Hier ein kleine Auswahl von Mitschnitten diverser Konzerte des Berliner Jazzfestes 2017.

 

Tyshawn Sorey, dessen Auftritt mit Myra Melfords Sextett zu den Höhepunkten des Festivals im letzten Jahr gehörte, ist beim Jazzfest Berlin 2017 als Artist-in-Residence geladen. Er wird in verschiedenen Formaten zu erleben sein: Zuerst mit seinem eigenen Trio, dessen Alben „Alloy“ (2014) und „Verisimilitude“ (2017) mit großer Begeisterung aufgenommen wurden. Sorey promovierte an der Columbia University im Fach Komposition und übernahm vor kurzem eine Professur an der Wesleyan University in Connecticut in Nachfolge von Anthony Braxton, seinerseits Vordenker und Erforscher der Beziehung zwischen Komposition und Improvisation. 1980 in Newark in New Jersey geboren, wurde Sorey vom „Wall Street Journal“ als „Komponist der radikalen und scheinbar unerschöpflichen Ideen“ beschrieben. Dieses Konzert ist ein Erfahrungsbericht eines Trios, das die Einflüsse zeitgenössischer Komponisten wie Xenakis und Feldman wirksam einsetzt und so neue Möglichkeiten freilegt, die unter der Oberfläche des vertrauten Klaviertrio-Formats verborgen liegen.

Tyshawn Sorey Trio
TYSHAWN SOREY drums
CORY SMYTHE piano
CHRIS TORDINI double bass

Als der Teenager Nels Cline in Los Angeles „Manic Depression“ von Jimi Hendrix hörte, beschloss er, ebenfalls Gitarrist zu werden. Er spielte Jazz mit Julius Hemphill, Charlie Haden, Vinny Golia und Wadada Leo Smith ebenso wie in diversen eher experimentellen Rockprojekten, Seite an Seite mit Gitarristen wie Thurston Moore, Henry Kaiser und Elliott Sharp. Im Jahr 2004 schloss er sich der Rockband Wilco an und spielte seither auf sechs ihrer Alben. Das Projekt „Lovers“ liegt ihm sehr am Herzen: „Seit über 25 Jahren träume ich von dieser schon beinahe fixen Idee, mache Pläne und verwerfe sie wieder“, sagt er. In Michael Leonharts filigranen, zarten Arrangements für Trio und Kammerorchester verbinden sich Balladen aus dem American Songbook mit Kompositionen von Jimmy Giuffre, Gábor Szabó, Sonic Youth und Annette Peacock wie auch mit Stücken von Cline selbst zu einer fesselnden Klangträumerei, die sich über Zeiten und Kategorien hinwegsetzt und eine ganz neue Art sehr moderner Schönheit entdeckt.

Nels Cline Lovers
NELS C. CLINE guitar
MICHAEL LEONHART trumpet, conductor
ALEX CLINE drums
DEVIN HOFF electric bass
ANNA VIECHTL harp
MARTIN KLENK cello
DMYTRO BONDAREV trumpet
FLORIAN MENZEL trumpet
RASMUS HOLM trombone
MARIA REICH violin
HEIDI MOCKERT bassoon
FYNN GROSSMAN english horn
MARC DOFFEY clarinets
HAUKE RENKEN vibraphone, marimba
TOMEK SOŁTYS celeste
MORTEN DUUN AARUP guitar


Die Tradition gefühlvoller Hammond-B3-Organisten, die sich um das Blue Note Plattenlabel versammelten, gehört zu den Glanzpunkten des Jazz. Die Reihe begann mit Jimmy Smith, setzt sich mit John Patton, Baby Face Willette, Freddie Roach und anderen fort und fand mit Dr. Lonnie Smith ihren Höhepunkt. Dessen triumphale Rückkehr zu Blue Note fiel im vergangenen Jahr mit der Verleihung eines Jazz Masters Fellowship des National Endowment of the Arts zusammen, der höchsten Auszeichnung, die einem Jazzmusiker in den USA zuteilwerden kann. Dr. Lonnie wurde 1942 in Lackawanna in New York State geboren und machte ab 1966 zunächst als Mitglied des George Benson Quartet von sich reden. Auf seinem jüngsten Album „Evolution“ ist sein Stammtrio zu hören, das neben ihm aus dem Gitarristen Jonathan Kreisberg und dem Schlagzeuger Johnathan Blake besteht. Mit Unterstützung von Gastmusikern wie Robert Glasper und Joe Lovano erschließen sie Stimmungen zwischen Hardcore-Funk und Coltrane-ähnlicher Spiritualität, und durchdringen zeitgenössische Strukturen mit Wärme und Swing der alten Schule.

Dr. Lonnie Smith Trio
DR. LONNIE SMITH Hammond organ
JONATHAN KREISBERG guitar
XAVIER BREAKER drums


© Jazzfest Berlin 2017

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.