Die im vergangenen Jahr gestorbene Pianistin Dina Ugorskaja hat für den Bayerischen Rundfunk eine meisterliche Aufnahme von Schuberts B-Dur-Sonate eingespielt, schwärmt Berthold Seliger in einem Essay für die Junge Welt. „Allein schon, wie sie den einzigartigen Beginn der Sonate spielt, hat man so noch nicht gehört.

Das erste Thema ist eine dieser ungeheuren Schubertschen Melodien mit den berühmten ‚himmlischen Längen‘, eine einfache, lyrische Melodie hebt da zögernd an, wandert auf nur fünf nebeneinanderliegenden Tönen beseelt und in einem Pianissimo wie aus weiter Ferne von B-Dur nach F-Dur – wo dann dieser bedrohliche, von Ugorskaja förmlich ins Nicht-enden-Wollende gedehnte tiefe Pianissimotriller auf Ges und As folgt. …  Allein diese ersten 26 Takte zeugen von Schuberts herausragender Meisterschaft, aber eben auch von der großen Kunst seiner Interpretin, dieses Suchen, das Innehalten, das Insichgehen und neuerliche Ansetzen betörend umzusetzen.“ © Text: Efeu / Perlentaucher,18.1.2020

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