Hörfunktipps KW 46 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 13. November 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Ensemble Aventure

In memoriam Graciela Paraskevaidis

Mit Ur- und Erstaufführungen von Rodolfo Acosta, Natalia Solomonoff, Mariano Etkin, Cecilia Villanueva und José Manuel Serrano

Graciela Paraskevaidis, geboren 1940 in Buenos Aires, war eine, die sich nicht unterwarf. Weggefährten in ganz Lateinamerika bezeichnen sie als einen wichtigen Leuchtturm, vor allem in den Jahren der Diktatur. Eine langjährige künstlerische Freundschaft verband die argentinisch-uruguayische Komponistin auch mit Musikern in Deutschland. Das Freiburger Ensemble Aventure gedachte Paraskevaidis, die im Februar 2017 in Montevideo verstarb, mit einem Sonderkonzert. Darin erklangen neueste Werke ihrer Schüler, Freunde und Weggefährten. Ein zentrales Moment im Schaffen der Komponistin war die Suche nach einer eigenständigen lateinamerikanischen Identität in der Neuen Musik.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Im Räderwerk der Demokratie

Die stillen Helfer in Bundestagsbüros

Von Frank Drescher

In einem Kleinbetrieb zu arbeiten, ist nicht jedermanns Sache: Man lernt Chef und Kollegen besser kennen, als einem lieb ist. Der Unternehmenserfolg hängt zu einem großen Teil von einem selbst ab, weswegen man sich vielleicht öfter auf Überstunden und Arbeit außerhalb der üblichen Bürozeiten einlässt, als es der Familie recht ist. Als solche Kleinbetriebe sind auch die Büros der 630 Bundestagsabgeordneten organisiert. Sie beschäftigen knapp 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verlangen absolute Loyalität von ihnen. Bürokorrespondenz, Medienkontakte, Terminplanung und vieles mehr laufen über den Schreibtisch der Abgeordneten-Mitarbeiter. Mit welchen Hoffnungen und Idealen treten die Mitarbeiter ihre Jobs an? Und wie viel lässt der real existierende Politikbetrieb davon nach ein paar Jahren übrig?

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Liebe Mutter, es geht mir gut …

Nach dem Roman von Margaret Millar

Bearbeitung und Regie: Irene Schuck

SWR 2016/50‘08

Helen Clarvoe, ebenso reich wie labil, lebt allein in einer kalifornischen Stadt. Eines Tages klingelt das Telefon, es ist Evelyn Merrick, die ihr Unheil prophezeit. Helen hat Angst und beauftragt ihren Vermögensverwalter, Paul Blackshear, die einstige Schulfreundin zu finden: Evelyn Merrick findet Genugtuung darin, andere ins Unglück zu stürzen. Ihr Hass und ihre Rachsucht nehmen ungeahnte Dimensionen an.

 

Dienstag, 14. November 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Entwicklungshilfe als Investitionsobjekt

Agrarkonzerne sollen die Industrialisierung der Landwirtschaft in Tansania vorantreiben

Von Judith Fehrenbacher

Dlf 2017

Um Armut und Hunger in Afrika zu beenden, gründeten die wichtigsten Industrienationen der Welt die Allianz für Ernährungssicherung. Sie soll industrielle Landwirtschaft im großen Stil voranbringen, dafür wurden riesige Anbauflächen geschaffen. Die Befürworter versprechen eine Win-win-Situation. Doch zunächst scheinen vor allem die Privatinvestoren zu profitieren. Internationale Ernährungs- und Agrarkonzerne sitzen mit im Boot, können Saatgutvereinbarungen diktieren und günstig Land pachten oder erwerben. Kleinbauern und Viehhirten müssen weichen. Kritiker warnen vor prekären Verhältnissen und Hunger.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Ob Acker oder Apotheke

Wie Cannabis die unternehmerische Fantasie anregt

Von Ernst-Ludwig von Aster

Kaum eine Pflanze regt derzeit so stark die unternehmerische Fantasie an wie Cannabis. Seit Jahrhunderten nutzten Menschen die Pflanze als Faserspender. Produzierten Seile und Textilien. Später kamen noch Öl und Dämmstoffe dazu. Seit das Bundesgesundheitsministerium im Frühjahr die medizinische Behandlung mit Cannabis-Präparaten erlaubt hat, träumen viele vom profitablen Medizinalhanf-Anbau. Die frisch gegründete staatliche Cannabisagentur hat einen Bedarf von zwei Tonnen pro Jahr ausgeschrieben. Allerdings darf sich nur bewerben, wer Referenzen über Anbau, Verarbeitung und Lieferung von medizinischem Cannabis von mindestens 50 Kilogramm in den letzten drei Jahren nachweisen kann. Damit sind deutsche Produzenten vorerst außen vor. Doch ab 2019 soll auch hierzulande im großen Maßstab Medizinalhanf geerntet werden.

