Szenen zwischen einem sterbenden Vater, einer greisen Mutter und einer alternden Tochter, gesehen aus der Perspektive der Tochter. Ihr Blick, geprägt von Erinnerungen, ist kalt und liebevoll, vergeltungssüchtig und versöhnt, aggressiv und resigniert.

Von Claudia Wolf

Heftige Schwankungen des Gefühls, reißende Ambivalenzen. Die Tage und Nächte am Bett des delirierenden Vaters, die sich wandelnde Beziehung zur Mutter, die nach dem Tod des Vaters in kürzester Zeit zur Greisin wird, erlebt die Tochter wie eine Expedition ins Familieninnere: mütterliche Angstinfusionen und väterliche Besorgnismanien, empörte Entsagung und katastrophenträchtiges Schweigen. Ach, warum wird man nur so alt!

 

 

© SWR 2, Essay, 26.2.2018

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