Hörspiel: „Die unsichtbare Generation“ Von William S. Burroughs

Der Dichter William S. Burroughs über das Tonband: „Was wir sehen wird weitgehend bestimmt durch das, was wir hören.“ – Man braucht nur einer Fernsehansprache ein anderes Tonband zu unterlegen. Sie werden sehen, was passiert!

Sprechen und Kombinieren auf Tonband befreit von den alten Assoziationszwängen, alle Assoziationen sind Zwänge. Durch Störungen und Beschleunigungen kommen Worte, die man nicht selbst gesagt hat, die der Apparat gemacht hat. Fast alle zufälligen Kombinationen haben erstaunlich viel Sinn. Etwa: Mit einem Partner kann man zwei Geräte so mischen, dass Wort und Denken des einen zum Wort und Denken des anderen werden. Oder: Streitgespräche werden sinnlos durch irrelevante Antworten, das Tonband wird zu einem Teil des Nervensystems, man programmiert mehrere Tonbandgeräte auf Parties und für sich selbst, so wie es die Politiker heute mit unseren Assoziationen tun. Oder: Man nimmt die hässlichen Äußerungen einer Wohngegend auf, die hässlichen Reaktionen darauf und je häufiger man sie abspielen lässt, desto mehr wird man erkennen, dass ein hässlicher Geist aus hässlichen konservierten Aufnahmen besteht. „Zerschneiden Sie die konservierten Aufnahmen in Luft, in dünne Luft“.

Die unsichtbare Generation

Von William S. Burroughs
aus dem Amerikanischen von Katja Behrens
Regie: Richard Hey 

Mit Dieter Borsche
Produktion: SDR/WDR 1970

© WDR 3, Hörspiel, 7.5.2019

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