Hörfunktipps KW 6 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 06. Februar 2017

 

Musik-Panorama  •  21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

  1. Raderbergkonzert 2016/17

Werke von Franz Schubert, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Peter Tschaikowsky

Günther Groissböck, Bass

Gerold Huber, Klavier

Am Mikrofon: Johannes Jansen

Der ›Erlkönig‹, Franz Schuberts ›Opus 1‹, oft nachgeahmt und doch in seiner Wirkung unerreicht. Allein Goethe wollte von der Vertonung seiner Ballade durch das Junggenie aus Wien nichts wissen. Jedenfalls schickte er das ihm mit Widmungsabsicht übersandte Werk ohne Kommentar zurück. Den Erfolg der Musik, die sich bald untrennbar mit dem Text verband, hat es nicht aufgehalten, ebenso wenig den Aufstieg Schuberts zum Liedkomponisten schlechthin. Den Spuren des ›Erlkönigs‹ und seines Schöpfers, die sich auch durch das Schaffen anderer Komponisten im 19. Jahrhundert ziehen, folgten Günther Groissböck, Bass, und Gerold Huber, Klavier, am 17. Januar beim ›Raderbergkonzert‹ im Deutschlandfunk Kammermusiksaal.

 

Freispiel  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Wer ist das Volk?
Ein Feature über Fremdenfeindlichkeit im Osten
Von Thomas Gaevert
Regie: Ulrich Lampen
SWR 2015/53′
Sie kamen als Vertragsarbeiter aus Vietnam, Mosambik, Angola und anderen ›Bruderländern‹ in die DDR. Doch von sozialistischer Solidarität war wenig zu spüren, die Migranten wurden abgeschottet. Kam es dennoch zu Begegnungen mit Einheimischen, gab es Vorbehalte, Diskriminierungen und Konflikte. Liegen hier die Ursachen für eine Form von Fremdenfeindlichkeit, die sich durch enttäuschte Hoffnungen nach der Wende noch verstärkt hat? Führt von hier ein Weg zur Pegida-Bewegung?

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

»Der Feind meines Feindes ist mein…Nachbar«

Was Gemeinschaften trennt und verbindet

Von Ofer Waldman

Wie sieht sie aus, die vielzitierte Gentrifizierung in den Großstädten? Doch wohl so, dass Besserverdienende in sozial schwache Gegenden ziehen, die dann später zu Szenenvierteln werden, und dort die alteingesessenen Anwohner, nicht selten mit Migrationshintergrund, verdrängen. Ein genauerer Blick verrät jedoch, dass die soziale Trennlinie keineswegs mit der Unterscheidung nach der Herkunft übereinstimmt. In Berlin-Neukölln zum Beispiel lebten in den sozialen Brennpunkten über viele Jahre Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in einer eher durch Feindschaft gekennzeichneten Nachbarschaft. Nun aber sehen sie sich plötzlich im selben Boot und werden von der Welle der Gentrifizierung erfasst. Verbindet nun das Soziale mehr, als das Ethnische trennt?

 

 

Dienstag, 07. Februar 2017

 

Das Feature  •  19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Zwischen den Fronten

Kurdische Abgeordnete werden bedroht

Von Michael Enger

Regie: Matthias Kapohl

DLF/NDR/SWR 2017

In der Türkei wurde die Immunität von mehr als einem Viertel der Parlamentsabgeordneten aufgehoben. Staatspräsident Erdogan möchte vor allem die Vertreter der kurdischen HDP aus dem Parlament drängen. Unter ihnen sind auch drei Abgeordnete, die aus Deutschland stammen. Ziya Pir, Ali Atalan und Feleknas Uca hatten sich 2015 in der Türkei zur Wahl gestellt, um mitzuhelfen, eine friedliche Lösung in dem seit Jahrzehnten anhaltenden Kurdenkonflikt zu finden. Doch die neue Eskalation der Gewalt hat ihre guten Absichten überrollt. Es ist zu befürchten, dass die Aufhebung der Immunität nur ein erster Schritt ist bei der Strafverfolgung der demokratisch gewählten Kurdenvertreter. Das Feature berichtet über die Folgen des wieder aufgeflammten Krieges in den Kurdengebieten und wirft auch ein Schlaglicht auf die Folgen des gescheiterten Militärputsches.

 

Konzert  •  20:03 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Protestantische Kirche, Kirchheim

Christoph Graupner

Epiphanias-Kantaten für Solisten, obligate Solo-Instrumente, Streicher und Basso continuo

In rund einem halben Jahrhundert schuf Christoph Graupner mehr als sieben Mal so viele Kantaten wie Johann Sebastian Bach. Den Darmstädter Hofkapellmeister Graupner mit einigen seiner vergessenen Kompositionen wieder in das Bewusstsein der Musikfreunde zurückzuholen, ist das erklärte Ziel des Kirchheimer BachConsorts. Graupner, der sich zur Oper berufen fühlte, hat dennoch unzählige Kantaten komponiert. Thomaskantor Bach, der im geistlichen Fach zu Hause sein musste, offenbarte dann und wann auch in weltlichen Werken seine Fertigkeiten im opernhaften Stil. Das Konzert in Kirchheim vereint also Werke, die nicht im eigentlichen Betätigungsfeld ihrer Schöpfer lagen, und stellt darüber hinaus dem Publikum unbekannte Werke von Christoph Graupner vor.

