Wenige Monate vor ihrem Tod besucht die Dichterin Mascha Kaléko, die 36 Jahre zuvor mit Mann und Kind vor den Nazis in die Vereinigten Staaten floh, noch einmal ihre Stadt Berlin. Auch dem Haus in der Bleibtreustraße, das die Familie bewohnte, stattet sie einen Besuch ab.

Der Aufenthalt an der Spree wird zu einer Reise in die Vergangenheit, von der Flucht im Ersten Weltkrieg aus Galizien ins Kaiserreich über die frühen Jahre in der pulsierenden Hauptstadt, vom amerikanischen Exil bis zur Rückkehr in ein Nachkriegsdeutschland, das die „Großstadtlerche“ in die Arme schließt: als Alibi. Dass sich Kaléko dieser Rolle verweigert, wird ihr nicht verziehen. Jan Koneffkes Hörspiel-Poem, das vom Reim in den Versen Mascha Kalékos als Déjà-vu-Erfahrung des glücklichen Gleichklangs erzählt, ist ein Porträt nicht nur der sich selbst befragenden Dichterin, sondern auch des Landes, in dem sie nicht mehr heimisch werden konnte – ihr letztes Gedicht ,Bleibtreu heißt die Straße‘ bleibt ungereimt.

Bleibtreu heißt die Straße
Von Jan Koneffke
Regie: Christine Nagel
Komposition: Peter Ehwald
Vocal: Michael Schacht
Mit: Tilla Kratochwil, Lisa Hrdina, Gerd Wameling und Stefan Kaminski
Produktion: Dlf/RBB 2017
Länge: 50’32
Ursendung

Gegen Verzweiflung hilft nur Heiterkeit

In seinem ersten Hörspiel beschäftigt sich der Romancier und Lyriker Jan Koneffke mit Mascha Kalékos Heimkehr nach Deutschland.

Jan Koneffke im Gespräch mit Sabine Küchler

© Deutschlandfunk, Hörspiel, 11.11.2017

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