Hörfunktipps KW 5 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 30. Januar 2017

 

Musik-Panorama  • 21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Grundton D 2016 – Konzert und Denkmalschutz (9)

Brecht reloaded

Lieder von Kurt Weill und Hanns Eisler nach Texten von Bertolt Brecht

Am Mikrofon: Jochen Hubmacher

Wie in einer Art Industrie-Krypta fühlt man sich, wenn man den mehr als 80 Meter hohen Scheibengasbehälter betritt, der sich auf dem Gelände des Gaswerks im Augsburger Stadtteil Oberhausen befindet. In diesem spektakulären Bauwerk trafen vergangenen September einige der spannendsten und vielseitigsten Jazzmusiker der Gegenwart aufeinander: Pianist Uri Caine, Sänger Theo Bleckmann, Geigerin Joyce Hammann, Klarinettist Chris Speed und DJ Olive an den Plattentellern. Im Rahmen der Deutschlandfunk Benefizreihe ›Grundton D – Konzert und Denkmalschutz‹ setzten sie sich kreativ mit dem Erbe eines berühmten Augsburgers auseinander: Bertolt Brecht. Die Vertonungen seiner Texte durch Kurt Weill und Hanns Eisler wurden zum Ausgangspunkt einer faszinierenden Klangreise.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

2017 – Parteien im Umbruch

Sozialismus im 21. Jahrhundert

Utopie als Wahlversprechen

Von Maximilian Klein

Demokratischer Sozialismus im 21. Jahrhundert! So nennt Die Linke ihre Strategie. Es wird viel von Gerechtigkeit geredet. Von Verstaatlichung und Chancen für alle. Eine schöne neue Welt. Der Sozialismus als Problemlöser für Deutschland. Wie viel Sozialismus verträgt oder braucht eine Gesellschaft heutzutage? Ist die Partei ein Korrektiv auf Bundesebene oder greift sie selbstbewusst nach der Macht? Wo stehen die linken Genossen in Zeiten von AfD, ›Wir schaffen das‹, steigenden Mietpreisen, Digitalisierung, internationalen Handelsabkommen und bewaffneten Konflikten? Was erwartet die Parteibasis, und wo steuert die Parteiführung hin, im Wahljahr 2017?

 

Kriminalhörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Auf der Suche nach Chet Baker

Nach dem Roman von Bill Moody

NDR 2016/53’40

Chet Baker, der erste Popstar des Jazz, feiert in den 50er-Jahren seine größten Erfolge, aber Drogen ruinieren seine Karriere. Dann gelingt Baker ein Comeback in Europa. Doch am
13. Mai 1988 stürzt er in Amsterdam aus dem Fenster eines Hotels und stirbt. Jazzpianist Evan Horne glaubt nicht an einen Unfall und nimmt die Ermittlungen auf. Er stolpert zwischen Grachten und Coffee Shops von Rätsel zu Rätsel.

 

 

Dienstag, 31. Januar 2017

 

Jazz Live  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Shai Maestro

Piano Solo

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer

Nur wenige Jazzmusiker können es sich erlauben, ein Stipendium für das renommierte Berklee-College in Boston abzulehnen. Der israelische Pianist Shai Maestro tat es. Er wollte lieber erst ein klassisches Klavierstudium in Jerusalem abschließen. Seit 2009 lebt er in New York. Dort gründete er sein eigenes Trio, mit dem er zwei CDs veröffentlicht und euphorische Kritiken geerntet hat. Sein Klavierstil verknüpft klassische Anschlagskultur und funkelnde Improvisationsgabe. Den oft gesanglichen Melodien seiner Stücke ist dabei gelegentlich ein orientalischer oder osteuropäischer Einfluss anzuhören. Als Solopianist war Shai Maestro bisher nur sehr selten zu erleben. In Bonn stellte er eine Auswahl seiner Eigenkompositionen und zwei Jazzstandards vor.

 

Alte Musik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Mozart, der Organist

Ein Genie an seinem Lieblingsinstrument

Von Bernd Heyder

»Die orgl ist doch in meinen augen und ohren der könig aller instrumenten.« 21 Jahre alt ist Wolfgang Amadeus Mozart und gerade auf dem Weg in Richtung Mannheim und Paris, als er diesen Satz in einem Brief an den Vater formuliert. Nach der Rückkehr in die Heimat ernennt ihn der Salzburger Fürsterzbischof im Januar 1779 zum Domorganisten. Dass sich unter seinen Werken so gut wie keine Orgelkompositionen finden, hat der Nachwelt allerdings den Blick auf den passionierten Organisten Mozart verstellt. Doch seine Briefe sprechen da eine eindeutige Sprache – und das eine oder andere ›Clavierwerk‹ offenbart sich bei näherer Betrachtung durchaus als Musik für den König aller Instrumente.

