KI-Konzeptalbum von Mouse On Mars „Humanismus kickt die Klangelemente“

Der Herzschlag der Welt beginnt in Afrika mit dem Rhythmus der Drums. Der Herzschlag von „AAI“, dem neuen Album von Mouse On Mars, beginnt mit einer Referenz an eine wahrnehmungspsychologische Studie von Albert Bregman: „Engineering Systems and masking them with Noise“, gesprochen ist sie von zwei synthetischen Stimmen einer künstlichen Intelligenz (KI), die wie ein Soundsynthesizer programmiert wurde. Von Julian Weber.

Der Satz taucht auch in den Linernotes des MOM-Albums auf, die von dem in den USA lehrenden nigerianischen Kulturwissenschaftler Louis Chude-Sokei verfasst wurden. In dem zitierten Satz steckt der Gedanke, dass es für Menschen beim Erfassen von Klang bestimmte Orientierungsregeln gibt, manche davon sind hörbar, manche nicht. Selbst wenn sie nicht wahrnehmbar sind, geht man davon aus, sie seien vorhanden.

„Wir nehmen sogar an, dass die Bewegung hinter der Maskierung kontinuierlich weiterläuft“, erklärt Jan St. Werner, eine Hälfte von Mouse On Mars, im bandeigenen Studio in Berlin-Kreuzberg. Andi Toma, die andere Hälfte, fummelt derweil noch an einer Einstellung am Monitorbildschirm herum, aber man kann davon ausgehen, dass er zuhört. Es ist der Tag, nach dem das Raumschiff „Perseverance“ auf dem Mars gelandet ist.

© TAZ, Kultur; Musik, 25.2.2021

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