„Eines Tages war es soweit. Die Eltern mussten weg. Meine Mutter mit dem schwachen Sinn, mein Vater mit der Werkzeugsammlung.“ Das Kind sägt die Wohnung seiner Eltern aus und lässt sie mit ihrem ganzen Plunder davon-schwimmen wie ein Floß.
Kuckucksuhr, Wellensittiche, Zuckerstreuer und das ganze Arsenal an Küchenweisheiten segeln unter Möwengelächter durch ihre eigene Haltlosigkeit. Das Absurde scheint nie unterzugehen. „Aus den Gesichtern der Eltern hatte die Zeit längst eine Maske gemacht, aber ihre Seelen bewegten sich noch.“

Vater, Mutter, Zuckerstreuer
Von Patricia Görg
Regie: Christiane Ohaus
Mit: Katharina Thalbach, Irm Hermann, Matthias Matschke, Hans-Peter Korf, Winnie Böwe, Matthias Walter
Musik: Michael Riessler
Ton: Jean Szymczak
Produktion: Deutschlandradio Kultur/RB/HR 2009

Patricia Görg, geboren 1960 in Frankfurt/Main, studierte Theaterwissenschaft, Soziologie und Psychologie. Sie lebt als Autorin von Essays, Romanen, Hörspielen in Berlin. Zahlreiche Preise, zum Beispiel 2013 Schubart-Literaturförderpreis der Stadt Aalen, 2014 ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung und zuletzt 2019 der Italo-Svevo-Preis.
Ihr Hörspiel „Zoo“ (SWF/RB 1994) wurde mit dem „Lautsprecher“ der Akademie der Künste Berlin ausgezeichnet. Für Deutschlandfunk Kultur entstanden Wurfsendungen und: „Die Unkontaktierten“ (DKultur 2013) und „Kunckels Kunst“ (DKultur 2017), das nach ihrem 2013 erschienenen Roman „Glas“ produziert wurde. Zuletzt: „Die Gesänge der Raumfahrer. Ein Fernlehrgang“ (Dlf Kultur 2019).

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 16.2.2020

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