 

 

Mittwoch, 08. Februar 2017

 

Spielweisen  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Die Harfenistin Anneleen Lenaerts und der Klarinettist Dionysis Grammenos über Franz Schuberts ›Sonate für Arpeggione und Klavier‹

Am Mikrofon: Christoph Schmitz

Sie ist eine der bekanntesten Kompositionen von Franz Schubert, die ›Sonate für Arpeggione und Klavier‹, obwohl das dreisätzige Stück so gut wie nie auf einem Arpeggione gespielt wird, diesem Zwitterding aus Violoncello und Gitarre. Heute übernimmt den Part des Arpeggione meist ein Cello oder eine Bratsche. Eine Klarinette eigentlich nie, und dass dann noch das Klavier durch eine Harfe ersetzt wird, ist schon extravagant. Doch die Soloharfenistin der Wiener Philharmoniker, Anneleen Lenaerts, und der Klarinettist und Dirigent Dionysis Grammenos, haben es im Deutschlandfunk Kammermusiksaal gewagt. Im Gespräch mit Christoph Schmitz haben sie die Arpeggione-Sonate unter die Lupe genommen. In der zweiten Hälfte der Sendung spielen sie die vollständige Komposition.

 

Länderreport  •  13:30 – 14:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Auf dem zweiten Weg – 170 Jahre Volkshochschule
Von Maximilian Klein
»Dann mach doch einen Kurs in der Volkshochschule«. Ein bisschen pikierlich wird über diesen Ort gesprochen. Dabei ist die Volkhochschule eine Bildungsinstitution par excellence. Und das seit 170 Jahren! Die Volkshochschulen haben sich mit dem Zeitgeist gewandelt. ›Berufsbegleitendes Abitur – kostenlos‹ steht heute als Kernprogramm bei so ziemlich allen VHS der Republik auf dem Plan. In politisch brisanten Zeiten übernehmen die Volkshochschulen aber auch eine zentrale Bildungsaufgabe in Form von Deutschunterricht für Flüchtlinge. Volkshochschulen spiegeln das ganze Spektrum der Gesellschaft. Höchste Zeit, diesem Ort mal einen längeren Besuch abzustatten.

 

Donnerstag, 09. Februar 2017
Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk
Smart Home: Vernetztes Traumhaus oder gefährlicher Albtraum?
Am Mikrofon: Stefan Römermann
Per Smartphone von unterwegs die Heizung zu Hause hochdrehen oder mal eben die Blumen per App gießen?! Alles kein Problem im intelligenten, vernetzten Haus. Wie ausgereift und einbruchsicher sind solche intelligenten Haussysteme? Kann ich mich als Verbraucher gegen Angriffe von Cyberkriminellen schützen? Wer haftet bei Softwarefehlern? Wie steht es um den Datenschutz im Smart Home? Und worauf sollte ich gegebenenfalls beim Kauf achten? Über unsere und Ihre Fragen spricht Stefan Römermann mit Verbraucherschützern und Internetexperten.
Hörertel.: 00800.4464 4464
marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Neue Musik  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik
Radialsystem V
Jennifer Walshe
›All the Many Peopls‹ für Solostimme, DVD und Elektronik (2011)
Jennifer Walshe, Stimme
Mehr als jedes Instrument ist die Stimme Träger individuellen, unverwechselbaren Ausdrucks, und das nicht nur im rein musikalischen Kontext. Das Festival Ultraschall Berlin, veranstaltet von Deutschlandradio Kultur und kulturradio vom rbb, stellt in diesem Jahr die Stimme in den Mittelpunkt. In Jennifer Walshes Solo-Performance ›All the Many Peopls‹ komponiert und verdichtet die irische Vokalartistin die alltägliche Überdosis nutzbringenden und nutzlosen Wissens via Internet zu einem atemberaubenden Panorama der alltäglichen Ungeheuerlichkeiten, des Monströsen im allzu Bekannten. Hochkultur verbrüdert sich mit Trash – der ganze Irrsinn informationeller Überflutung wird ästhetisch-musikalisch erfahrbar gemacht in der intensiven körperlichen Präsenz, mit der Jennifer Walshe agiert.

 

 

Freitag, 10. Februar 2017

 

On Stage  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Gabacho Maroc

Die Fusion lebt!

Aufnahme vom 8.7.16 beim Rudolstadtfestival

Am Mikrofon: Jan Tengeler

Mit ihrer energiegeladenen Spielfreude reißt die Band um Perkussionist Vincent Thomas alle Aufmerksamkeit des Publikums an sich. Rhythmische Vielfalt, ausdrucksstarker Wechselgesang und markige Bläsersätze bestimmen die Konzerte der achtköpfigen Formation. Die Musiker stammen aus dem Norden Afrikas und dem Süden Europas. Grenzen lassen sie nicht gelten, Fusion wird gelebt. Und so treffen Rock und Flamenco aufeinander, Jazz und marokkanische Musiktraditionen – von den Berbern bis zu den Gnawa.

