Hörfunktipps KW 48 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 28. November 2016

Musik-Panorama • 21:05 – 22:50 Uhr • Deutschlandfunk
2. Raderbergkonzert 2016/17

Ani und Nia Sulkhanishvili, Klavier

Werke von Carl Maria von Weber, Johannes Brahms, Claude Debussy, Antonín Dvořák und

Maurice Ravel

Am Mikrofon: Johannes Jansen

Im heutigen Musikgeschäft ist der Sensationswert klavierspielender Geschwister eher gering. Was den erfolgreichen Karrierestart allerdings begünstigt, ist eine eindrucksvolle Wettbewerbsbilanz. Besser als bei Ani und Nia Sulkhanishvili könnte sie kaum sein. Den ersten von zahlreichen ersten und zweiten Preisen bei internationalen Wettbewerben errangen sie in Tiflis, ihrer Heimatstadt, den bisher letzten vor gut einem Jahr beim ARD-Musikwettbewerb in München, ihrer Wahlheimat seit 2012. Die Weichen zum Erfolg haben die Zwillinge selbst gestellt und nicht etwa Eltern oder Lehrer, die sie damals schon auf eine Sololaufbahn vorbereiteten. Als den 13-Jährigen die ›Petite Suite‹ von Claude Debussy in die Hände fiel, war es um sie geschehen, und sie beschlossen, fortan nur noch gemeinsam Klavier zu spielen.
Freispiel • 00:05 – 01:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Kurzstrecke 56
Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel
Autoren/DKultur 2016/54’30
(Ursendung)
Das Gewinnerhörspiel des Wettbewerbs für die freie Hörspielszene ARD PiNball 2016, verliehen im November bei den Hörspieltagen in Karlsruhe.
Äther über Berlin
Von Pavlica Bajsiæ Brazzoduro und Fabian Kühlein
Elektromagnetische Wellen reisen durch das Universum und transportieren Fragmente aller jemals ausgestrahlten Radiosendungen.

Buzzing
Von Jean Daniel Bécache
To buzz [engl.] – surren, schwirren, brummen.

Neues aus der ›Wurfsendung‹ mit Julia Tieke
Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Wir stellen regelmäßig innovative, zeitgemäße, radiophone Hörstücke vor.

In Concert • 20:03 – 21:30 Uhr • Deutschlandradio Kultur
26. Rudolstadt-Festival
Konzertbühne Heinepark
Keren Ann and Band
Zwischen energetischen Rocksongs und melancholischen Balladen
Moderation: Holger Beythien
Fünf Jahre war es stiller geworden um Keren Ann. Dann erschien im April dieses Jahres nicht nur das neue Studioalbum ›You’re Gonna Get Love‹, sondern die niederländisch-israelische Künstlerin kam im Sommer auch für einige Konzerte nach Deutschland. Eines davon gab sie mit ihrer Band beim diesjährigen Rudolstadt-Festival. Folk, Chanson, Pop, Blues oder Trip Hop: Keren Ann zeigte sich schon immer offen für alle Sounds der aktuellen populären Musik. Dass sie ihre musikalischen Erfahrungen und Inspirationen immer wieder aufs Neue zu ausdruckstarken und atmosphärisch dichten Songs bündeln kann, die auch live nichts von ihrer starken emotionalen Wirkung verlieren, belegte das Konzert in Rudolstadt ausgesprochen klangschön und absolut überzeugend.

