Der Unteroffizier Beckmann kehrt aus Sibirien zurück und stürzt sich in die Elbe, weil er seine Frau mit einem anderen antrifft. Die Elbe möchte ihn nicht haben. Sie wirft ihn bei Blankenese an Land. Ein Fremder, der „Andere“, tritt zu ihn und treibt ihn an, sein Leben wieder aufzunehmen.

Aufnahme findet Beckmann bei einer Frau, deren Mann vermisst ist. Nachdem der Vermisste, der „Einbeinige“, zurückkehrt, muss Beckmann wieder gehen.

Es folgen weitere Begegnungen: mit einem Oberst, der einen unsinnigen Befehl gegeben hat und den Tod von elf Kameraden zu verantworten hat. Ihn möchte er zur Verantwortung ziehen. Der aber verhöhnt ihn nur. Dann folgt der Kabarettdirektor, dem Beckmann seine Erlebnisse vergeblich anbietet. Die gleichgültige Frau Kramer schließlich erzählt ihm, dass sich seine Eltern das Leben genommen haben, weil sie aktive Nazis waren und nun mit ihrer Schuld konfrontiert wurden.

Beckmann erscheint im Traum der schwache, hilflose Gott und der Tod, ein Straßenfeger, den er bittet, ihm eine Tür offen zuhalten. Noch einmal tauchen die Figuren des Stücks auf: der Oberst, der Direktor, Frau Kramer und seine Frau mit ihrem Freund. Als der „Einbeinige“ ihn zur Rechenschaft zieht, weil auch er in die Elbe gesprungen ist, erkennt Beckmann, dass er selbst zum Mörder geworden ist.

„Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert

Mit Ernst Schnabel, Hans Quest, Margarete Militzer, Herbert Steinmetz, Wolf Beneckendorff, Else Theel, Wiltrud Krautz, Horst Klausnitzer, Kurt Meister u. v. a.
Musik: Werner Heantjes
Regie: Ludwig Cremer
NWDR 1947

 

© HR 2, Hörspiel, 10.5.2020

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