Hörfunktipps KW 50 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und Dradio Wissen

Die Radiotipps in der Übersicht für alle Kultursender des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sowie Ö1 und SRF 2.

Montag, 12. Dezember 2016

 

Musik-Panorama  •  21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Ludwigsburger Schlossfestspiele 2016

Russische Impressionisten

Werke von Sergej Rachmaninow, Dmitrij Schostakowitsch, Alexander Skrjabin und Sergej Prokofjew

Boris Giltburg, Klavier

Am Mikrofon: Klaus Gehrke

Zu Russland hat der israelische Pianist Boris Giltburg enge Beziehungen – denn er wurde 1984 in Moskau geboren. Mit dem Zusammenbruch der damaligen Sowjetunion verließ die Familie das Land und ließ sich in Tel Aviv nieder. Zwar hat Giltburg viele Lieblingskomponisten, etwa Schumann, Liszt oder Grieg, dessen Sonate er auf seiner Debüt-CD aufnahm; daneben schätzt er ebenso Rachmaninow, Schostakowitsch oder Prokofjew. Das Programm seines Klavierabends bei den diesjährigen Ludwigsburger Schlossfestspielen am 12. Juni im prachtvollen Ordenssaal überschrieb der Pianist denn auch mit ›Russische Impressionen‹.

Freispiel  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Man down

Hörspiel von André Pilz

Hörspielbearbeitung und Regie: Elisabeth Putz

Ton: Rudolf Grosser

NDR 2016/53’10

Kai ist 25 Jahre und nach einem Arbeitsunfall am Ende: Er findet keinen Job, ist permanent auf Alkohol und Drogen und steht bei kriminellen Dealern tief in der Kreide. Er könnte seine Schulden abarbeiten, wenn er als Drogenkurier in den Ring steigen würde. Hat er eine Wahl? Immer tiefer gerät Kai in einen Strudel, der ihn abwärts zieht. Und ob ihn die Liebe daraus retten kann, ist mehr als fraglich, denn die junge Frau, der er sich in aller Radikalität verschreibt, ist definitiv nicht das, was sie zu sein scheint.

 

Kriminalhörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Van Goghs Schweigen

Von Christoph Prochnow

Regie: Andrea Getto

DKultur 2015/53’08

Im Spätsommer des Jahres 1897 erhält Kommissar Joubert von der Witwe des Kunsthändlers Theo van Gogh einen Brief, in dem ein gewisser René Secretan beschuldigt wird, den Bruder des Kunsthändlers, den berühmten Maler Vincent van Gogh, ermordet zu haben. Die Polizei ging sieben Jahre zuvor von einem Selbstmord oder Unfall aus. Vor allem, weil der Maler bis zu seinem Tod beteuerte, selbst Hand an sich gelegt zu haben. Nun wird der Fall neu aufgerollt.

 

 

Dienstag, 13. Dezember 2016

 

Musikszene  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Auf fremdem Terrain

Wenn die U- zur E-Musik wird

Von Peter Krause

Wenn Hip-Hop, Techno, Pop, Rock oder elektronische Dance-Musik auf E-Musik treffen, entsteht Crossover. Klassische Streicher begleiten die Originalsongs aus der U-Musik, Rapzeilen oder Poprefrains werden untermalt von einem Orchester. Doch wie hört es sich an, wenn die ursprüngliche Form komplett verschwindet und ein Stück aus der digitalen Welt in die analoge transportiert wird? Der Komponist Gregor Schwellenbach hat Kompositionen des Labels für elektronische Musik Kompakt neu arrangiert und sie mit klassischen Instrumenten einspielen lassen, und der House-Produzent und DJ Martin Stimming führte sein Stück ›November Morning‹ mit einem Orchester auf. Ähnliche Wege gehen auch der schwedische Arrangeur und Dirigent Hans Ek, der französische Pianist Maxence Cyrin und der deutsche Pionier der House-Musik-Szene Henrik Schwarz.

 

Alte Musik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Fortunato Santini, ein leidenschaftlicher Sammler Alter Musik

Von Helga Heyder-Späth

»Die Alte Musik ist die Leidenschaft meines Lebens« hat Fortunato Santini einmal von sich gesagt. Anfang des 19. Jahrhunderts machte sich Santini in den Kirchen- und Privatarchiven Roms gezielt auf die Suche nach Renaissance- und Barockmusik. Über die Jahre trug er eine atemberaubende Sammlung zusammen, in der musikalische Raritäten neben berühmten Werken von Palestrina, Lasso, Monteverdi, Corelli, Händel und Bach zu finden waren. Santini gewährte zwar jedem Interessierten Einblick, erstellte Kopien, aber trennen konnte er sich nicht von seinen musikalischen Schätzen. Erst 1853 gelang es einem Kleriker namens Bernhard Quante, den alternden Abbate davon zu überzeugen, seine rund 20 000 Musikmanuskripte und -drucke nach Münster zu verkaufen – mit der Auflage, dass sie die weite Reise über die Alpen erst nach Santinis Tod antraten. 1862 kam die Sammlung in Münster an, wo sie bis heute aufbewahrt wird.

