Hörfunktipps KW 48 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 27. November 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

2. Raderbergkonzert Saison 2017/18

Werke von Frédéric Chopin, Nikolaj Medtner, Sergej Rachmaninow und Sergej Ljapunow

Florian Noack, Klavier

Sein Ausnahmetalent sicherte Florian Noack ein Stipendium an der weltberühmten Chapelle musicale Reine Élisabeth in Waterloo. Köln und Basel waren weitere Stationen seines Werdegangs, gesäumt von zahlreichen Wettbewerbserfolgen. Seine Debüt-CD mit eigenen Klaviertranskriptionen russischer Orchester- und Ballettmusik bescherte ihm den Titel Nachwuchskünstler des Jahres, und gleich mehrere Schallplattenpreise einzuheimsen, gelang ihm mit der zweiten Folge seiner Gesamteinspielung der Klavierwerke des russischen Romantikers Sergej Ljapunow. Auch bei seinem Auftritt im Rahmen der ‚Raderbergkonzerte‘ im Deutschlandfunk Kammermusiksaal lag der Schwerpunkt auf der Musik russischer Komponisten, für die er seit je ein besonderes Faible hat.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Neue Härte?

Wie Deutschlands Staatsanwaltschaften ermitteln und anklagen

Von Gaby Mayr

Staatsanwaltschaften klagen Raser neuerdings wegen Mordes an, wenn sie einen Menschen totgefahren haben. Im thüringischen Meiningen beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Aktenberge bei einem bekannten Großunternehmen und der Aufsichtsbehörde, wegen des Verdachts unerlaubter Zusammenarbeit bei der Werra-Verschmutzung. Bekannte Manager wie Uli Hoeneß und Thomas Middelhoff bekommen keinen Promi-Bonus. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte haben außerdem mit völlig neuen Delikten zu tun, von Kinderpornografie im Internet bis Doping. Bei altbekannten Rechtsbrüchen wie Vergewaltigung ermitteln sie konsequenter als früher. Heute arbeiten in der Anklagebehörde Jura-Absolventen mit Bestnoten, oft Staatsanwältinnen, nicht selten aus Einwandererfamilien. Die neue Generation geht pragmatisch und mit hohem Gerechtigkeitsempfinden zu Werke.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

In Sachen Sherlock H. gegen Sigmund F.

Von Cecil Jenkins

Schweizer Radio DRS 1989/50‘53

London im Herbst 1897: Dr. Watson und seine Frau machen sich Sorgen um Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv benimmt sich merkwürdig, seit wieder Attentate auf ihn verübt werden. Anschläge, die zum Verwechseln denen seines teuflischen Widersachers Moriarty gleichen. Aber ist nicht Moriarty nach dem Duell mit Holmes in den Reichenbach-Fällen zu Tode gestürzt? Und was macht der aufstrebende Wiener Psychiater Sigmund Freud in London? Hält er wirklich nur Vorträge über Hysterie?

 

Dienstag, 28. November 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Bürger zweiter Klasse

Eine neu-deutsche Familie

Von Heike Tauch

DLF 2016

2015 wird Murat Berisha aus dem Gefängnis in Großbeeren bei Berlin direkt in den Kosovo abgeschoben, in ein Land, das es, als er 1988 in Oslo geboren wurde, noch nicht gab und das er nie kennengelernt hat. Die Abschiebung bedeutet für den 27-Jährigen zwar sofortige Freiheit, aber auch ein lebenslanges Einreiseverbot für Deutschland und den Schengenraum. Ab sofort muss Murat sein Leben allein meistern in einem Land, dessen Sprache er kaum spricht: Murat kam als Zweijähriger nach Deutschland. Die Ehe der Eltern scheiterte, mehrmals stand die Familie unmittelbar vor der Abschiebung. Erst nach 18 Jahren Duldung erhält die Mutter eine unbefristete Aufenthalts- und Beschäftigungserlaubnis. In diesen Jahren der Unsicherheit, Angst und Panik konnte sie Murat keinen Halt geben. Er geriet auf die schiefe Bahn. Wie viele Migrantenkinder wollte Murat nur eins: als Deutscher in Deutschland leben.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Teures Pflichtfach?

Immer mehr Schüler nehmen Nachhilfe

Von Manuel Waltz

Wer in einem Fach schwächelt oder wem gar das Sitzenbleiben droht, der muss für eine gewisse Zeit zur Nachhilfe – so war es schon immer. Doch Nachhilfe wird immer mehr zur normalen Unterrichtsunterstützung – damit das Kind von Anfang an zu den Besten gehört, damit es den Übergang zum Gymnasium schafft, damit vorhandene oder angenommene Defizite der Schule ausgeglichen werden. Nachhilfe ist zur Dienstleistung geworden und das kommerzielle Angebot ist gewaltig. Dominiert wird der Markt von zwei Private Equity finanzierten Unternehmen, die im Franchise-System arbeiten. Auch im Netz gibt es viele Angebote. Nachhilfeportale vermitteln Lehrkräfte oder bieten Tutorials, werben frech und frisch um Kunden.

