In den Räumen des Narrenspitals rührt der Wahnsinn die Trommel: Der eine hört Stimmen, den anderen lenken Dämonen, ein dritter schreibt Briefe mit wechselnder Identität an Dr. Schlitz, den Anstaltsarzt, und so fort. Hier ist unsere Realität außer Kraft gesetzt, Schwerkraft und Grammatik haben ihren Schrecken verloren.

Verhandelt werden die Tonerzeugung vermittelst des eigenen Trommelfells, der Empfang des universalen Äthers durch die Ohren sowie liliputanische Sexfantasien.
In diesen Geschichten aus dem Narrenspital – der Titel ist einem barocken Roman entlehnt – werden narrative Fährten gelegt und verloren. Erzählt wird nicht nur mit Worten, sondern auch mit Musik, Dialekt und außersprachlichen Elementen. Die Sprecherinnen und Sprecher wurden zu Narretei und Regelbruch ermutigt, zu wortloser oder wortreicher Improvisation vor dem Mikrofon, die Musiker mit diesen lautlichen und logischen Eruptionen konfrontiert.


Narrenspital
Von Ulrich Bassenge
Regie: Johannes Mayr
Komposition: Ulrich Bassenge
Mit Barbara Falter, Ueli Jäggi, Birgit Kempker, Dominique Müller, Lars Rudolph, Ulrich Bassenge
Musiker: Yogo Pausch, Tobias Schläfli, Ulrich Bassenge
Produktion: DRS 2011

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 21.8.2018

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