JAZZ IM HAMBACHER FORST ODER WIE DER JAZZ IM WDR 3 GEFÄLLT WIRD II

Fast 14 Tage sind nach meinem Beitrag über das Ende des Jazz auf WDR 3, so wie wir ihn kennen, vergangen. 125 mal ist dieser Beitrag schon von Euch gelesen worden. Leider gab es keine Kommentare dazu, keinerlei Feedback von Euch. Hier könnt Ihr meinen Brief lesen, den ich an den WDR über den Hörerservice geschickt habe.

Sehr geehrte Damen und Herren der Jazzredaktion und Programmverantwortliche.

Die Nachricht vom nrwjazz.net (http://www.nrwjazz.net/jazzreports/2019/Programmreform_WDR_Jazz_2019/) hat bei mir die Alarmglocken klingen lassen! Eine Abkehr der monothematischen Autorensendungen hin zu „kuratierten und moderierten Playlists“.
W A S  S O L L  D A S  B I T T E !

Damit graben Sie sich doch selbst das Wasser ab. Denn was ist es denn, worin Sie sich von Hitradios und von Internetangeboten wie Spotify unterscheiden?

Das sind doch Ihre Fachleute, die Sie noch haben:
Wie zum Beispiel Bert Noglik, der immerhin das Berliner Jazzfest mehrere Jahre geleitet hat und diese zählen zu den Besten überhaupt.
Autoren wie Karl Lippegaus, der mehrere Bücher geschrieben hat und die große Identifikationsfigur im Radio überhaupt ist.
Junge Autoren wie z.B.Thomas Loewner, Odilo Clausnitzer sind dazu gekommen. Auch sie brennen für den Jazz.
Sollte das nicht weitergeführt werden? Was wird mit den Neuerscheinungen? Wer berichtet über die Jazzfestivals aus Deutschland und Europa?
Wer spricht mit den Musikern über Ihre Musik?

Jetzt muss ich auch noch lesen, dass die Rundfunkgebühren wieder steigen sollen, um die Qualität zu sichern.
Jetzt wird es verrückt. Was ist denn Ihre Qualität? Worum geht es hier eigentlich?
Und welche Berechtigung haben Sie noch, wenn Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal wegrationalisieren?
Wo bleibt denn Ihr Bildungsauftrag?

Bitte handeln Sie.

Vielleicht lässt sich gemeinsam etwas ändern, wenn mehrere solcher Briefe beim WDR eingehen.
Fühlt Euch ermutigt selbst einen ähnlichen Brief zu verfassen.
Ich würde mich über Eure Kommentare oder Feedback freuen.

5 Replies to “JAZZ IM HAMBACHER FORST ODER WIE DER JAZZ IM WDR 3 GEFÄLLT WIRD II

  1. Ich habe deinen Brief von Anfang März zum Anlass genommen, an den WDR zu schreiben. Außer einer Eingangbestätigung habe ich bisher von dort nicht gehört.

  2. Hallo zusammen!
    Ich habe soeben auch an den Hörerservice geschrieben, viele Hoffnungen mache ich mir aber nicht.
    Erinnert sich noch jemand an die Initiative “ Die Radioretter“ vor Jahren?
    Sie wurde von den Verantwortlichen als “ Die Radiorentner“ verspottet.
    Heute regieren Controlling und Effieziensgedanke.

    Wie auch immer,
    hier meine Mail:
    „Sehr geehrte Damen und Herren!
    Wie ich diversen Quellen im Internet entnehmen darf, plant der WDR eine Veränderung seines Jazz-Angebotes auf WDR3.
    Nun bringen in meiner Erinnerung Programmreformen selten positive Veränderungen.
    Meistens geht es dabei um Einsparungen und Verflachung im Sinne eines (spekulativen) Mainstream. Ich denke da nur an WDR5,
    bei dem vor Jahren unter Frau Piel „das Profil geschärft“ und wunderbare Musiksendungen abgeschafft wurden.

    Wenn ich jetzt höre, dass hochqualifizierte Redakteure mit großer Liebe nicht nur zum Jazz, sondern zur Musik als Kunst und Kommunikationsform insgesamt,
    nicht mehr beschäftigt werden sollen,
    ärgert mich das unheimlich.
    Menschen wie Karl Lippegaus, Michael Rüsenberg und zahlreiche andere haben mir und vielen anderen mit ihrer Kompetenz nicht nur den Jazz nähergebracht, sondern unvergessliche Stunden am Radio beschert.
    Ihnen verdanke ich zu großen Teilen meinen musikalischen Horizont , große Teile meiner LP- und CD- Sammlung beruhen auf deren Sendungen.
    Die Art, wie hier Stücke in ausgesuchter Reihenfolge gespielt wurden, war unnachahmlich.Dazu kompetente Informationen, die einem die Musik auch intellektuel erschlossen.
    Es gab immer Titel, die ich sonst niemals entdeckt hätte. Man merkte immer , dass hier wirklich Liebhaber am Werk sind.

    Solches kann eine kuratierte Playlist niemals leisten, dafür gibt es Spotify etc. So macht sich der Rundfunk selber überflüssig.
    Warum eine solche Entscheidung?
    Um das bisschen Gehalt für die Redakteure kann es doch nicht gehen!

    Ich weiß, dass ich mit meiner Verärgerung nicht alleine bin. Die meisten Hörer knirschen nur leise mit den Zähnen und weichen auf andere Medien aus.
    Da ich ( bisher gerne) Rundfunkgebühren zahle, erwarte ich dafür einen Gegenwert. Mit einer bloßen „Abspielstation“ ist der nicht mehr gegeben.
    Ich hoffe sehr, dass man diese unselige Entscheidung nochmal überdenkt.
    Mit freundlichen Grüßen,
    ………………………“

  3. Danke für Eure Beharrlichkeit! Seit ich eben den Artikel von H. Hoff in der Süddeutschen gelesen habe bin ich leider davon überzeugt, dass die beim WDR in den Chefetagen entgültig den Verstand verloren haben. Glaub nicht dass man die noch erreicht.

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