Dienstag, 29. November 2016

Das Feature • 19:15 – 20:00 Uhr • Deutschlandfunk
Halmazag

oder: Krieg Made in Germany

Von Marc Thörner

SWR/DLF 2016

Die Operation Halmazag (Blitz) in Afghanistan 2010 gilt der Bundeswehr als beispielhaft für andere Auslandseinsätze. Sie war die erste von Deutschen geplante und geführte Offensive nach dem Zweiten Weltkrieg. Sanft, kulturell einfühlsam, in Kooperation mit lokalen Sicherheitskräften, in ständiger Absprache mit der Bevölkerung und ohne Opfer unter der Zivilbevölkerung sei sie aus Sicht des deutschen Verteidigungsministeriums verlaufen. Betroffene Afghanen sehen das ganz anders. Angehörige von Opfern werfen der Bundeswehr vor, Kriegsverbrechen zu vertuschen. Sie soll auf Wohngebiete geschossen, viele Tote verursacht und Plünderungen durch verbündete Verbrecherbanden in Kauf genommen haben. Die Generalbundesanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen die verantwortlichen deutschen Kommandeure, und einige der damals eroberten Gebiete sind längst wieder in Händen der Taliban.

Zeitfragen. Feature • 19:30 – 20:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Armut als Programm?
Das hohe Ansehen der kulturellen Bildung und die Unmöglichkeit, von ihr zu leben
Von Eva von Schirach und Susanne Nessler
Am Anfang ging es um eine Revolution. Bildung und Lernen sollten aus alten Zwängen befreit werden. Spielen wurde nicht länger belächelt, sondern wertgeschätzt. Heute ist kulturelle Bildung Mainstream. Ein Markt ist entstanden. Es geht um Qualitätsstandards. Effizienz. Angebot und Nachfrage. Kinder und Jugendliche, die von den Programmen der kulturellen Bildung erreicht werden sollen, leiden unter den Konsequenzen dieser Entwicklung. Vollständig auf der Strecke bleiben die, die diese Arbeit tatsächlich tagtäglich bewältigen: die Honorarkräfte. Eine Reise ins Herz der Finsternis.

Mittwoch, 30. November 2016

Spielweisen • 22:05 – 22:50 Uhr • Deutschlandfunk
Vorspiel – Das Preisträgerkonzert

Polnischer Geigenolymp

Der 15. Internationale Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb in Poznan

Von Claus Fischer

Das Niveau beim Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb in Poznan ist hoch, vergleichbar mit dem des ARD-Musikwettbewerbs in München. Nur alle fünf Jahre findet das musikalische Kräftemessen in Polen statt, das nach dem Komponisten und virtuosen Geiger Henryk Wieniawski benannt ist. 48 Teilnehmer aus aller Welt wetteiferten 2016 um die begehrten Preise, die in früheren Ausgaben auch an die Brüder David und Igor Oistrach gingen. Welche Bedeutung der Henryk-Wieniawski-Violinwettbewerb in Poznan für unser Nachbarland hat, sieht man daran, dass der polnische Präsident Andrzej Duda die Schirmherrschaft übernommen hat. Außerdem fungierte der bedeutendste lebende polnische Komponist, Krzysztof Penderecki, als Ehrenvorsitzender der Jury.

Hörspiel • 21:30 – 22:30 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Leiser Regen auf der Autobahn
Von Lionel Quantin
Regie und Ton: der Autor
Mit Rolf Simmen
DKultur 2015/54′
»In meiner Kindheit stand jeden Sommer die große Fahrt nach Alicante an, mit Zwischenhalt an der spanischen Grenze bei der schwermütig dreinschauenden Großmutter. Am nächsten Tag ging die Fahrt weiter, die Autobahn war ohne Ende. Auf den Rücksitzen die Badetücher als Sonnenschutz oben in die Scheiben geklemmt; Halt auf Raststätten; die Musik, nie laut genug, um gegen den Motorenlärm anzutönen. Heute, in Deutschland, verbergen sich diese Autobahnerinnerungen hinter anderen Stimmen, anderen Geschichten, anderen Klängen, anderen Horizonten.«