 

 

Mittwoch, 01. Februar 2017

 

Lesezeit  •  20:30 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Sharon Dodua Otoo liest ihre Erzählung ›Herr Gottrup setzte sich hin‹

Sharon Dodua Otoo ist eine Überraschung, und ihre Texte sind so witzig wie schwer zu fassen: »beeindruckend, ein cooler Text, ein nahezu genialer Griff, lang nachwirkende Stolpersteine, Satire, Witz und Ironie, ein Versprechen auf mehr« – so formulierte die Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises und schrieben die Kritiker nach ihrem Auftritt in Klagenfurt. Schon in ihren ersten beiden Novellen zuvor erzählt Sharon Dodua Otoo mit fantastischer Leichtigkeit, herzlichem Humor und scharfer Klugheit von Farben und Grautönen, von Unsicherheiten und Empowerment. Bevor diese Geschichten im Frühjahr im deutschen Buchhandel erscheinen, hören Sie noch einmal den Siegertext der Tage der deutschsprachigen Literatur 2016 in Klagenfurt. Sharon Dodua Otoo wurde 1972 in London geboren und lebt in Berlin.

 

Konzert  •  20:03 – 21:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

Radialsystem V

Wolfgang Rihm

›Ende der Handschrift‹, elf späte Gedichte von Heiner Müller (1999)

›Rilke: Vier Gedichte‹ (2000)

›Das Rot∫, Sechs Gedichte der Karoline von Günderrode (1990)

Christoph Prégardien, Tenor

Christoph Schnackertz, Klavier

Mehr als jedes Instrument ist die Stimme Träger individuellen, unverwechselbaren Ausdrucks, und das nicht nur im rein musikalischen Kontext. Das Festival Ultraschall Berlin, veranstaltet von Deutschlandradio Kultur und kulturradio vom rbb, stellt in diesem Jahr die Stimme in den Mittelpunkt. Durch das Programm zieht sich – in denkbar unterschiedlicher Weise – die Stimme als roter Faden. Sie knüpft als schön geführte Stimme an die große Tradition des Liedgesangs an, sie wagt sich weit vor in die experimentelle Stimmbehandlung, die die Übereinkunft des Belcanto zur Disposition stellt.

 

 

Donnerstag, 02. Februar 2017

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Jobs für Behinderte statt Sozialhilfe: Bundesteilhabegesetz im Alltag

Am Mikrofon: Susanne Kuhlmann

In Deutschland sind rund 7,5 Millionen Menschen schwerbehindert. Das neue Bundesteilhabegesetz soll ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen: im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung und im Job. Die Bundesregierung will damit die UN-Behindertenrechtskonvention umsetzen, damit es selbstverständlich wird, dass Menschen mit und ohne Einschränkungen gemeinsam wohnen, leben, arbeiten. Wer profitiert vom neuen Bundesteilhabegesetz, und für wen könnte die Lebenssituation schwieriger werden? Wie lässt sich das Versprechen umsetzen, Menschen mit Einschränkungen mehr Wege aus einer geschützten Werkstatt in den normalen Arbeitsmarkt zu öffnen? Welche neuen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Ihre und unsere Fragen diskutiert Susanne Kuhlmann mit Expertinnen und Experten.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Chormusik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

»Beim Singen vergisst man alles drumherum!«

Der Südwestpfälzer Kinderchor

Von Ruth Jarre

Was ist das für ein Chor, der beim Wettbewerb des Deutschen Chorfestes in Stuttgart, im Mai 2016, mit dem Sonderpreis als bester Chor aller Kategorien ausgezeichnet wurde? Den Preis hat Deutschlandradio Kultur gestiftet: er besteht aus einer Aufnahme mit anschließender Sendung. Die Aufnahme ist abgeschlossen, zu hören ist sie in dieser und der folgenden Ausgabe der Chormusik. Ein Porträt des Südwestpfälzer Kinderchores und seines Leiters Christoph Haßler.

 

 

Freitag, 03. Februar 2017

 

Dossier  •  19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Rechts, extrem, alternativ

Die Identitäre Bewegung will völkisches Denken salonfähig machen

Von Nail Al Saidi

Sie sind gebildet, internetaffin, stramm deutsch und nennen sich: Identitäre. Ihr Ziel ist eine Kulturrevolution, die Deutschland nach rechtsaußen führt. In medienwirksamen Aktionen steigen sie aufs Brandenburger Tor und hissen ihre Fahnen gegen die Flüchtlingspolitik. Oder sie färben einen Brunnen mit roter Farbe, als Zeichen dafür, wie das deutsche Volk vermeintlich langfristig durch Migranten ausgetauscht werde. Die Identitären werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Aber sie bleiben nicht unter sich in der rechten Ecke, sondern versuchen gezielt, Meinungen und Stimmungen der gesellschaftlichen Mitte zu beeinflussen. Mit Erfolg: Bürgerliche Politiker verwenden mittlerweile das Vokabular der Identitären, ein Aktivist wurde im Oktober 2016 in eine Talkshow eingeladen.

