Beschattungsprotokolle sind der Ausgangspunkt dieses Undercover-Hörspiels. Aus realen Fährten werden musikalische Tracks. Ein musikalisch ebenso komplexes wie spannendes Konzeptalbum, ausgezeichnet mit dem ARD-Online-Award 2003.

Jeder Mensch ist ein Kosmos und trägt ihn folglich mit sich herum. Frage am Rande: Wohin? Hat das Leben, das, was wir täglich mit uns herumschleppen, einen Sinn und ein Ziel? Eines gar, das sich von außen erkennen lässt? Was wird bleiben von einem Tag? Oder wann wird der Tag sein, von dem etwas bleibt?

Diesen Fragen gehen – unauffällig – sieben Beschatter nach, die sich – unauffällig – auf der Straße an die Fersen von sieben willkürlich ausgewählten Menschen geheftet haben. Die Spielregeln: Sieben Personen (der Detektiv, der Popstar, die Hausfrau, der Verliebte, die TV-Moderatorin, der Sportler, der einsame Mann) begeben sich in sieben Städten auf die Suche nach Schönheit, nach der Liebe, dem Deutschen, dem Pelzmantel, dem Langhaarigen – oder nach sich selbst. Jede dieser Eigenschaften finden sie an einem festgesetzten Tag verkörpert in einem wildfremden Menschen auf der Straße.
Sie folgen diesem Menschen. Sie beobachten jeden seiner Schritte. Sie erfüllen seinen lautlosen Ruf „Lass mich nicht allein!” und protokollieren akustisch jede seiner zufälligen Bewegungen.

Die Form: Vom Leben ist die Kunst nur durch die Form unterschieden. Deshalb werden die sieben Beschattungsprotokolle Grundlage von sieben musikalischen Tracks, von siebenmal Strophe und Refrain.

Die technischen Daten: Niemand tanzt gern allein. Und doch ist jeder gern für sich. Also?

Regie: Console
Komposition: Console
Produktion: WDR 2002
Länge: ca 49‘

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 22.1.2019

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