Hörfunktipps KW 09 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 27. Februar 2017

 

Musik-Panorama  •  21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Krummhörner Orgelfrühling 2016

Werke von Jan Pieterszoon Sweelinck, Heinrich Scheidemann u.a.

Improvisationen von Sietze de Vries

Sietze de Vries, Orgel

Am Mikrofon: Magdalene Melchers

Ein geografischer sowie musikalischer Geheimtipp verbirgt sich am äußersten Rand Norddeutschlands – die Krummhörn. 19 kleine Dörfer und das Künstlerdorf Greetsiel an der ostfriesischen Nordseeküste erheben sich aus einer schier grenzenlos scheinenden Landschaft. Historische Orgeln locken Interpreten aus dem In- und Ausland in diesen entlegenen Winkel der Welt. Begeistert auch schon der Anblick der altehrwürdigen Instrumente, so sind es doch die Interpreten, die den Reichtum der Region hören lassen. Beim Krummhörner Orgelfrühling 2016 wurde der Titel des Festivals mit Sietze de Fries in Westerhusen erlebbar: ›Da berühren sich Himmel und Erde‹.

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Virtuelle Freundschaft

Über die Nähe zum Unbekannten

Von Ralf Bei der Kellen und Timo Grampes

Freundschaft ist für viele Menschen ein Wort, das sie nicht leichtfertig verwenden wollen. Daher stören sich viele daran, dass man sich in den sozialen Netzwerken wie Facebook nur mit einem Klick »befreunden« kann. Auch wenn neuere Studien nahelegen, dass es oft von den ersten Eindrücken und auch nicht wenig vom Äußeren abhängt, wen man in seinen Freundeskreis einlässt und wen nicht, so legt ein Blick in die Geschichte nahe, dass man sich auch sehr nahe kommen kann, ohne sich von Angesicht zu Angesicht zu sehen – Stichwort: Brieffreundschaften. Und ist vielleicht gerade die Anonymität des Netzes die beste Art, unvoreingenommen von Äußerlichkeiten auf die Seele des anderen zu blicken?

 

In Concert  •  20:03 – 21:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Andrea Schroeder & Band

›Void Tour 2016‹

Pop-Noir-Songs voller Melancholie und Wärme

Moderation: Holger Beythien

Mit ihrem dritten Studioalbum ›Void‹ konnte die Berliner Singer/Songwriterin Andrea Schroeder im Sommer des vergangenen Jahres nicht nur erneut überzeugen, sie erreichte auf der gleichnamigen Tour auch viele neue Fans. Denn leicht erschließen sich auch die neuen, ausnahmslos englisch gesungenen Lieder nicht. Mit warmer Altstimme vorgetragen, setzen sie sich mit schwermütiger Hartnäckigkeit in den Köpfen der Menschen fest. Intelligente Songs, die die Leere (Void) beschreiben, den, wie Andrea Schroeder sagt, »kritischen Zustand« der Welt. Es komme ihr manchmal vor, als ginge die Welt im Chaos zugrunde. Dennoch sei sie ein optimistischer Mensch. »Nur ist das die Art, wie ich Dinge verarbeiten kann. Und melancholische Texte und Musik haben mich schon immer mehr berührt.«

 

Dienstag, 28. Februar 2017

 

Musikszene  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Wirklich wahr: Kuriose Geschichten rund ums Konzert

Von Raliza Nikolov

Was geschieht, wenn sich eine Geigerin kurz vor dem Konzert versehentlich mit Sekundenkleber die Finger zukleistert? Oder der Cellist Minuten vor dem Auftritt feststellt, dass er sein Instrument im Hotel vergessen hat? Am Ende Solist und Cembalist gar zu spät kommen, in ihrer Aufregung auch noch aus Versehen direkt auf die Bühne stolpern, zerzaust, samt Cembalo mitten in die laufende Mozart-Sinfonie hinein? Das sind kuriose, aber wahre Geschichten, erzählt von der Geigerin Carolin Widmann, dem Cellisten Jean-Guihen Queyras und dem Blockflötisten Maurice Steger. In der Sendung kommen noch viele weitere prominente Künstler zu Wort, mit erstaunlichen Erlebnissen.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Die neue Wohnungsfrage oder: Wie aus Immobilien Anlageprodukte werden

Von Barbara Eisenmann

Wohnungen sind Mangelware geworden. Seit einigen Jahren schießen die Preise für Mieten und Immobilien in den Städten in die Höhe. Selbst die Deutsche Bundesbank warnt inzwischen vor einer Immobilienblase. Und es stellen sich Fragen: Warum sind Wohnungen überhaupt zu Finanzprodukten geworden und Häuserblasen offenbar zum Normalzustand? Wie können lokale Wohnungsmärkte zum Spielball globaler Finanzakteure werden? Was macht den deutschen Markt für internationale Anleger so attraktiv? Und haben wir es mit einer Blase zu tun, die irgendwann platzen wird?

 

Mittwoch, 01. März 2017

 

Querköpfe  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Mama Bavaria kann auch mal streng sein

Luise Kinsehers fulminante Figurenszenarien

Von Regina Kusch und Andreas Beckmann

Vor einem Jahr brachte sie in der Rolle der Mama Bavaria die CSU-Granden auf die Palme, als sie ihnen beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg für ihre Flüchtlingspolitik die Leviten las. So viel Schärfe hätte kaum jemand von Luise Kinseher erwartet, die sich selbst gar nicht als politische Kabarettistin im klassischen Sinne betrachtet. In ihrem aktuellen Bühnenprogramm ›Ruhe bewahren‹ karikiert sie subtil die atemlose Gesellschaft, in der sie ihre To-do-Liste abarbeitet: Mama anrufen, einkaufen, fürs Alter vorsorgen und einen neuen Mann finden. Dabei wechselt sie ständig die Rollen, mal selbstbewusst und sexy, mal betrunkene Hausfrau.

 

Hörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Träumen

Von Koraljka Meštrović

DKultur 2008/43’23

Ihr Mann glaubt nicht an Träume. Er glaubt, dass Pläne wahr werden. Aber sie hatte schon als Mädchen diese Träume, die immer eintrafen. Gut oder böse, stets kam es genau so. Die Kinder nannten sie Hexe. Sie hatten Angst, sie könnte ihre Geheimnisse erraten: Verlust der Unschuld, Schulschwänzerei, erste Zigaretten. »Ich bin doch kein Geheimdienst«, sagte ich. Sie sahen mich misstrauisch an und versteckten Zigaretten und Kondome im Hydrantenkasten.

 

Donnerstag, 02. März 2017

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Die besten Anwendungen für Smartphones – Wirklich appgefahren

Am Mikrofon: Benjamin Hammer

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

Informieren und organisieren, fotografieren und spielen: In den App-Stores von Smartphones werden Millionen der kleinen Computerprogramme angeboten, manche gegen Geld, manche gratis. Welche Apps sollten zur Grundausstattung gehören? Ist gratis auch wirklich kostenlos? Wo lauern die Kostenfallen? Und wie kann ich jene Anwendungen kontrollieren, die es auf meine Daten abgesehen haben? Benjamin Hammer und seine Experten und Expertinnen beantworten Ihre und unsere Fragen und bringen Ordnung in die manchmal unübersichtliche Welt der Applications – pünktlich zum Abschluss der Mobilfunkmesse in Barcelona.

 

JazzFacts  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

»Jeden Abend kann etwas Neues entstehen«

Der Schlagzeuger Fabian Arends

Von Anja Buchmann

Schaut man sich den Konzertplan des jungen Schlagzeugers Fabian Arends an, so sieht man gut gefüllte Zeilen. Er hat viel zu tun, der 26-jährige Wahlkölner, der seit seinem Hochschulstudium bei Michael Küttner und Jonas Burgwinkel in der Domstadt lebt. Arends geht mit dem Saxofonisten Jason Seizer, dem Pianisten Jürgen Friedrich, der Posaunistin Shannon Barnett sowie in eigenen Formationen auf Tour; in Triobesetzung hat er kürzlich die CD ›Last Chance Danke‹ mit Neuinterpretationen von Jazzstandards veröffentlicht. Fast zeitgleich erscheint die Quartettproduktion ›Levitate‹, mit der Fabian Arends sein filigranes, bewegliches und farbenreiches Spiel demonstriert, ohne dabei den Gesamtklang aus den Ohren zu verlieren.

 

Freitag, 03. März 2017

 

Lied- und Folkgeschichte(n)  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Die Grenzgänger

Lieder von Liebe und Rebellion

Von Thekla Jahn

Ohne Leidenschaft sind weder Liebe noch Rebellion denkbar und auch kein Programm der Grenzgänger. Das Quartett um den Bremer Liedermacher Michael Zachcial hat sich tief in Archive mit deutschem Volksliedmaterial vergraben. Dabei stießen die Musiker auf Liebesgeschichten aus acht Jahrhunderten und haben sie in zeitgeschichtlich relevante Songs verwandelt: ›Brot und Rosen‹ nennen sie ihre Kulturreise in die deutsche Vergangenheit, bei der sich Volkslieder zu Großstadt-Chansons mausern, Kammermusik auf Swing, Folk und Jazz trifft und das Poesiealbum zur Fundgrube kabarettistischer Lieder wird.

