Plötzlich ist Mandy wieder da. In ihrem Heimatort, einem Kaff im Osten. Ein Jahr lang war sie weg. Wollte Karriere machen beim Film. Gelandet ist sie in einer Soap, ausgenutzt von einem Bruce, der Nacktfotos von ihr ins Netz stellt. Dann lieber zurück in die Provinz. Jetzt ist sie also wieder hier. „Mal schauen“, wie sie zu ihrem Bruder Till sagt. 

Der hat es überhaupt noch nie hier raus geschafft. Und bevor man über neue Perspektiven nachdenken kann, muss man erst mal mit den Altlasten aufräumen: Früher, da hatte die Familie eine Kneipe, das „Filou“. Dann ist die Mutter mit ihrem Liebhaber abgehauen in den Westen. Hat nie wieder was von sich hören lassen. Behauptet jedenfalls der Vater, der das Ganze so sehr vergessen will, dass er jetzt immer alles vergisst. Nachdem die Kneipe pleite war, wollten Mandy und Till einen Club daraus machen. Aber dann ist Mandy abgehauen. Wie ihre Mutter, sagt der Vater. Aber vielleicht kann man dieses ganze dämliche Alles-wiederholt-sich-und-nie-wird-was-besser doch mal durchbrechen? Wenn man den Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart akzeptiert, hat die Zukunft vielleicht doch noch eine Chance.

Dorfdisco
Von Lisa Sommerfeldt
Mit Vanessa Loibl, Robin Meisner, Steffen Scheumann, Anna Drexler und Béla Gabor Lenz
Regie: Susanne Krings
WDR 2018

© Bayern2, Hörspiel, 25.5.2020

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