Eigentlich kann er alles spielen. Der Pianist Jean-Paul Brodbeck zelebriert seine Flexibilität aber vorab im Jazz. Mit seinem Trio hat er das Album «Extra Time» herausgebracht.

Von Ueli Bernays

Was hat Robert Schumann mit Stevie Wonder zu tun? Wer die Frage gleich mit wegwerfender Geste beantworten will, sollte sich zuerst «Extra Time» anhören – das neue Album des Jazzpianisten Jean-Paul Brodbeck. Und konkret den ersten Titel: Das Trio des in Zürich domizilierten Baslers interpretiert hier Robert Schumanns Heine-Vertonung «Ich will meine Seele tauchen». Dabei wühlt Brodbeck die deutsche Innigkeit mit einem swingenden Twist auf und verleiht der fiebrigen Romantik soulige Hitze. Prompt flackert die Melodie in feurigen Zungen, die an den Refrain des Stevie-Wonder-Songs «As» anklingen. Und es ist, als würde aus «Ich will meine Seele tauchen in den Kelch der Lilie hinein» plötzlich «Until the rainbow burns the stars out in the sky».

«Ja, das stimmt», lacht Brodbeck vergnügt. «Vielleicht sind die beiden Musiker eben ähnlich veranlagt, vielleicht verbindet sie ein Flair für Melodien.»

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© NZZ, 26.4.2017

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