„It must schwing!“ Blue Note Records als Vorläufer der US-Bürgerrechtsbewegung / Herbie Hancock Quartet + Wayne Shorter Quartet im Konzert

1939 machte Alfred Lion, der 1937 als Jude aus Nazideutschland flüchten musste, mit den Pianisten Albert Ammons und Meade Lux Lewis die ersten Aufnahmen für sein neues Label Blue Note Records, das anderthalb Jahrzehnte später Jazzgeschichte schreiben sollte.

Mit Martin Laurentius

Nur kurze Zeit nach diesen Aufnahmen emigrierte Lions Jugendfreund Francis Wolff nach New York und wurde Partner bei Blue Note Records. Veröffentlichte man in den ersten Jahren Platten mit traditionellem Jazz, so konzentrierte man sich in den 1950er– und ’60er-Jahren auf afroamerikanische Jazzmusikern, die mit Hardbop und Soul-Jazz den modernen Jazz dieser Jahre revolutionierten und popularisierten – wie zum Beispiel Miles DavisDexter GordonArt BlakeyLou DonaldsonWayne Shorter oder Herbie Hancock.

Ein Dokumentarfilm, „It must Schwing! The Blue Note Story“ des Hamburger Filmemachers Eric Friedler, erzählt die Erfolgsgeschichte Blue Notes nicht nur als Heldengeschichte. Vielmehr rollt der Film die Historie von Blue Note Records auf einem gesellschaftspolitischen Tableau aus und geht der Frage nach, was das Besondere in der Beziehung zwischen den beiden jüdischen Expats und den schwarzen Jazzmusikern gewesen ist und welche Rolle Blue Note Records für die aufkeimende und erstarkende, afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung gespielt hat. Im Gespräch mit Martin Laurentius erläutert Friedler seine Thesen und Erkenntnisse.

Herbie Hancock Quartet
Herbie Hancock – Klavier
Bobby Hutcherson – Vibrafon
Scott Colley – Bass
Terri Lyne Carrington – Schlagzeug

Aufnahme vom 05. Juli 2003 beim Traumzeit-Festival, Duisburg

Wayne Shorter Quartet
Wayne Shorter – Saxofon
Danilo Perez – Klavier
John Patitucci – Bass
Brian Blade – Schlagzeug

Aufnahme vom 06. Juli 2003 beim Traumzeit-Festival, Duisburg

Playlist PDF

© WDR 3, Jazz & World, 15.2.2019

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