 

Kakadu. Entdeckertag  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Der Nacktmull – nicht schön, aber ganz schön besonders

Von Nicole Silbermann

Moderation: Tim Wiese

Vielleicht gehören Nacktmulle nicht zu den hübschesten Säugetieren der Erde, aber sicherlich zu den interessantesten. Denn die kleinen Nager mit der faltigen, nackten Haut werden steinalt, empfinden kaum Schmerzen und können sogar zwitschern wie Vögel. Zu Hause sind sie in Afrika, leben in Kolonien unter der Erde und haben sogar eine Königin. ›Kakadu‹-Reporterin Nicole Silbermann hat die Nacktmulle im Tierpark Berlin besucht und dort noch einiges mehr über diese besonderen Tiere erfahren.

 

 

Samstag, 04. Februar 2017

 

Klassik-Pop-et cetera  •  10:05 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Die Hornistin Marie-Luise Neunecker

International gefeierte Hornisten sind selten, Hornistinnen rar. Eine hat es geschafft: Marie-Luise Neunecker. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Erbes-Büdesheim bei Mainz, bewies sie ihren drei älteren Brüdern, Mitgliedern im Posaunenchor, dass auch Mädchen Trompete spielen können. Später studierte sie zunächst Schulmusik und kam erst mit 19 zum Horn. Sie brillierte als Solohornistin der Bamberger Symphoniker und des Sinfonieorchesters des Hessischen Rundfunks in Frankfurt, tourte erfolgreich als Solistin wie Kammermusikerin und ist seit 2004 Professorin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. 2001 spielte Marie-Luise Neunecker die Uraufführung des ihr gewidmeten Hornkonzerts von György Ligeti. Für ›Klassik-Pop-et cetera‹ stellt die heute 61-jährige Hornistin ihre persönliche Playlist zusammen.

 

Feature  •  18:05 – 19:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Die toten Mütter meiner Tochter

Von Jenny Marrenbach

Regie: die Autorin

RBB/DKultur 2016/ca. 54’30

(Ursendung)

Es sind die 50er-Jahre in Mengede, einem Vorort von Dortmund. Die Hände von Elisabeth sind rau, wenn sie ihre Tochter Marita wäscht. Ab den 70er-Jahren kämpft Marita um ihre Unabhängigkeit von Herd und Mann. Es ist die Zeit der Kinderläden und Patchworkfamilien. Maritas Tochter Jenny ist in den Nullerjahren nach Berlin gezogen. Sie wickelt ihre Tochter mit einem Hybridwindelsystem, isst biologische Flugmangos und versucht, Kind und Karriere ohne Kompromisse zu vereinen. Die Widersprüche der Gegenwart zerren an ihr. Kann die Vergangenheit Antworten geben?

 

 

Sonntag, 05. Februar 2017

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Der Mythos von der kulturellen Identität

Von Daniel Hornuff

Deutschland heute: Ein alter Mythos ist wiedergeboren – der Mythos von der kulturellen Identität. Nicht nur Pegida und AfD beschwören ihn; ebenso zeigt er sich in Debatten um das Kulturgutschutzgesetz wie in der Glorifizierung von Nationalmannschaften. Jeweils geht es um die Schaffung homogener Gebilde. Nationalstolz und Leitkultur klingen harmlos und doch bereiten sie rechtem Extremismus den Boden. Der Mythos von der kulturellen Identität ist die hässliche Fratze der Aufklärung. Was aber heißt es, diesen Mythos zu überwinden? Wird Kultur dann relativ, austauschbar und beliebig? Oder liegt genau darin die zivilisatorische Aufgabe: auszuhalten, dass Kultur auf keinen gemeinsamen Nenner zu bringen ist? Daniel Hornuff, geboren 1981, ist Vertretungsprofessor für Kunstwissenschaft an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

 

Hörspiel  •  18:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

vielstimmig

Gesänge, Chöre, Kollektive

Ein Diskurs

Autor und Regisseur: Jochen Meißner

Mit Nele Rosetz, Martin Engler, Birgitt Dölling

DKultur 2016/ca. 80′

(Ursendung)

Seit der Antike gehört der Chor zum Theater, seit der Renaissance ist er in der Oper unverzichtbar. Und so zählte das chorische Sprechen und Singen schon früh zum Repertoire des Rundfunks: Ob im Unisono eines gemeinsamen Willens oder als kontrapunktisch arrangierte Polyphonie bereichern chorische Inszenierungen die Spielformen des Hörspiels. Im Toten-, Arbeiter- oder Beschwerdechor wird die kollektive Äußerung zur Äußerung eines Kollektivs – und mitunter zu einem gefährlichen Instrument, wie in der Zeit des Nationalsozialismus.

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