Hörspiel: Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug (1/2) Ein Pflichttanz mit dem Tod Nach dem gleichnamigen Roman von Kurt Vonnegut

Was macht der Krieg mit einem Menschen? Was machen die Bilder und Erinnerungen? Kurt Vonnegut entwirft in seinem Antikriegs- und Sciencefiction-Roman, der zugleich auch Amerika-Satire und Autobiographie ist, ein Kaleidoskop des Irrsinns und des Absurden.

Als junger Soldat geriet der Amerikaner mit deutschen Vorfahren in Kriegsgefangenschaft und erlebte im Keller eines Schlachthofs den strategisch sinnlosen Brandbombenangriff vom 13. Februar 1945 auf Dresden. Dieses Erlebnis hat er in seinem grellen, postmodernen Roman verarbeitet, der 1969 erschien und zum Kultbuch der Vietnamkriegs-Gegner wurde.

Die simplizianische Hauptfigur Billy Pilgrim stolpert während der Ardennen-Offensive in deutsche Gefangenschaft, übersteht Dresden, heiratet nach dem Krieg die hässliche Tochter eines reichen Brillenfabrikanten, überlebt einen Flugzeugabsturz, wird von einer Fliegenden Untertasse auf den Planeten Tralfamadore entführt und dort zu Demonstrationszwecken mit einer ebenfalls von der Erde entwendeten Hollywood-Diva gepaart. Von den kleinen grünen Tralfamadorianern lernt Billy, in der Zeit zu „reisen“ – zurück in die Vergangenheit und voraus in die Zukunft, ganz wie es das achronologische Erzählen Vonneguts will.

 

Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug

Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens
Mit: Bernhard Schütz, Kilian Land, Jonathan Berlin, Johann von Bülow, Inga Busch, Gisa Flake, Robert Gallinowski, Christoper Heisler, Nico Holonics u. v. a.
Musik: Peter Harrsch
Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann
(Produktion: SWR 2018 – Ursendung)

Kurt Vonnegut, (1922 – 2007) geboren in Indianapolis, gestorben in New York. Seine Vorfahren stammen aus dem westfälischen Münsterland. Anfang 1943 meldete er sich als Freiwilliger zur US Army und geriet während der Ardennenoffensive in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die Bombardierung Dresdens erlebte er im Keller eines früheren Schlachthofs, eine Erfahrung, die in seinen Roman „Schlachthof 5“, der ihn 1969 weltbekannt machte, ein-floss. An Kurt Vonneguts Haustür in New York hing bis zu seinem Tod 2007 ein Schild mit der Aufschrift: „Sei, verdammt noch mal, freundlich.“

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