„Die Freuden der Pflicht“ lautet das Aufsatzthema in der Deutschstunde. Siggi Jepsen sitzt über seinem Heft und schreibt – nichts. Wo soll er beginnen? Sein Vater fällt ihm ein, der als Polizeiwachtmeister pflichtbewusst alle Vorschriften durchsetzte. Vor und nach 1933. Als ein Malverbot gegen den Maler Nansen verhängt wurde, konfiszierte er sogar weiße Leinwände. Für Siggi wird der Aufsatz zum Lebensbericht, zur Auseinandersetzung mit sich und der Vätergeneration.

Im Roman „Deutschstunde“ hatte Lenz für die Figur des Nansen den Maler Emil Nolde vor Augen. Er orientierte sich an der Lesart der Biographie, die Nolde zum Opfer der Nazis machte. In letzter Zeit wurde sein Verhalten in dieser Periode der deutschen Geschichte aufgearbeitet und korrigiert. Emil Nolde, eigentlich Hans Emil Hansen, hatte sich zur nationalsozialistischen Ideologie bekannt und war ein aktiver Antisemit und Denunziant.

Teil 1: 

Teil 2:

Deutschstunde (1-2) Von Siegfried Lenz
Bearbeitung: Arthus C. Caspari
Regie: Bärbel Jarchow-Frey
Mit: Michael Maertens, Felix Leiberg, Hermann Lause, Werner Rehm, Thomas Vogt, Klaus Jepsen, Lieselotte Rau, Dörte Lyssewski, Uwe Bohm, Gerry Wolff, Hermann Ebeling, Norbert Schwarz
Komposition: Peter Kaizar
Ton: Rainer Czekalski
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 1994

„Geschichte geht in Geschichten auf“ Michael Köhler über Siegfried Lenz
Produktion: Deutschlandfunk 2014

 

© Deutschlandfunk Kultur, Hörspiel, April 2019

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