„Die Zukunft wird Jean Améry zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik zählen“, schrieb Michael Rutschky 2008. Und in der Tat: Dessen Überlegungen zum „Ressentiment“ gegenüber den Deutschen gehören zu den wichtigsten Texten der „Aufarbeitung“ der NS-Zeit.

1966 schreibt Améry gegen einen Geisteszustand an, der sich von den „Schrecken der Vergangenheit“ zu lösen schien. Für Améry war das „Ressentiment“ eine praktikable Haltung, um die Deutschen vor einer Bagatellisierung oder gar Verleugnung des Nationalsozialismus zu bewahren.

Nicht vergessen. Keine leeren Floskeln der Entschuldigung. Schlussstrich? Niemals.

© SWR2, Essay,18.5.2020

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