Donnerstag, 01. Dezember 2016

JazzFacts • 21:05 – 22:00 Uhr • Deutschlandfunk
Gentleman der Tiefe

Porträt des Bassisten und Komponisten Steve Swallow

Von Michael Frank

Steve Swallow erweist sich auch mit 76 Jahren als viel gefragter Musiker, der ständig auf Reisen ist. Im Frühjahr dieses Jahres war er in Europa im Trio mit seiner Partnerin, der Komponistin und Pianistin Carla Bley, zu erleben – im Herbst folgten Tourneen im Team von Christian Muthspiels John-Dowland-Projekt und gleich danach mit John Scofields Country-Jazzband. Neben seiner Rolle als Bassist ist Swallow seit 50 Jahren auch als profilierter Komponist in Erscheinung getreten. Die Noten seiner vielen Kompositionen jenseits des Mainstreams stellt er mittlerweile kostenlos im Internet zur Verfügung. Im ›JazzFacts‹-Porträt spricht Swallow unter anderem über sein Interesse an kontrapunktischen Kompositionstechniken, über die Parallelen zwischen Komponieren und dem Verfassen von Romanen sowie über die ökonomischen Bedingungen des Lebens als Musiker im digitalen Zeitalter.

Länderreport • 13:30 – 14:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Die Zukunft liegt unter Wasser
Rostock will weltweiter Vorreiter in der Unterwasserwirtschaft werden
Von Silke Hasselmann
Derzeit sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 280 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der maritimen Wirtschaft unterwegs. Doch es geht noch mehr. Und vor allem: tiefer. Unterwassertechnologien seien eines der großen Zukunftsthemen, heißt es derzeit in Rostock, wo man an vollautomatische U-Boote denkt, an die Wartung von Seekabeln und Offshore-Windrädern. Es geht um Stromerzeugung aus Wasser, um Medizinprodukte aus Aquakulturen, um Rohstoffförderung in der Tiefsee. All das soll künftig unter einem Dach möglich sein: im Rostocker Ocean Technology Center unter Mitarbeit des Leibniz-Institutes für Ostseeforschung und des Fraunhofer-Institutes für Graphische Datenverarbeitung.

Freitag, 02. Dezember 2016

Dossier • 19:15 – 20:00 Uhr • Deutschlandfunk
Schrumpfende Räume

NGOs weltweit unter Druck

Von Dominik Müller

DLF 2016

›Shrinking Spaces – Schrumpfende Räume‹ ist ein Fachbegriff, der während der vergangenen Jahre in der Welt der Nichtregierungsorganisationen (NGO) die Runde machte. Er beschreibt die zunehmende Repression, der sich NGO überall auf der Welt ausgesetzt sehen. Organisationen, die sich für soziale Rechte und für den Umweltschutz engagieren, waren schon oft Zielscheiben: Gewalt bis hin zum Mord gab es schon im vergangenen Jahrhundert. Neu ist jedoch die systematische Diskriminierung. In mehr als 50 Ländern gibt es heute sogenannte Anti-NGO-Gesetze oder sie sind geplant. Die Repressionen reichen von eingefrorenen Konten bis hin zur Inhaftierung der Mitarbeiter. Nicht nur China und Russland, auch Regierungen angeblich demokratischer Staaten wollen sich auf diesem Wege kritischer Stimmen entledigen.

Konzert • 20:03 – 22:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Bundeswettbewerb Gesang – Oper/Operette/Konzert
Staatsoper im Schillertheater
Finalkonzert
Staatskapelle Berlin
Leitung: Axel Kober
Moderation: Daniel Hope
Ein Konzertabend mit höchst ungewissem Ausgang. Alle Finalisten des Bundeswettbewerbs Gesang präsentieren sich in der letzten Runde mit Orchester noch einmal der Jury. Genau eine Arie lang haben sie Zeit, die Juroren und auch das Publikum zu überzeugen. Dann heißt es: Warten auf den Preisträger 2016.

