Musik-Austausch auf Augenhöhe: Eine Begegnung Berlin – Mali
Die Musikschätze aus einem unabhängigen Afrika der 70er Jahre sind heute weltweit gefragt und immer mehr Bands außerhalb Afrikas lassen sich von dieser Musik inspirieren. So auch die Berliner Bigband Omniversal Earkestra, die 2019 nach Mali reist, um Westafrikas Legenden der Pop- und Jazzmusik der 70er Jahre zu treffen. 

Das Ergebnis erschien gerade auf ihrem grandiosen Album ‚Le Mali 70‘. Das Projekt wirft viele interessante Fragen auf zum Umgang mit Malis Geschichte: Betreibt ‚Le Mali 70‘ da eine postkoloniale Aneignung? Kann man der Zusammenarbeit zwischen Berlin und Mali denselben Vorwurf machen, den Plattensammler zu hören bekommen, die in Afrika seltene Vinylplatten aufkaufen, bis es keine mehr gibt? Wie sieht ein gelungener Musik-Austausch aus? Wie geht Mali selbst mit seiner Geschichte und seinem kulturellen Erbe um? Was denken Musiker in Mali über derartige Projekte und Begegnungen?
Diesen Fragen geht Jay Rutledge mit seinen Gästen nach: dem Filmemacher Markus Schmidt, der das Projekt „Le Mali 70“ mit der Kamera begleitet hat, der Bassistin und Kulturmanagerin Islam Elbeiti aus Khartoum, die sich für den sudanesisch-internationalen Kulturaustausch engagiert und mit Ade Bantu aus Lagos, der seit Jahren mit seinem Projekt „Elder’ Corner“ selbst versucht, die Pioniere nigerianischer Popmusik vor der Vergessenheit zu bewahren.


http://xb187.xb1.serverdomain.org/radio/musik/Le-Mali-70-Konzert-Diskussion.mp3

1 Stunde: Konzert „Le Mali 70“
Die Berliner Bigband OMNIVERSAL EARKESTRA trifft Musiker aus Mali
Ein exklusiver Live-Mitschnitt aus dem Club Moffou in Bamako vom 18.02.2019 mit Cheikh Tidiane Seck, Abdoulaye Diabate, Sorry Bamba und vielen anderen
2 Stunde: Diskussion und Musik
Jay Rutledge im Gespräch mit Ade Bantu (Lagos, Festivalleiter und Dokumentarfilmproduzent), Islam Elbeiti (Khartoum, Bassistin und Kulturmanagerin), Markus Schmidt (Berlin, Filmemacher und Initiator „Le Mali 70“) und Philipp Bernhard (Berlin, Schlagzeuger des Omniversal Earkestra)

© BR Klassik, Contrapunkt, 10.12.2020

2 Comments

  1. > Postkoloniale Aneignung

    ich würde es ja „verbrüderung“ nennen und halte von dieser identitätspolitiksch###e rein gar nix. es gäbe unsere ganze rock, blues und jazz-geschichte nicht, wenn nicht (von beiden seiten!) „angeeignet“ würde. warum fallen eigentlich leute auf diese quasi nazi-geschichte rein, die am ende darauf abzielt gruppen voneinandr zu trennen, die in den letzten 5 jahrzehnten via rock/jazz/blues/world musik zueinander gefunden haben?

    das sind, sorry, wichsvorlagen für nannies, die andere schurigeln wollen.

    und, wie ich letztens hier im raum deutlichst sagen musste, dieses sich angeblich einsetzen für die rechte anderer kulturen und hautfarben ist genau das: sich am leid anderer bereichern und wichtig machen. in dem moment, den du zu sehen bekamst, hat nur die anwesende person of colour das recht, für sich zu sprechen, aber nicht meine ebenfalls anwesende älteste … wenn sie das tun möchte: niemand hält sie davon ab, in afrika vor ort zu helfen, aber dämliche diskussionen in asozialen medien machen mich wirklich „sickig“.und ich musste mal energisch unwirsch werden.

    niemand an den ich mich erinnern könnte, hat sich „zu meiner zeit“ auch nur ne sekunde gedanken darüber gemacht, ob bob marley oder jimi hendrix „schwarz“ waren – sie waren teil des emanzipatorischen „wir“ gegen „die“ – und der erste „weisse“, den ich in den 80ern mit dreadlocks sah, musste sich nicht auf festivals von wildgewordenen nannies anblöcken lassen.

    just my 2 cent

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