Jamila Woods aus Chicago und ihr tolles Debütalbum „HEAVN“ – ein Appell, rassistische Exzesse mit Kreativität abzuwehren. Review von Jens Uthoff

Es wird sofort klar, wer die „Bro­thers“ sind, die Jamila Woods in ihrem Song „VRY BLK“ besingt: Laquan McDonald, 17, Quintonio LeGrier, 19, und Bettie Jones, 55, um nur drei Schwarze zu nennen, die in den Jahren 2014 und 2015 in Chicago, Heimatstadt der jungen Rapperin, von weißen Polizeibeamten erschossen wurden.

„You take my brother, brother, brother / I fight back, back, back“, singt die afroamerikanische Künstlerin in dem zweiten Song ihres Debütalbums „HEAVN“; darin behandelt sie die krasse Mordserie an Schwarzen, die Chicago seit einigen Jahren heimsucht.

Aber wie viel Leichtigkeit, Verspieltheit und unzerstörbare Lebensfreude in Woods‘ Sound liegt, während sie brutalste Realitäten in Verse gießt: „If I say that I ca n ’t breathe / Will I become a chalk line?“ („Wenn ich sage, dass mir die Luft zum Atmen fehlt, werde ich dann zu einer dieser aufgezeichneten Kreidelinien?“)….
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© TAZ, 22.8.2016, Jens Uthoff

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