Ein inneres Toben treibe sie als Künstlerin an, sagt Joëlle Léandre von sich. Und die Neigung dazu, scheinbar Gegebenes grundsätzlich zu hinterfragen. Couragiert und aufgeschlossen: So erlebt man die heute 66-Jährige auf der Bühne, ob als Solistin, Bandleaderin oder gefragte Improvisationspartnerin.

Mit Nina Polaschegg

Eine Pionierin war und ist sie in verschiedener Hinsicht: Geboren und aufgewachsen in den 1950er-Jahren in Aix-en-Provence, studierte Joëlle Léandre zunächst klassischen Kontrabass am Pariser Konservatorium. Als Solistin und Mitglied verschiedener Ensembles für Neue Musik arbeitete sie unter anderem eng mit John Cage und Giacinto Scelsi zusammen, entdeckte gleichzeitig den Jazz und konzentrierte sich immer mehr auf das freie Spiel. Mit ihrer dramatischen und oft theatralischen Ausdruckskraft gehört sie seit Jahrzehnten zu den eigenständigsten Stimmen der europäischen Bass-Szene – und zu den umtriebigsten. Neben ihrer kontinuierlichen Arbeit in verschiedenen Bands, arbeitet sie immer wieder auch mit Tänzerinnen, Literaten, bildenden Künstlerinnen und Schauspielern zusammen.

© SWR 2, NOWJazz, 6.10.2017

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