Im Andenken an Sir Peter Maxwell Davies, Komponist

Seine Werke waren in sage und schreibe 50 Ausgaben der legendären BBC Proms zu hören. Er war Ritter des British Empire und ein Jahrzehnt lang „Master of the Queen’s Music“: Der große britische Komponist und Dirigent Peter Maxwell Davies wäre am 8. September 2019 85 Jahre alt geworden.

Klingt sehr staatstragend, aber begonnen hat Peter Maxwell Davies als „junger Wilder“ während seines Studiums am Royal Northern College of Music. Mit später ebenfalls international bekannten Kommilitonen wie Harrison Birtwistle und Alexander Goehr gründete er in den 1950er Jahren die New Music Manchester Group, die das angegraute englische Musikleben für die Neue Musik öffnete. Diese drei Komponisten verband bei aller Experimentierfreude eines ganz besonders, nämlich die kreative und lustvolle Einverleibung der musikalischen Vergangenheit – oft „very sophisticated“, also mit britischer Gewitztheit und höchster Kunstfertigkeit wie etwa in Peter Maxwell Davies‘ „Saint Thomas Wake“, der musikalischen Konfrontation einer Pavane von William Byrd mit dem lasziven Foxtrott der Varietés. Auch ein Interesse an religiöser Mystik kam später hinzu, und ganz besonders die klangliche Auseinandersetzung mit der Landschaft der Orkney-Inseln, dem rauen Klima und der aufgewühlten See, die sie prägen und formen. Die Inseln vor der schottischen Nordküste wählte sich Peter Maxwell Davies in den 1970er Jahren zur Heimat und sie blieben es ihm bis zu seinem Tod im Jahr 2016.

Peter Maxwell Davies: „Saint Thomas Wake“ (BBC Symphony Orchestra: Charles Groves); „O magnum mysterium“ (Patricia Forbes, Sopran; Caroline Trevor, Alt; The Sixteen: Harry Christophers); „Caroline Mathilde“, Suite (BBC Philharmonic: Peter Maxwell Davies)

© BR Klassik, 5.9.2019

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