühmt gewordenen Definition der Schönheit: „Die Schönheit wird konklusiv sein oder sie wird nicht sein.“


http://xb4160.xb4.serverdomain.org/Musik/LN-ueber-Andre-Breton-Surrealismus.mp3

© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 20.2.2016

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