In New York hat die Stadtflucht der Reichen in der Corona-Krise auch dazu geführt, dass sich die Subkulturen den urbanen Raum zurückerobern. Welche Rolle kann der Jazz dabei spielen, der sich ja immer auch als Protestmusik verstanden hat?

Hinter den Schlagzeilen über den Tod der sogenannten Superstar Cities wie New York, London oder Paris wegen Stadtflucht und Verarmung als Folgen der Corona-Krise und sozialer Unruhen, verbirgt sich auch die Geschichte, wie sich die Subkulturen dort den urbanen Raum zurückerobern. Da drängt sich die Frage auf, welche Rolle dabei der Jazz spielen kann. „Jazz war immer schon Protestmusik. Wird er der Gegenwart gerecht?“, fragte in der New York Times Giovanni Russonello. Und der Bassist Melvin Gibbs schrieb in der Jazz Times eine historische Abhandlung mit dem Schlüsselsatz: „Von der Bühne der Carnegie Hall im Jahr 1912 bis zu den Straßen von Minneapolis 2020 hat Jazz immer schon Forderungen gestellt“. Wobei der Jazz Politik nie auf gerader Linie anging. Wenn man von vom Zitat des Public Enemy-Gründers Chuck D ausgeht, dass Hip-Hop „das CNN des schwarzen Amerika“ sei, ist Jazz das intellektuelle Debattenforum. © Süddeutsche Zeitung, 7.9.2020

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