Die neue Funktion der Musik muss eine religiöse sein“, hatte Karlheinz Stockhausen schon früh verkündet. Doch erst in den 1970er Jahren trat, bestärkt durch die Begegnung mit Ostasien, die geistlich-spirituelle Orientierung seiner Musik deutlich zutage.

In „Inori“ verbindet Stockhausen 1973 Musik mit Gebets-Gesten und Gebärden, die er aus verschiedenen Religionen entlehnte. Mit der abendfüllenden Zeremonie irritierte er seine Avantgarde-Kollegen, die damals eher auf die politische Dimension der Kunst fixiert waren. Kein Wunder, dass Stockhausens Werk bei der Uraufführung auf deutliche Kritik und Ablehnung stieß. Die Zeit war damals noch nicht reif für extensive musikalische Meditationen. Einige Kollegen, wie Wolfgang Rihm, wurden durch „Inori“ indes nachhaltig beeindruckt: „Wie etwas wird, wie etwas ist, wie etwas vergeht – ohne dass es lehrhaft vorgeführt wu?rde, sondern indem an seinem Werden, Sein und Vergehen Teilhabe möglich ist, das ist wohl kaum mit einer größeren Klarheit komponierbar“.

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Karlheinz Stockhausen: „Inori“ (1973) Anbetungen für zwei Pantomimen und Orchester

Olivier Messiaen: „L’Ascension“ (1933) Vier sinfonische Meditationen für Orchester

Giacinto Scelsi: „Preghiera d’un ombra“ (1954) für Klarinette

Eduard Brunner, Klarinette; Sinfonieorchester des Südwestrundfunks,
Leitung: Karlheinz Stockhausen
WDR Sinfonieorchester, Leitung: Hans Zender
© WDR 3, Konzert, 10.5.2020

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