„Lange Zeit habe ich mich zu früher Stunde schlafen gelegt.“ Mit dem ersten Satz von Marcel Prousts Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (A la recherche du temps perdu) richtet sich der Blick auf die Erinnerung. In seinen schlaflosen Nächten ruft sich der schwerkranke Erzähler seine Kindheit ins Gedächtnis: die Ferien in Combray, den Geschmack einer in Tee getauchten Madeleine, den Duft der Weißdornhecke, die Kirchtürme von Martinville und den schillernden Monsieur Swann.

Combray ist die Ouvertüre zu Prousts gewaltigem Hauptwerk, das in Frankreich zwischen 1913 und 1927 in dreizehn Einzelbänden erschien und gut viertausend Seiten umfasst. Marcel Proust war selbst an sein Krankenbett gefesselt, als er die Salons, Parks und Schlafzimmer der Belle Epoque in Sprache fasste, um zu erkunden, auf welche Weise das Vergangene im Bewusstsein präsent ist. Das Zusammenspiel von lebendiger Erinnerung und Selbstreflexion wird in der ersten deutschsprachigen Hörspielfassung von Combrayakustisch nachvollziehbar. Prousts Sprache ist manchmal sperrig, manchmal von surrealistischer Kühnheit und Komik in ihren assoziativen Sprüngen. Immer muss man ihr bis in die feinsten Verästelungen folgen, um sie getreu wiederzugeben. Das Hörspiel basiert auf Michael Kleebergs Übersetzung, die 2002 in der Verlagsbuchhandlung Liebeskind erschienen ist; sie überträgt
Prousts Stil auf moderne Weise und bleibt zugleich näher als bisherige Übersetzungen am Original.

Combray 1:

Combray 2:

Combray 3:

Combray (1 – 3 )
Von Marcel Proust
Aus dem Französischen von Michael Kleebert
Erzähler – Sylvester Groth
Großmutter – Karin Anselm
Großvater/Pfarrer – Thomas Holtzmann
Mutter – Krista Posch
Vater – Stephan Bissmeier
Großtante – Doris Schade
Ferner: Kornelia Boje, Christa Berndl, Tobias Lelle, Stefan Born, Martin Butzke, Juliane Köhler, Eva Gosciejewicz, Peter Fricke und andere
Komposition: Peter Zwetkoff/Hans Platzgumer
Bearbeitung: Valerie Stiegele
Regie: Ulrich Lampen
BR 2003

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