 

Mittwoch, 15. November 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Heimspiel – Die Deutschlandradio-Orchester und Chöre

Komponist zweier Zeiten

Claudio Monteverdi

Vespro della beata Vergine (Ausschnitte)

RIAS Kammerchor

Capella de la Torre

Leitung: Justin Doyle

Der Musikdruck, den Claudio Monteverdi 1610 Papst Paul V. widmete, enthält neben der berühmten ‚Marienvesper‘ noch die ‚Missa in illo tempore‘, eine großangelegte Messkomposition im Stil des traditionellen Renaissance-Kontrapunktes. Die Vesper fällt deutlich in zwei Werkgruppen auseinander. Da sind zunächst die hochmodernen Concerti – virtuose Solistenmusik, begleitet vom Generalbass. In den Psalmen und im Magnificat wiederum, den Hauptstücken des Abendgottesdienstes, versucht Monteverdi, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen. Dieses Konzept wird aber nur klar, wenn man Messe und Vesper im Zusammenhang aufführt: Ein Großprojekt, das selten gewagt wird. Der neue Chefdirigent des RIAS-Kammerchores, Justin Doyle, gibt damit seinen Einstand.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Mythos Tomate

Glanz und Elend des roten Frischgemüses

Von Annemieke Hendriks und Dirk Fuhrig

Rot, weich, rund – die deutsche Standard-Tomate. Heute gibt es auch grüne, braune, gezackte und herzförmige Züchtungen. Tomaten gelten als Grundnahrungsmittel in Deutschland, Europa, ja weltweit. Ebenso beliebt sind Klagen über faden Geschmack oder Wässrigkeit. Dazu die Angst vor gentechnischen Manipulationen und holländischen Treibhaus-Kulturen. Wir lieben sie und hassen sie. Die Tomate ist mittlerweile Kulturgut, nicht nur bei unseren niederländischen Nachbarn. Auch im Politischen hat sich die rote Frucht schon etabliert – als wenig verletzungsträchtiges, aber wirkmächtiges Wurfgemüse.

 

Donnerstag, 16. November 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Überwachung am Arbeitsplatz

Wer schützt den gläsernen Mitarbeiter?

Am Mikrofon: Birgid Becker

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

marktplatz@deutschlandfunk.de

Vor ein paar Jahren waren Datenschützer alarmiert, wenn Beschäftigte mit versteckten Kameras ausgespäht wurden oder der Mailverkehr beobachtet wurde. Technisch ist heute viel mehr möglich: Firmenausweise mit RFID-Chips können verraten, wer mit wem zum Essen verabredet ist, wer durch welche Tür geht, wer wie oft die Kantine besucht. Oder das Firmen-Smartphone: Navigationsgerät, Terminplaner, Zugangstür ins Internet in einem. Mit dem Einloggen ins Betriebssystem sind Arbeitgeber aber auch in der Lage, lückenlose Tätigkeits- und Bewegungsprofile zu erhalten. Wo sind die Grenzen? Welche Daten der Beschäftigten sind geschützt? Wie viel Privatheit muss auch am Arbeitsplatz gesichert sein?

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Das Lügen der Anderen

Forschungen zur Interkulturalität des Lügens

Von Andrea und Justin Westhoff

Lügen ist im Wesentlichen eine sprachliche Äußerung, und die verbale ebenso wie die nonverbale Kommunikation werden entscheidend von der Kultur geprägt. So lügen zum Beispiel Europäer mit ihrer eher individualistischen Sozialisation anders als etwa Afrikaner oder Asiaten, deren Kulturen stärker auf das Kollektiv ausgerichtet sind. Auch die gesellschaftliche Definition verschiedener Arten von Unehrlichkeit sowie die Bewertung von Wahrheit führt zu unterschiedlichen Täuschungsmanövern. Die neuere Lügenforschung stellt sich deshalb nicht nur zunehmend interdisziplinär sondern vor allem auch kultursensibel auf.

 

Freitag, 17. November 2017

On Stage · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Ida Bang and The Blue Tears

Schwedischer Blues von internationalem Format

Aufnahme vom 20.5.17 beim Bluesfest Eutin

2015, zwei Jahre nach Bandgründung, gewannen Ida Bang and The Blue Tears die schwedische Blueschallenge und vertraten ihr Land beim europäischen Wettbewerb, 2016 erschien das erste Album in voller Länge. Der Auftritt der schwedischen Formation beim Bluesfestival Eutin zeigte eine 26-jährige, charismatische Sängerin mit einer gut eingespielten Band, die alten Blues modern klingen ließen – egal ob Klassiker oder Eigenkomposition. Ida Bang hat den Blues!