Samstag, 03. Dezember 2016

Klassik-Pop-et cetera • 10:05 – 11:00 Uhr • Deutschlandfunk
Am Mikrofon: Der Hornist und Dirigent Bob Ross

Als Dirigent der Brass-Formation Blechschaden sorgt der Schotte Bob Ross mit schalkhaftem Understatement für die Aufhebung aller Grenzen zwischen E- und U-Musik. So pointiert und überraschend wie er die Erfolgscombo aus Mitgliedern der Münchener Philharmoniker leitet, so witzig, verschmitzt und unberechenbar verknüpft er als Gastmoderator bei ›Klassik-Pop-et cetera‹ die unterschiedlichsten Musikstile. Der Mann, der sich glücklich schätzt, ein Schotte zu sein, aber seit 1979 gern in Deutschland lebt, formt aus dem Ganzen eine unterhaltsame Einheit. Sein Musikstudium hat der heute 62-jährige Bob Ross in Glasgow begonnen. Als Stipendiat landete er an der Musikhochschule in Köln. Seit 1979 ist er als Hornist bei den Münchener Philharmonikern tätig. Blechschaden hat er 1985 ins Leben gerufen. Für die einmalige Handschrift des Ensembles gab es 1999 und 2002 den Echo Klassik.

Feature • 18:05 – 19:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Doppelherz
Mein Bruder, sein Kunstherz (und ich)
Von Martina Groß
Regie: Martina Groß und Andreas Hagelüken
DKultur 2016/ca. 54’30
(Ursendung)
Etwa 1200 sogenannte Kunstherzen werden Menschen mit terminaler Herzinsuffizienz pro Jahr in Deutschland eingesetzt. Eigentlich als Überbrückung bis zur Transplantation gedacht. Heute schon leben viele Patienten dauerhaft damit; zwei bis neun Jahre. Mein Bruder ist einer von ihnen. Eingeliefert ins Krankenhaus mit der Diagnose Herzinfarkt – es war sein zweiter –, gab es keine Alternative. Von nun an hängt sein Leben von einer Maschine ab. Ein Jahr lang habe ich ihn in seinem zweiten Leben begleitet.

Sonntag, 04. Dezember 2016

Zwischentöne • 13:30 – 15:00 Uhr • Deutschlandfunk
Musik und Fragen zur Person

Der ungarische Essayist und Übersetzer László Földényi im Gespräch mit Joachim Scholl

Er ist einer der angesehensten Intellektuellen seines Landes: der Literaturwissenschaftler, Essayist und Übersetzer László Földényi. Geboren 1952, machte er sich als Publizist auch in Deutschland einen Namen, er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Dichtung und wurde mehrfach ausgezeichnet. Kritisch hat László Földényi die politische Entwicklung in Ungarn seit dem Fall des ›Eisernen Vorhangs‹ begleitet und die europäischen Sorgen um Ungarn für viele deutsche Medien kommentiert.

Kakadu • 08:05 – 09:00 Uhr • Deutschlandradio Kultur
Hörspieltag
Die kleine Hexe
Musikhörspiel aus dem ZKM Karlsruhe nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler
Hörspielbearbeitung: Uta-Maria Heim
Regie: Hans Helge Ott
SWR/BR/DRadio/HR/NDR/RB/RBB/WDR 2016/ca. 51′
Moderation: Ulrike Jährling
(Ursendung)
Die kleine Hexe ist erst 127 Jahre alt und wird deshalb von den großen Hexen nicht für voll genommen. Mit 127 Jahren sind Hexen auch noch viel zu jung, um bei der alljährlichen Walpurgisnacht mitzufeiern. Aber die kleine Hexe will unbedingt und mischt sich heimlich unter die großen Hexen. Leider wird sie dabei von der fiesen Muhme Rumpumpel entdeckt und vor Gericht gestellt. Das Urteil: Die kleine Hexe muss ein Jahr lang beweisen, dass sie eine gute Hexe ist. Erst, wenn sie diese Aufgabe bewältigt hat, darf sie die Walpurgisnacht mitfeiern. Aber ob sie das wirklich schafft? Daran hat der Rabe Abraxas berechtigte Zweifel.

Danke, das Du meinen Beitrag kommentieren möchtest

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: