Montag, 26. Februar 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Spannungen. Musik im Kraftwerk Heimbach 2017

Werke von Antonín Dvořák, Joseph Fiala, George Gershwin und Ludwig van Beethoven

Musikalische Tiefe und Unterhaltung mit Niveau – das Matinée-Konzert beim Kammermusikfest Spannungen 2017 spiegelt eine Vielfalt der Emotionen und Temperamente. Dem feinsinnigen Charme der ‚Zypressen’ von Antonín Dvořák muss man einfach erliegen, denn hier begegnet uns pure Melodienseligkeit. Das kurzweilige Trio für Violine, Violoncello und Fagott des böhmischen Komponisten Joseph Fiala lässt in origineller Frische den höfisch-galanten Stil des 18. Jahrhunderts aufleben. Dvořáks ,Waldesruhe’ für Cello und Klavier lädt noch einmal zum Träumen ein, bevor dann George Gershwins drei Préludes für Saxofon und Klavier prickelnde Jazzatmosphäre verbreiten. Und am Schluss steht dann mit Ludwig van Beethovens ,Erzherzog-Trio’ eine Ikone der Kammermusik mit Klavier, Musik für die Ewigkeit.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Keine Antwort auf emotionale Fragen“

Sexualkunde zwischen Pornos und Fortpflanzungsgrundlagen

Von Katja Bigalke

Es ist kaum zu vermeiden: Schüler mit Zugang zu Smartphones oder Computern finden mühelos durch ein paar Klicks Zugang zu Sexfilmen. Das Durchschnittsalter, in dem Jungen und Mädchen Pornografie entdecken, liegt mittlerweile bei 14 Jahren. Also deutlich vor dem ersten Sex, den Jugendliche im Schnitt mit etwa 16 Jahren erleben. Verändert das ihre Vorstellung von Liebe? Welche Rolle kann Aufklärung hier spielen? Und welche Inhalte werden eigentlich wann an den Schulen vermittelt? Fragen, die gar nicht leicht zu beantworten sind, gehen doch nicht nur die Vorstellungen von Lehrern und Eltern oft weit auseinander.

 

In Concert · 20.03 – 21.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

27. Rudolstadt-Festival

Mr. Zarko And Band

Žarko Jovaševic alias Mr. Zarko stammt aus dem südserbischen Cacak, nur wenige Kilometer entfernt von dem kleinen Städtchen Guca, in dem seit 1961 das legendäre Trompetenfestival mit Hunderttausenden Besuchern und damit die größte Party des Balkans stattfindet. Mr Žarko nennt dieses Phänomen folkloristical madness, eine ganz spezielle Form des Wahnsinns, die er vor einigen Jahren mit nach Berlin brachte. Hier kreierte er seinen eigenen Gypsy-Balkan-Mix, in dem er seine selbstgeschriebenen „Lieder von Lachen, Schmerz, Tanz und Tränen“ auf die Bühne bringt. Unterstützt wird er dabei von Musikern aus Bulgarien, Rumänien und Deutschland.

 

Dienstag, 27. Februar 2018

Musikszene · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Ködern mit bekannten Klängen

Neue Forschungen zu Rechtsextremismus und Musik

Von Dagmar Penzlin

Rechtsextremismus nutzt viele musikalische Masken. Ist die sogenannte Schulhof-CD als Propagandamittel schnell zu erkennen, bedienen sich aktuell rechtsextreme Gruppierungen und Strömungen geschickt unterschiedlichster Musikstile. Selbst Filmmusiken etwa von Howard Shore aus der Trilogie ‚Herr der Ringe’ oder aus dem Science-Fiction-Blockbuster ‚Matrix’ stehen Pate für Stücke, die vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene Anreiz schaffen sollen. Musik gilt den rechtsextremen Vordenkern als idealer Türöffner zur fremdenfeindlichen Szene. Welche Formen von rechtsextremer Musik gibt es? Wie müssen solche Kompositionen beschaffen sein, damit sie funktionieren? Und was können Musikwissenschaft und Musikpädagogik leisten, um aufzuklären?

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Universum JSB

Die „Alte Perücke“ beim Unterrichten belauscht

Bachs Schüler packen aus

Von Michael Maul

Die Nachwelt geht vor Johann Sebastian Bachs Werken in die Knie – und wüsste gern mehr über ihn, seine Aufführungspraxis, seinen Charakter, seine Vorlieben, seine Stärken und Schwächen. All dieses Wissen hatten Bachs Privatschüler. Bach hatte gut 100 davon, darunter allein fünf ambitionierte Söhne. Sie alle wussten über Bach, was die Forschung heute mühsam zu rekonstruieren versucht. In einem Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung verfolgen Wissenschaftler des Bach-Archivs derzeit systematisch die Lebenswege der Bach-Schüler. Sie suchen in hinterlassenen Dokumenten und Kompositionen nach Antworten zu all jenen Fragen über Bach. Michael Maul bietet in einem neuen Teil seiner Reihe ‚Universum JSB’ Einblicke in die Ergebnisse der Studie.

 

Mittwoch, 28. Februar 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

„Germanistik ist heilbar” – oder nicht?!

Der Kabarettist und Poetry Slammer Philipp Scharrenberg

Seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er in seiner Heimatstadt Bonn nach einem traditionellen Sankt-Martins-Umzug. Während die anderen Kinder von Tür zu Tür gingen, Lieder sangen und dafür mit Süßigkeiten belohnt wurden, präsentierte Philipp Scharrenberg mit Sonnenbrille und Ghettoblaster seinen St.-Martins-Rap. Bekannt wurde er als Scharri auf den Poetry Slams in Deutschland. 2009 gewann er den National Poetry Slam in Düsseldorf, die offiziellen Meisterschaften der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene und 2010 den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg. Doch so reibungslos verlief der Übergang vom Poetry-Slam zur Kleinkunst nicht. Zu unterschiedlich sind die beiden Szenen, ihre Regeln und Erwartungshaltungen. Inzwischen ist er mit seinem dritten Programm unterwegs: „Germanistik ist heilbar“.

Hörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Gegen den Tod

Nach ‚Das Buch gegen den Tod’

Von Elias Canetti

DKultur 2016/58’30

„Wir müssen böse sein, weil wir wissen, dass wir sterben. Wir wären noch böser, wenn wir von Anfang an wüssten, wann”, sagt der Philosoph. Neben ihm geben IchundEr, ein Historiker, ein Ungläubiger, eine Erzählerin, ein Ironiker, eine junge Frau, ein Künstler und ein Kind den „zerstreuten und widersprüchlichen” Aufzeichnungen Canettis eine Stimme. Canetti begann im Zweiten Weltkrieg, seine Gedanken in Grotesken, Tiraden und fantastischen Aphorismen „gegen den Tod” aufzuschreiben. An diesem Buch schrieb er lebenslang, ohne es zu veröffentlichen.

 

Donnerstag, 1. März 2018

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Reflektierte Virtuosität

Der Geiger Franco Gulli (1926 – 2001)

Von Norbert Hornig

Er war einer der bedeutendsten und vielseitigsten italienischen Geiger der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der aus Triest stammende Franco Gulli machte sich einen Namen als Solist, Kammermusiker und Lehrer, er konzertierte weltweit. Mit seiner Frau, der Pianistin Enrica Cavallo, bildete er ein festes Duo, zusammen lebten sie seit 1972 in den USA. Gulli war ein brillanter Geiger, der alle Raffinessen des Instrumentes beherrschte, seine Ersteinspielung des fünften Violinkonzertes von Niccolò Paganini erregte großes Aufsehen. Als Violin-Pädagoge genoss Gulli einen exzellenten Ruf. Er war u.a. Mitglied der Accademia di Santa Cecilia in Rom und lehrte als Professor an der Indiana University in Bloomington. Darüber hinaus gab er Meisterklassen in aller Welt und war regelmäßig als Juror bei den großen internationalen Violin-Wettbewerben anzutreffen.

Chormusik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Mit den Deutschen fing es an“

Die estnische Chortradition und 100 Jahre Unabhängigkeit

Von Wolfgang Meyering

Am 24. Februar 1918 erklärte Estland die Unabhängigkeit von Sowjetrussland. Einen wichtigen Anteil an der Ausbildung einer estnischen Identität hatten die zahlreichen Chöre des Landes. Als Vorbild für die estnischen Chöre dienten die ‚Liedertafeln’ der Baltendeutschen in Estland. Das erklärt auch, warum man dort so viele Melodien deutscher Volkslieder findet. Es war der Anfang der Entwicklung zu einer estnischen Identität, mit Hilfe der Chöre und Sängerfeste. Bis heute sind die Chöre so etwas wie das musikalische Herz des baltischen Landes.

 

Freitag, 2. März 2018

Mikrokosmos · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

021 Kölner Kongress 2018

Von Anna Panknin

Der Kölner Kongress am 2. und 3. März im Deutschlandfunk befasst sich auch in diesem Jahr mit dem Erzählen in den Medien. Zahlreiche Medienmacherinnen und -macher, Künstler, Autoren und Journalisten treffen sich zu einem Austausch über aktuelle mediale Formen des Erzählens im Radio, Film und Netz. Zwei Radio-Performances im Kammermusiksaal zeigen künstlerisch und dokumentarisch den Umgang mit Virtual Reality, Sound und Text. Ob neue Podcasts, neue Erzähltheorien, neue Ansätze für Literatur und Inszenierung, gemeinsam mit der Kunsthochschule für Medien Köln KHM entsteht ein Kongress der vielfältigen Betrachtung, den Anna Panknin in ihrer Reportage in den Tagen des Aufbaus begleitet.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zhuangzi’s Cup of Tea

Von Arsenije Jovanović

Deutschlandfunk Kultur 2017/37’03

Als die Frau des chinesischen Philosphen Zhuangzi starb, trommelte er auf einem Bottich herum und sang. Denn der Tod war für ihn nur ein Übergang von vielen. Rund zweieinhalb Jahrtausende später saß Arsenije Jovanović nachts in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse. ‚Zhuangzi’s Cup of Tea’ besteht ausschließlich aus Klängen von Küchenutensilien – doch ist diese Information überhaupt relevant? Beschränkt sie nicht vielmehr die Vorstellungskraft der Hörer? „Möglich”, antwortet der Klangkünstler sich selbst, „doch dieses Wagnis gehe ich hiermit ein.”

 

Samstag, 3. März 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Anpfiff ohne die Azzuri – Italien zwischen Wahlen und verpasster WM

Reportagen von Kirstin Hausen

Es war ein Paukenschlag und ein Albtraum. Kein Italiener hätte gedacht, dass Italien die Weltmeisterschaft 2018 verpassen könnte. Die Azzuri haben sich nicht qualifiziert. Nach 60 Jahren findet das größte Sportereignis der Welt ohne sie statt. Die italienischen Medien sprechen von unerträglicher Schande, von Apokalypse. Das Land, das sich wie kaum ein anderes über den Fußball identifiziert, steht ratlos da. Gute Spieler, aber kein Konzept. Das Gleiche gilt für die Politik. Die Regierungschefs werden nach dem Ende der Ära Berlusconi wieder so schnell ausgewechselt wie die Fußballtrainer, auch so gerät das Land immer mehr ins Abseits. Was ist los in Bella Italia?

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Tom Kummer – Händler der vielen Wahrheiten

Von Lorenz Schröter

Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 54’30

(Ursendung)

In den 90er-Jahren interviewte der Schweizer Autor die berühmtesten Hollywoodstars für die besten Magazine. Dann flog auf: alles gefälscht, alles ausgedacht. Riesenskandal. 2017 war er wieder da. Wieder kam raus: abgeschrieben. Tom Kummer hat die Berliner Mauer angezündet, war bei Koka-Bauern und den Tamil Tigers, arbeitete als Tennislehrer, schrieb ein obszön brillantes Buch über den Tod seiner Frau. Ist der berüchtigte Journalist Lügner, Angeber oder Überzeugungstäter? Eine Suche nach der verlorenen Wirklichkeit.

 

Sonntag, 4. März 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Wut

Über ein explosives Gefühl

Von Sabine Fringes

Deutschlandfunk 2018

Dem einen kommt die Galle hoch, dem anderen platzt der Kragen. Das unerträgliche Gefühl von Wut kennt jeder, doch die Auslöser dafür sind unterschiedlich – ebenso wie der Umgang damit: Es gibt Menschen, die ihren Ärger verdrängen, andere, die ihm schamlos Luft machen. Manche wissen ihre Wut professionell einzusetzen: Kabarettisten wie Mathias Egersdörfer oder Gernot Hassknecht bringen mit ihren Ausbrüchen das Publikum zum Toben. Und manch ein Politiker – wie jener Mann aus Übersee mit der blondgefärbten Föhnfrisur – bestritt damit sogar einen erfolgreichen Wahlkampf. Die Sendung widmet sich der Wut mit ihren Schatten- und Lichtseiten.

Hörspiel · 18.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Hexenland

Von Christian Schiller und Marianne

Wendt unter Verwendung von Prozessmitschnitten des NDR 1955

Deutschlandfunk Kultur 2017/ca. 89’

(Ursendung)

Sarzbüttel 1955. Originalaufnahmen eines Prozesses wegen Verleumdung und fahrlässiger Körperverletzung gegen einen „Bannmeister” verweben sich mit der teils fiktiven Geschichte von zwei jungen Frauen. Die Bauerntochter Doris freundet sich mit dem Flüchtlingsmädchen Gerda an. Als im Dorf ein unerklärliches Viehsterben beginnt, behauptet der „Bannmeister“, dass niemand anderes als die sudetendeutschen Flüchtlinge schuld daran sind. Die veränderten Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg verunsichern die Menschen. Man braucht Sündenböcke. Und am Ende wird ein unbedachtes Wort Gerda das Leben kosten. Ein Bericht aus einem gar nicht fernen Deutschland, in dem Beschwörungen und Aberglaube noch halfen. Und in dem Flüchtlinge vor verschlossenen Türen standen.

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.