Mit Werken von Paul Hindemith, Rolf Riehm, Hans Zender, Heiner Goebbels, Ernst August Klötzke und Daniel Hensel.

Es hat lange gedauert. Zu Lebzeiten hatte kaum ein Komponist Interesse an seinen Texten: den Gedichten, dem Roman, den Dramenfragmenten, den Übersetzungen. Das änderte sich im 20. Jahrhundert rasant.

Mittlerweile gehören die Dichtungen von Friedrich Hölderlin (1770-1843) zu jenen, die in Hülle und Fülle vertont worden sind und weiterhin sonore Impulse evozieren. Vor allem im deutschsprachigen Raum. Aber auch italienische Komponisten wie Luigi Nono oder Bruno Maderna – beide sprachen deutsch – haben sich der rätselhaften, oft fragmentarischen Lyrik Hölderlins bzw. dem revolutionären Briefroman „Hyperion“ zugewandt. Ohne Hölderlin wäre nicht nur die Literaturgeschichte ärmer, sondern zugleich die Musikgeschichte, die sich ohne den „Fremdling im eigenen Haus“, wie er sich einmal selbst skizzierte, seit den 1970er Jahren zweifellos anders entwickelt hätte. Hölderlins Denken und Fühlen in Sprache hat einige musikalische Innovationen und neue ästhetische Perspektiven initiiert. Eine (letztlich nur kleine) Auswahl mit bekannten und weniger vertrauten Klangsichten auf Hölderlin stellen wir Ihnen in diesem hr2-Konzertsaal vor.

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Paul Hindemith (1895-1963): „Der Tod“ (1932) für Männerchor a cappella
MGV Apollo 1843 e.V. Neuenhain im Taunus, Leitung: Hans-Peter Jung
(Aufnahme: Studioproduktion des Hessischen Rundfunks, Frankfurt am Main, hr-Sendesaal, 6. Mai 1970)

Rolf Riehm (*1937): „Der Main – Reisebilder einer unsicheren Emigration“ (1980)
Mitwirkende: Christoph Anders, Heiner Goebbels, Alfred Harth, Paul Lovens, Rolf Riehm, Annemarie Roelofs
(Aufnahme: Studioproduktion im Tonstudio Bauer, Ludwigsburg, 9. November 1980)

Hans Zender (1936-2019): „denn wiederkommen“ – Hölderlin lesen III (1991) für Streichquartett und Sprechstimme
Salome Kammer, Stimme
Arditti Quartet
(Aufnahme: Studioproduktion des Saarländischen Rundfunks, Saarbrücken, 20. Mai 1996)

Heiner Goebbels (*1952): „Hälfte des Lebens“
Sogenanntes Linksradikales Blasorchester
(Aufnahme: Studioproduktion in Frankfurt am Main 1980)

Ernst August Klötzke (*1964): „Time Lag (…neulich, beim Spaziergang mit Diotima)“ (1993-96) für Frauenchor
SWR Vokalensemble Stuttgart
Leitung: Michael Alber
(Aufnahme der Uraufführung am 19. November 1999 in Stuttgart, Villa Berg, durch den SWR)

Daniel Hensel (*1978): „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ (2020)
Elektroakustische Komposition mit Aufnahmen vom Grabe Hölderlins in Tübingen
Ursendung. Auftragswerk des hr

© HR 2, Neue Musik im Konzert, 22.10.2020

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