Kamasi Washington: Vom Black Elvis über Sun Ra …

Vom Black Elvis über Sun Ra bis ins Grünspan.

Zwischen geraubter Vergangenheit und technologischem Fortschritt: Musiker wie Kamasi Washington erinnern an den Afrofuturismus.

VON ROBERT HENSCHEL

Irrsinnig: Kamasi Washington sieht aus wie ein durch jahrelanges Slackertum geformter Wiedergänger Sun Ras. Als hätte sich dem majästetischen Äußeren eine aus den Tiefen der Muskelfasern stammende Coolness hinzugesellt. Überhaupt wirkt das ganze Ensemble wie eine zeitgenössische Ausgabe des Arkestra. Mindestens ebenso irrsinnig ist es, dass Washingtons Bassist Miles Mosley auf seinem Kontrabass besser Doom Metal spielen kann als eine ganze Doom-Metal-Band, wohlgemerkt bei einem Jazz-Konzert.

Doch um all das geht es hier nicht. Stattdessen um eine Art phatisches Element im Unterboden dieser Musik, mit dessen Hilfe sie es vermag, Geschichte als Emotionen zu kommunizieren. So jedenfalls fühlt es sich an im Hamburger Club Grünspan an diesem 6. November.

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©  Jungle World Nr. 46, 12. November 2015

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