Kakadu. Entdeckertag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Rechts, links oder geradeaus

Wie funktioniert unsere Orientierung?

Von Corinna Thaon

Wo geht es zum Supermarkt? Über die Ampel, geradeaus und bei der Kreuzung rechts. Ist doch ganz einfach! Zum Orientieren kombinieren wir alle unsere Sinne. Heute helfen ja auch noch Stadtpläne und Navigationsgeräte. Bloß, wie war das früher? Und wie findet man auf dem Meer oder in der Wüste seinen Weg? Bei der Orientierung mit unseren Sinnen sind wir vielen Tieren unterlegen. Fledermäuse wissen zum Beispiel mit Hilfe von Schallwellen, wohin es geht, oder es gibt Fische, die sich an den elektromagnetischen Feldern der Erde orientieren.

 

Samstag, 18. November 2017

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

„Diese schreckliche Weltkatastrophe”

Erinnerungen einer Ärztin an Tschernobyl

Von Frederik Rother

1986 wird Paulina Zerluk nach Tschernobyl geschickt. Die Neurologin ist Teil eines Ärzteteams, das unmittelbar nach der Reaktorkatastrophe helfen soll. Ohne genaue Informationen über das Ausmaß des Unfalls und die radioaktive Gefahr untersucht Zerluk gemeinsam mit ihren Kollegen die Menschen vor Ort und unterstützt die Evakuierung. Eine Mission, die für viele der Ärzte tödlich endet. Die gebürtige Ukrainerin überlebt, zieht viele Jahre später nach Deutschland und fürchtet, dass mit den Jahrzehnten die Erinnerung an den Atomunfall mit seinen verheerenden Folgen im öffentlichen Bewusstsein verblasst. In den ‚Gesichtern Europas‘ erzählt Paulina Zerluk von den ersten Stunden und Tagen des Einsatzes in Tschernobyl, von der Angst, der eigenen Erkrankung und darüber, wie der GAU ihr Leben für immer verändert hat.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Dazwischen

Intersexuelle Menschen erzählen

Von Karla Krause

Dlf Kultur 2017/ca. 54‘30

(Ursendung)

Ihr Geschlecht ist im Alltag nicht vorgesehen. Allenfalls in der Mythologie tauchen Zwitter oder Hermaphroditen auf. Eltern sind überfordert, wenn ihr Neugeborenes keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale hat und stimmen vorschnell Operationen zu. Mit unumkehrbaren Folgen für das Kind. Noch ist es eine Ausnahme, wenn intersexuelle Menschen ihre Biografien veröffentlichen. Es geht um Skalpelle und Hormone, Chromosomen und Keimdrüsen, ums Verdrängen und Verheimlichen. Die Zumutungen einer Gesellschaft, die ein ‚Dazwischen‘ nicht erträgt.

 

Sonntag, 19. November 2017

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Drifting Away – Von Schlaf und Traum

Die Oneironauten

Mit Traumreisenden durch die Nacht

Von Christoph Spittler

Dlf 2017

Die eigenen Träume steuern? Angeblich funktioniert das. Klarträumen kann man lernen. Die Eingeweihten nennen sich Oneironauten, Traumreisende. Sie inszenieren nächtliche Erlebnisse, die in der Realität eher schwer umzusetzen sind. Fliegen. Donald Trump sein. Sex mit Marilyn Monroe. Klartraum-Anleitungen sind Bestseller, es gibt Internetforen mit Tausenden Mitgliedern und bei YouTube versprechen Tutorials den schnellen Weg zum luziden Träumen. Spirituelle Lehrer bieten Workshops an. Seit Christopher Nolans surrealem Klartraum-Filmepos ,Inception’ ist die uralte Kulturtechnik des luziden Träumens in Mode. Die ewige Faszination des Menschen für alternative Realitäten findet zu ihren Wurzeln zurück: dem Traum. Billiger und besser als die Virtual-Reality-Brille.

Musikfeuilleton · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Verfemte Künstler, verfolgte Musik“

Wiederentdeckung jüdischer Komponisten in München

Von Julia Smilga

Berufsverbote, KZ-Haft, Zwangsarbeit, Raub, Deportation, Vertreibung und Mord wirken bis heute nach, denn von vielen Musikern waren weder Fotos noch Tonaufnahmen oder Kompositionen zu finden. Von anderen kannte man zwar die Namen, ihre Kompositionen waren in Deutschland jedoch noch nie zu hören. 106 Biografien hat Kastner nachgezeichnet, Ergebnisse seiner umfangreichen Recherchen in Deutschland, den USA und Israel.

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