Nach Antonio Gramsci muss jede revolutionäre Bewegung zuallererst den Kampf um Kultur, Ideen und Vorstellungen aufnehmen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind diese Ideen vor allem bei der Rechten auf fruchtbaren Boden gefallen. Wenn die europäische Neue Rechte eine „Kulturrevolution von rechts“ propagiert, bezieht sie sich auf Gramsci.

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Für diesen ist die Zivilgesellschaft der entscheidende Faktor in der politischen Auseinandersetzung. Die Menschen von seinen Ideen zu überzeugen, also eine kulturelle Hegemonie zu erlangen, wie es Gramsci nennt, ist Voraussetzung jeder Veränderung. Die Rechte versucht, den demokratischen Staat und seine Institution zu schwächen und zugleich die Zivilgesellschaft zu delegitimieren – von den Attacken gegen das „Establishment“ bis zur „Lügenpresse“. Damit stellt sie Gramscis Denken auf den Kopf und missbraucht ihn als Gebrauchsanweisung für eine rechte Kulturrevolution. Höchste Zeit also für den Generator, sich mit den Grundlagen des Denkens von Antonio Gramsci auseinanderzusetzen, bevor er vollends unter die alten und neuen Rechten fällt.

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© Bayern 2, Zündfunk Generator, 18.6.2017

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