 

Mittwoch, 29. November 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Vorspiel – Das Preisträgerkonzert

Texas im Pianofieber

Der 15. Van-Cliburn-Klavierwettbewerb

Von Christoph Hiller

Der Van-Cliburn-Wettbewerb gilt als wichtigster Klavierwettbewerb Nordamerikas. 2017 konnte sich mit Yekwon Sunwoo erstmals ein Südkoreaner die Goldmedaille erspielen. Alle vier Jahre packt die Region Dallas/Fort Worth ein regelrechtes Pianofieber. Ausgelöst hat dies bereits etliche Jahre vor Glasnost und Perestroika ein junger US-amerikanischer Pianist, dem das damals kaum Vorstellbare gelang: In der Hochphase des Kalten Krieges gewann der smarte Van Cliburn 1958 den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und überwand die kulturellen Barrieren zwischen Ost und West. Ihm zu Ehren hat man 1962 in Cliburns texanischer Heimat den nach ihm benannten Klavierwettbewerb ins Leben gerufen.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Die Erfindung der Entdeckung

Über Preußen, Kolonialreisen, Museumsstücke und das Narrativ der Nation

Von Serotonin

Dlf Kultur 2017/ca. 54‘

(Ursendung)

In der Ära des Wilhelminismus waren die Preußen mit der Konstruktion der deutschen Nation beschäftigt und demonstrierten das durch imperatorische Forschungsreisen in ferne Länder. Wenige davon wurden deutsche Kolonien, andere lieferten Fundstücke für Museen, die neuen Repräsentationsanstalten des Bürgertums. Oft aber führten die Wege auch in die Irre oder zu Reisen in das Fantastische, das Esoterische. Ausgehend von einem Exponat im Naturkundemuseum, zeigen die Autoren, wie das neurasthenische Zeitalter die Voraussetzungen für unsere Moderne ausgebrütet hat.

 

Donnerstag, 30. November 2017

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Andalumérica

Der Flamenco Jazz des Pianisten Chano Dominguez

Von Karsten Mützelfeldt

Der spanische Pianist Chano Dominguez beherrscht Jazz und Flamenco gleichermaßen und vereint beide Musiksprachen wie kaum ein anderer. An der Beschwörung der Gemeinsamkeiten hat es nie gemangelt. Der Flamenco wird gern als der iberische Blues bezeichnet, nicht minder leidenschaftlich, wie der Jazz ein Hybrid, der unterschiedlichste Einflüsse in sich vereint und die populäre Musik der letzten Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat. Und wer mag, darf noch die Hüter ästhetischer Ordnung mit zu den Gemeinsamkeiten zählen: hier die Puristen der Jazzpolizei, dort die Puristen des Flamenco, stets bereit, ihr Urteil nach dem strengen Reinheitsgebot zu fällen. Chano Dominguez ist derzeit die treibende Kraft dieser Fusion und derjenige, der zu den überzeugendsten Resultaten gelangt.

Neue Musik · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Analoge Zombies

Hörsaal des Museum Wiesbaden

Werke von Niklas Seidl, Thomas Wenk und tapetronic

hand werk:

Silvia Sauer, Stimmperformance

Thomas Wenk, Multikassettenrekorder

Alexis Malbert (tapetronic), modifizierte Kompaktkassetten-Instrumente

Analoge Zombies tauft der Freiburger Komponist und Performer Thomas Wenk seine liebevoll umsorgten High-End-Kassettenrekorder der 80er-Jahre. Intelligent und gewitzt erweckt er sie zu neuem Leben und verarbeitet ihre jeweiligen Eigenheiten in seinen Kompositionen und virtuosen Improvisationen. Als groovender Gegenspieler scratcht und wirbelt Alexis Malbert alias tapetronic seine skurrilen Kassettenmutationen über die Magnetköpfe.

 

Freitag, 1. Dezember 2017

Lied- und Folkgeschichte(n) · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Milton Nascimento und Hamilton de Holanda

Zwei Superstars brasilianischer Musik

Von Camilla Hildebrandt

Milton Nascimento und Hamilton de Holanda verbindet nicht nur eine langjährige Freundschaft, sondern sie sind die Superstars der brasilianischen populären Musik. Nascimento, Jahrgang 1942, wurde durch seine Zusammenarbeit mit Jazzgrößen wie Wayne Shorter international bekannt, doch als Singer/Songwriter widmete er sich erfolgreich dem Samba, dem instrumentalen Choro und der Popmusik. Der 41-jährige Hamilton de Holanda – Jimi Hendrix der Mandoline – spielt auf seinem selbst entwickelten Instrument alles zwischen Choro und Jazz. Zum 75. Geburtstag von Milton Nascimento hat er sich dessen Musik angenommen und interpretiert die oft politischen Songs auf seine Weise. Und erstmals singt er auch selbst.

