„Landschaft mit Ruine“ Eine Lange Nacht über Reisen nach Italien

Seit der Antike reisen die Menschen, um Wissen und Bildung zu erwerben. Italien ist schon lange ein beliebtes Reise- und Sehnsuchtsland. In den Italienreisen spiegelt sich über die Jahrhunderte der Paradigmenwechsel in Politik, Philosophie und Kunst.

Von Nora Bauer

Im Mittelalter durchqueren die Mönche auf langen, beschwerlichen Fahrten von Kloster zu Kloster den europäischen Raum gen Süden. Die Könige reisen nach Rom, um sich vom Papst krönen zu lassen. Ihnen folgen die Händler und dann der Adel.

Im Zeitalter der Aufklärung unternimmt die neue Klasse der Bürger Bildungsreisen nach 
Italien. Der Archäologe Johann Joachim 
Winckelmann formuliert in seiner Interpretation der antiken Statuen, die er in Italien bewundert, eine bürgerliche Ästhetik „des 
edlen Ausdrucks und der stillen Größe“. Er löst damit größtes Interesse unter deutschen Italien-Touristen aus, die anschließend ihre Reisetagebücher veröffentlichen.

In den Italienreisen spiegelt sich der Paradigmenwechsel in Politik, Philosophie und Kunst vom Mittelalter über die Aufklärung bis in das Zeitalter der Nationalstaaten. Für die wechselnden Blickwinkel finden sich in den Werken von Lessing und Archenholz, Goethe, Seume und Heine frühe Signale einer Umdeutung des Sehnsuchtsziels Italien: vom Gipfel des ästhetischen Ideals bis in die Tiefen der Kritik an der politischen Rückständigkeit und der Zerstörung durch Adel, Klerus und Krieg.

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© Deutschlandfunk, Lange Nacht, 19.8.2017

 

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