 

 

Mittwoch, 14. Dezember 2016

 

Spielweisen  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Der Cellist Leonard Elschenbroich über Alfred Schnittkes Sonate für Violoncello und Klavier

Am Mikrofon: Christoph Schmitz

Der 1934 geborene Komponist Alfred Schnittke wirkte über 40 Jahre lang in der Sowjetunion unter schwierigsten Bedingungen und übersiedelte 1990 nach Hamburg. Er war ein Wanderer zwischen den musikalischen Welten und führte in seiner Polystilistik die musikalischen Traditionen mit den Errungenschaften der musikalischen Avantgarde zusammen. So auch, wenngleich etwas versteckt, in seiner Sonate für Violoncello und Klavier aus dem Jahr 1979. An seinem Matteo Goffiller-Cello von 1693 erläutert der 1985 in Frankfurt geborene und vielfach ausgezeichnete Leonard Elschenbroich Schnittkes Sonate, erzählend und musizierend zusammen mit dem russischen Pianisten Petr Limonov. Zum Schluss spielen sie die Komposition, die im Rahmen einer CD-Coproduktion im Deutschlandfunk Kammermusiksaal aufgenommen wurde, in voller Länge.

 

Länderreport  •  13:30 – 14:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Der Wolf ist zurück in Deutschland

Von Vanja Budde

In mehreren, vor allem ostdeutschen Bundesländern sind in den letzten Jahren die Wolfsvorkommen wieder deutlich gestiegen. Das löst kontroverse Reaktionen aus. Insbesondere Landwirte und Schäfer beklagen die Rückkehr der Raubtiere; Naturschützer freuen sich hingegen, dass Meister Isegrim hierzulande wieder heimisch wird. Sie verweisen darauf, dass der Mensch der größte Feind des Wolfes sei, und nicht umgekehrt.

 

 

Donnerstag, 15. Dezember 2016

 

JazzFacts  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Zen-Jazz und abstrakte Beats

Die vielen Gesichter des Schlagzeugers Eric Schaefer

Von Jan Tengeler

Eric Schaefer ist seit vielen Jahren ein gefragter Schlagzeuger, gleichermaßen als Begleiter wie auch als Komponist und Leiter eigener Projekte. Er ist wandelbar und dabei doch immer kompromisslos, meidet weder den Flirt mit der Klassik noch mit Clubmusik und Elektronik. Ausgebildet als klassischer Perkussionist, deckt er ein breites musikalisches Spektrum von Neuer Musik über traditionellen wie auch experimentellen Jazz bis hin zum Punk ab. Als Bandleader verknüpft er dabei innovative Konzeptkunst mit der ungezügelten Lust an der Improvisation, beispielsweise in dem seit vielen Jahren bestehenden Trio Johnny LaMarama oder in seinem neuen Quartett The Shredsz. In jüngster Zeit verleiht Eric Schaefers perkussive Kunst dem Klangbild des Trios von Pianist Joachim Kühn ein neues, glanzvolles Gesicht.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Flüssige Biopsie

Eine Blutanalyse, die die Krebstherapie revolutionieren könnte

Von Stephanie Kowalewski

Es klingt simpel und ist doch hoch kompliziert: Statt dem Patienten eine Gewebeprobe aus dem Körperinneren zu entnehmen, reicht eine normale Blutabnahme, um festzustellen, wie sich ein Tumor verändert, ob er auf das Medikament reagiert oder ob ein anderes besser hilft. Die Krebstherapie wird individueller. Liquid Biopsy – also die Flüssigbiopsie – macht das möglich. Bei dem Verfahren werden kleinste Spuren von Krebs-DNA im Blut herausgefiltert und analysiert. Das ist eine völlig neue und für den Patienten schonende Methode, um noch mehr und noch früher an Informationen über den Krebs zu gelangen, schwärmen Ärzte und Pathologen. Was bedeutet die Liquid Biopsy für Patienten, welche Chancen und Grenzen attestieren Experten der Flüssigbiopsie und warum übernehmen Krankenkassen die Kosten dafür nur zögerlich?

 

 

Freitag, 16. Dezember 2016

 

Dossier  •  19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Rotes Erbe – grüner Markt

Wie sich Kopenhagen als grüne Metropole neu erfindet

Dossier von Jane Tversted und Martin Zähringer

Kopenhagen ist im Aufbruch: Im Jahr 2025 soll die Metropole die erste CO2-neutrale Hauptstadt der Welt sein. Die Rezepte für den Klimaschutz: eine perfekte Fahrrad-Infrastruktur, eine neue Metro und nachhaltige Energieerzeugung. Die Visionen von Klimaanpassung sollen zugleich das Stadtbild verändern. Man schwärmt von einer neuen »blauen und grünen Stadt«, nimmt Geld in die Hand und will ein Schaufenster für grüne Lösungen sein. Aber ist diese grüne Stadt wirklich eine bessere Stadt? Was geschieht mit dem gemeinnützigen, billigen Wohnraum, den die Sozialdemokraten als tragende Säulen in ihrem Wohlfahrtsstaat geschaffen hatten? Sind die grünen Visionen von heute das Ende der sozialen Stadt von gestern?