Einstand · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zwischen Kinderzimmer und Konzertbühne

Die Pianistin Varvara Kutuzova

Von Julia Smilga

In Russland ist Varvara Kutuzova ein Star. Die 14-jährige Moskauerin gab schon mit acht Jahren ihre ersten Solokonzerte. Seitdem wird die Pianistin nicht nur in St. Petersburg und Moskau, sondern auch in der russischen Provinz gefeiert. Sie spielte mit renommierten Dirigenten wie Vladimir Spivakov, Juri Temirkanov oder Vladimir Fedoseev. Varvara liebt Auftritte und behauptet, dass sie kein Lampenfieber kennt. Am liebsten spielt sie den ganzen Tag Klavier. Ein Wunderkind, ein Mama- und Medienprojekt oder tatsächlich ein zukünftiger Klavierstar?

 

Samstag, 2. Dezember 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Schriftsteller Eugen Ruge

Eugen Ruge wurde in der Johannisnacht des Jahres 1954 in Soswa im Ural geboren. In jener Nacht also, ab der die Tage kürzer und die Nächte länger werden – in die ,Zeiten des abnehmenden Lichts’, wie sein berühmtestes Buch heißt. Der kürzlich von Matti Geschonneck verfilmte Roman wurde mit dem Deutschen Buchpreis, dem Döblin-Preis und dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet. Die von seiner eigenen Familiengeschichte inspirierte Handlung erzählt vom Verlöschen der staatlichen Ordnung in der untergehenden DDR. 1988 verließ Ruge die DDR und machte sich in der Bundesrepublik einen Namen als Übersetzer, Theater- und Hörspielautor. Heute wohnt er in Berlin und auf Rügen.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zeitreisen vor wechselnder Kulisse

Eine Lange Nacht über die Transsibirische Eisenbahn

Von Christian Blees

Seit über 100 Jahren zieht die Transsibirische Eisenbahn Reisende aus aller Welt in ihren Bann. Der Durchbruch für den Bau der über 9000 Kilometer langen Verbindung zwischen Moskau und Wladiwostok erfolgte Ende 1892 auf Drängen des Unternehmers und damaligen russischen Finanzministers Sergej Witte. Um die einheimische Wirtschaft anzukurbeln und die Industrialisierung voranzutreiben, regte er seinerzeit mit Erfolg die Gründung des Komitees der Sibirischen Eisenbahn an. In dessen Auftrag waren später zu Spitzenzeiten über 100.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau der Bahntrasse beschäftigt. Mit Inbetriebnahme der Amurbrücke bei Chabarowsk konnte am 18. Oktober 1916 schließlich die Vollendung der Strecke gefeiert werden. Ein Jahrhundert später sucht diese ‚Lange Nacht‘, die Faszination Transsib zu ergründen.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 3. Dezember 2017

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Drifting Away – Von Schlaf und Traum

„Alles schläft, einsam wacht”

Eine kleine Kulturgeschichte der Schlaflosigkeit

Von Rolf Cantzen

Dlf 2017

Wenn der Schlaf der Bruder des Todes ist, so wie in einem Bach-Choral, dann bestehen zwischen Schlaflosigkeit und Leben ähnlich enge Beziehungen: Wer nicht schläft, lebt und kann etwas erleben: Diffuse halbschlafende oder hellwache Gedanken. Die Schlaflosigkeit weckt Lebensgeister, allerdings nur, wenn sie nicht wieder schlafen geschickt werden durch Pharmazeutika oder psychotherapeutische Selbstbehandlungen. Wer schläft, sündigt nicht. Wer sich schlaflos mit sich selbst beschäftigt, meistens schon: Querschießende Gedanken und irritierende Sehnsüchte inspirieren den einsamen Wachen. Dichter und Denker schätzen das. Sie leugnen die nächtliche Regenerationsverpflichtung.

Kakadu · 8.05 – 9.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Emily will klettern

Von Maraike Wittbrodt

(Ursendung)

Leila hat bald Geburtstag und darf Kinder zu einem Ausflug in die Robbenfarm nach Stralsund einladen. Nur Emily lädt sie nicht ein. Das ärgert Emily sehr, aber schnell erwidert sie, ich lade dich auch nicht ein zu meinem Geburtstag, da werden wir in einer Halle klettern gehen. Das trifft Leila sehr. Aber Emily ist auch in Not, denn den Klettergeburtstag hat sie sich nur ausgedacht. Ihre Mama hat einen neuen Freund und der Sohn geht klettern, aber ob der ihr hilft, ist ganz ungewiss, Emily kennt ihn noch gar nicht.

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