Der britische Pianist John Tilbury über seinen Alltag als Militärmusiker im Köln der fünfziger Jahre, über Kaffeepausen mit Karlheinz Stockhausen und den harmonischen Erfindungsreichtum der Beatles.

Interview von Volker Zander

taz: John Tilbury, wir kennen Sie als Pianist zwischen Neuer Musik und improvisierter Musik, als Interpret der New York School und als Vertreter der britischen Improvisationsszene. Ihre Anfänge liegen aber in Köln.

John Tilbury: Das stimmt, in den Fünfzigern mussten junge Briten 20 Monate Wehrdienst leisten. Ich wurde nach Köln versetzt zum Orchester der Royal Air Force. Nachts spielten wir Jazz in einer der vielen illegalen Bars. Oft schauten unsere Freunde von der Militärpolizei vorbei. Sie tranken ein, zwei Bier, hörten zu, und gegen 2 Uhr sagten sie dann: Okay, Freunde, einpacken! Und wir bekamen einen Lift zurück in die Kaserne. Mein Glück war: Ich sprach gut Deutsch und hatte viel dienstfreie Zeit. Die habe ich dann mehr mit Kölner Freunden verbracht als mit meinen Air-Force-Kollegen.

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© taz. die tageszeitung, 22. 11. 2016

Konzerttipp:

Heute, 22. 11., Vortrag: „On Music and Politics“, IMM, Düsseldorf, 11.00 Uhr; Konzert: „Approximation Festival“, Filmwerkstatt Düsseldorf, 19.00 Uhr;

23. 11., Vortrag: „Performing Morton Feldman“, Hochschule für Musik und Tanz, Köln, 12.00 Uhr; Lesung: „Cornelius Cardew in Cologne“, Kunstverein, Köln, 19.00 Uhr;

25. 11., Konzert: ­Tilbury mit Keith Rowe und ­Marcus Schmickler, Loft, Köln, 20.00 Uhr;

26. 11., Konzert: „Tilbury Plays Beatles“, Museum Ludwig Köln, 15.00 Uhr

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