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Kurzstrecke 56

Feature, Hörspiel, Klangkunst

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel

Autoren/DKultur 2016/54’30

(Ursendung)

Das Gewinnerhörspiel des Wettbewerbs für die freie Hörspielszene ARD PiNball 2016, verliehen im November bei den Hörspieltagen in Karlsruhe.

 

Buzzing

Von Jean Daniel Bécache

To buzz [engl.] – surren, schwirren, brummen.

 

Neues aus der ›Wurfsendung‹ mit Julia Tieke

 

Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor.

 

 

Samstag, 17. Dezember 2016

 

Hörspiel  •  20:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

In darkness let me dwell – Lieder aus der Finsternis

Von Merzouga

Komposition und Regie: Merzouga

DLF/HR 2016

(Ursendung)

Vier Unterwassermikrofone des Alfred-Wegener-Instituts zeichnen rund um die Uhr die antarktische Unterwasserwelt des Weddellmeers auf. Ein Habitat von dschungelhafter Vielfalt in einer für den Menschen lebensfeindlichen Umgebung. Unweit des Observatoriums PALAOA ist vor 100 Jahren Sir Ernest Shackletons Trans-Antarktis-Expedition genial gescheitert. Auf einem Schlitten wollte er den antarktischen Kontinent durchqueren. Sein Schiff Endurance wurde vom Packeis zerstört, bevor er überhaupt landen konnte. Im Winter 2016 bricht das Forschungsschiff Polarstern erneut in die Antarktis auf. Das Duo Merzouga verbindet die Fiktion einer modernen Expedition und Shackletons Geschichte, die in lyrisch verdichteten Bildern erzählt wird, mit einer elektro-akustischen Komposition. Wir tauchen ein in das letzte Habitat der Welt, das frei ist von menschengemachten Geräuschen.

 

Feature  •  18:05 – 19:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Jiyujin – Freier Mensch

Von Andreas Hartmann

Regie: der Autor

Ton: Andreas Stoffels

DKultur 2016/ca. 54’30

(Ursendung)

»Bevor ich nur lebe, um zu arbeiten, sterbe ich lieber.« Mit 22 Jahren beschließt Kei, alles hinzuschmeißen. Er will frei sein, reißt von zu Hause aus und lebt als Jiyujin (freier Mensch) unter einer Brücke in Kyoto. Kei flüchtet sich in Traumwelten. Untermalt von Tschaikowsky-Sinfonien aus seinem Discman, durchstreift er die Landschaften Kyotos auf der Suche nach Abenteuern. Doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker prallt die fantasierte Freiheit auf die reale Unfreiheit. Kei muss sich der Realität stellen.

 

 

Sonntag, 18. Dezember 2016

 

Rock et cetera  •  15:05 – 16:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Zurück zu den Rock-Wurzeln

Der britische Musiker Sting

Von Christiane Rebmann

Nachdem der britische Musiker Sting 2003 sein Soloalbum ›Sacred Love‹ veröffentlicht hatte, wandte er sich vom Mainstream ab und experimentierte mit klassischer Musik. Sein letztes Werk ›The Last Ship‹ diente als Vorlage für das gleichnamige Broadway Musical. Nun erscheint mit ›57th & 9th‹ sein erstes Rockalbum seit 13 Jahren, das in einigen der Songs an seine legendäre Band The Police erinnert. In den Texten setzt sich der 65-Jährige mit der Situation syrischer Flüchtlinge und dem Klimawandel auseinander, aber auch mit privaten Themen wie Liebe und Tod.

 

Nachspiel. Feature  •  18:05 – 18:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Das Stadion als Volkshochschule

Die Sozialarbeit der Premier League setzt im europäischen Fußball Maßstäbe

Von Ronny Blaschke

In Großbritannien drücken Bürger ihren Gemeinschaftssinn durch großzügiges Spenden aus. Auch deshalb sind die sozialen Projekte der englischen Klubs mit 2 500 Mitarbeitern fest verankert in den Kommunen. Die Manchester United Foundation zum Beispiel hat 55 Mitarbeiter und ist an 13 Schulen angegliedert. In London leistet Arsenal in the Community im eigenen Stadion Bildungsarbeit mit Jugendlichen, Senioren und Arbeitsuchenden. Anders als in Deutschland sind die Profispieler in England vertraglich verpflichtet, Krankenhäuser zu besuchen oder in Büchereien Kindern vorzulesen. Sollte sich die Bundesliga daran orientieren? Oder verpasst sich die schwerreiche Premier League nur eine freundliche Fassade für ihre Milliardengeschäfte?

 

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