 

Einstand  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Mitreißende Energie
Die Junge Bläserphilharmonie aus NRW
Von Sylvia Sytermans
Blasorchester?! Das klingt nach krachenden Lederhosen und zünftiger Volksmusik. Doch mit dem Klischee hat die Junge Bläserphilharmonie nichts gemeinsam. Das sinfonische Blasorchester spielt mitreißende Arrangements aus allen Stilen und Epochen, originale Werke von Beethoven bis Verdi sowie zeitgenössische Komponisten. 14 bis 24 Jahre sind die Mitglieder des nordrhein-westfälischen Jugendorchesters alt. Seit ihrer Gründung vor 30 Jahren gehört die Junge Bläserphilharmonie zu den besten jungen sinfonischen Blasorchestern in Europa.

 

 

Samstag, 11. Februar 2017

 

Atelier neuer Musik  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Ohne Hokuspokus

Die elektroakustische Musik von Patricia Alessandrini

Von Barbara Eckle

Augenzwinkernd fragt Patricia Alessandrini, ob das Klischee, neue Technologie sei Männersache, je Gültigkeit hatte. In ihrem Stück Parlour Sounds etwa bewegt sich eine Sängerin zwischen Haushaltsgeräten der 60er-Jahre wie in einem heimischen Wohnzimmer. Hinter dem spielerischen Ansatz der jungen Italienerin stecken indes innovative Klangforschungen mittels neuster Technologie.
Alessandrinis Affinität für neuste Technologie tut auch ihrem Interesse für Musik der Vergangenheit keinen Abbruch. Mozart, Palestrina, Couperin und Purcell jagen wie klingende Geister durch ihre elektroakustischen Kompositionen.

 

Lange Nacht  •  00:05 – 03:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Der Blick des Fotografen
Eine Lange Nacht mit Henry Maitek
Von Monika Künzel und Thomas Linden
Der 16. April 1945 ist der Tag der zweiten Geburt des Henry Maitek (1924 – 2007). Eine viereinhalbjährige Odyssee durch mehrere Konzentrationslager des Nazi-Regimes ging für den jüdischen Häftling an diesem Tag unweit von Buchenwald zu Ende. Nach der Befreiung durch die US Army gehörte sein Leben ganz der Fotografie. Mit der legendären Rolleiflex Planar 2,8 dokumentierte Maitek die Entwicklung Europas und der USA nach der großen Katastrophe. Hass und Bitterkeit hat er schon früh abgelegt, aber er erinnert sich noch genau an die Welt der Lager, an den Kampf um die eigene Würde und an Momente tätiger Hilfe. Anhand persönlicher Erlebnisse und mit dem subtilen Blick dieses außerordentlichen Fotografen entsteht hinter den historischen Fakten die Lebenswirklichkeit von Menschen, deren Wünsche und Träume uns nicht fremd sind.
Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23:05 auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

 

Sonntag, 12. Februar 2017

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Privileg, Zwang, Identität

Der Mensch als Staatsbürger

Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Die Staatsbürgerschaft – eine Zuschreibung, die die Rechte und Pflichten eines Menschen in einem Staat regelt – ist ein Privileg, aber auch ein Zwang. Und ein Teil der Identität eines Menschen. Wer keine hat, ist gefährdet, gilt als gefährlich und muss auf alle Rechte verzichten. Während die Mehrzahl der Menschen in den entwickelten Demokratien vergleichsweise entspannt und selbstverständlich mit ihrer Staatsbürgerschaft umgeht, gibt es von rechts wie von links Widerstände. Das Konzept der Staatsbürgerschaft hat eine Geschichte, deren große Zeit parallel zur Entwicklung der Nationalstaaten verläuft, und eine durchaus konfliktreiche Gegenwart, in der eine ›falsche‹ Staatsbürgerschaft über Leben und Tod entscheiden kann. Welche Zukunft hat das Konzept Staatsbürgerschaft?

 

Kakadu  •  08:05 – 09:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Hörspieltag
Mr. Handicap
Von Thilo Reffert
DKultur 2016/49’53
(Ursendung)
Moderation: Patricia Pantel
Wenn aus einer normalen Schulklasse eine i-Klasse, eine Inklusionsklasse wird, ist es normal, dass alles anders wird. Vincent leidet unter angeborener Gelenksteife und hat noch ein paar andere Handicaps auf Lager. Seit diesem Schuljahr besucht er eine Regelschule, wo sich Lehrer und Kinder alle Mühe mit der Inklusion geben. Jedes Kind war schon einmal Pate für Vincent, jedes Kind – außer Hannes. Doch eines Tages erwischt es auch Hannes und er darf für eine Woche Vincents Pate sein. Anfangs sieht Hannes in Vincent nur die Behinderung. Doch dann entdeckt er an Vincent auch andere Seiten, einen total unbehinderten Humor zum Beispiel. Fast sieht es so aus, als könnten sie ziemlich gute Freunde werden.

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