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Zhuangzi’s Cup of Tea

Von Arsenije Jovanović

DKultur 2017/ca. 54’30

(Ursendung)

Als die Frau des chinesischen Philosophen Zhuangzi starb, trommelte er auf einem Bottich herum und sang. Denn der Tod war für ihn nur ein Übergang von vielen. Rund zweieinhalb Jahrtausende später saß Arsenije Jovanović nachts in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse. ›Zhuangzi’s Cup of Tea‹ besteht ausschließlich aus Klängen von Küchenutensilien – doch ist diese Information überhaupt relevant? Beschränkt sie nicht vielmehr die Vorstellungskraft der Hörer? »Möglich«, antwortet der Klangkünstler sich selbst, »doch dieses Wagnis gehe ich hiermit ein.«

 

Samstag, 04. März 2017

 

Klassik-Pop-et cetera  •  10:05 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Countertenor Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky nimmt in seinem Fach eine herausragende Rolle ein. Zum einen wegen der außerordentlichen Schönheit und technischen Perfektion seiner Stimme, zum anderen wegen der großen Vielfalt seines Repertoires. Neben Opern und Oratorien des Barock singt der französische Künstler mit Vorliebe Lieder und Chansons seiner Heimat. Ebenso lässt er sich immer wieder Musik für seine Stimme maßschneidern. Philippe Jaroussky gehört seit knapp einem Dutzend Jahren zu den Weltstars der Klassikszene. Am Mikrofon bei ›Klassik-Pop-et cetera‹ verwandelt sich die hohe samtene Stimme des Countertenors in eine angenehm tiefe, da heute ausnahmsweise seine Sprache im Vordergrund steht. Musik gibt es natürlich trotzdem.

 

Lange Nacht  •  00:05 – 03:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Ein ungemeiner Drang nach Erkenntnis

Die Lange Nacht über das Internat Pforta

Von Tobias Barth, Lorenz Hoffmann und Hartmut Schade

Seit 1543 werden in der Landesschule Pforta »würdige und bedürftige Knaben« in »Künsten und Sprachen unterweiset«. Mädchen dürfen erst seit 1949 hier lernen. Das Besondere: Von der 9. Klasse an kommen Mädchen und Jungen nach Pforta, lassen ihren alten Freundeskreis hinter sich und treffen auf andere lernbegeisterte Teens. Sie verbringen Tage und Nächte miteinander, was sie oft mehr prägt als der Schulunterricht. Wie konnte aus einem humanistischen Elitegymnasium eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NAPOLA) werden, wie daraus eine Internatsschule mit Sonderstatus und Schülerselbstverwaltung zu DDR-Zeiten? Die ›Lange Nacht‹ erzählt vom Internatsleben, von berühmten und weniger berühmten Schülern und Lehrern, spürt dem Geist Pfortas nach.

Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23:05 auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

 

Sonntag, 05. März 2017

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kölner Kongress 2017 – Erzählen in den Medien

Zwischengeschichten

Von Kathrin Röggla

»Es ist in diesen Tagen jedenfalls besser, keine Reden zu halten, sondern um sie herumzukommen, indem man Geschichten erzählt«, schreibt Kathrin Röggla im November 2016 in der NZZ. In ihren Vorträgen entwirft Kathrin Röggla den Gedanken, dass im Zeitalter von Populismus, Postfaktischem und Politikberatung die alten Heldengeschichten immer wieder erzählt werden, auch wenn sie über Online-Foren verbreitet und von Algorithmen konstruiert werden. Sie entwickelt die Idee für Zwischengeschichten, für die Konflikte und gesellschaftliches Personal erfunden werden müssen, Zwischenfiguren, die zwischen den Stühlen sitzen, zwischen Dokumentation und Fiktion, zwischen Mündlichem und Schriftlichem. Kathrin Röggla eröffnet das Symposium ›Erzählen in den Medien‹ beim Kölner Kongress 2017 am 10. – 11. März. Ihr Vortrag ist bei ›Essay und Diskurs‹ in einer Vorabfassung zu hören.

 

Musikfeuilleton  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Von der Vision zur Wirklichkeit

Zur Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie

Von Kirsten Liese

Die zehnjährige Baugeschichte voller Höhen und Tiefen ist nun zu einem Abschluss gekommen. Von der verlängerten Bauzeit und den hohen Kosten ist inzwischen kaum mehr die Rede. Schließlich ist die Elbphilharmonie gegen alle Widerstände fertig geworden. Der große Konzertsaal bietet viele akustische und optische Besonderheiten. Entsprechend gebührend wurde er eingeweiht, mit einem Festival, das sich über drei Wochen erstreckte und viele hochkarätige Solisten, Klangkörper und Dirigenten versammelte.

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