„Der Tod in der Neuen Musik“
Von Gerardo Scheige

 

Kein Phänomen ist zugleich so rätselhaft und unabdingbar wie der Tod. Seit einigen Jahren genießt die Frage nach den letzten Dingen – unter dem Sammelbegriff „Thanatologie“ – ein verstärktes Interesse in den Geisteswissenschaften. Aber auch künstlerische Ausdrucksformen sind Folien, um sich dem Tod auf vielfältige Weise zu nähern. In diesem Zusammenhang scheint die Musik als Zeitkunst geradezu prädestiniert, Vergänglichkeit und Lebensende zu thematisieren. Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Musikalisierungen des Todes bedürfen stets eines Kontexts. Einen solchen bietet insbesondere das von medial präsenter Todesgewalt durchdrungene 20. Jahrhundert. So haben zahlreiche Komponisten seit etwa 1960 mithilfe erweiterter Klang- und Strukturmöglichkeiten dem Tod musikalisch auf den Zahn gefühlt. Doch was vermag Neue Musik wirklich? Hat der Tod überhaupt einen Sound? Und wenn ja, welchen? Gerardo Scheige fragt nach.

© SWR2 JetztMusik, 13.10.2015, Gerardo Scheige

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