Hörfunktipps KW 44 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 31. Oktober 2016

 

Musikszene  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Ein gute Wehr und Waffen

Der epochale religiöse Nord-Süd-Konflikt und die Folgen für die Musik

Von Frieder Reinighaus

Er bedeutete eine der markanten Zäsuren in der Geschichte Europas: Jener primär durch Glaubensgründe motivierte gesellschaftliche Gärungsprozess, der vor 500 Jahren die deutschsprachigen Lande elektrisierte und dann eskalierte. Die Publikation von Thesen eines Wittenberger Theologen wurde als Zeichen verstanden, einschneidende Veränderungen der römischen Kirche und insbesondere von deren Geldakquisition zu verlangen. Es folgten Forderungen nach grundsätzlichen Korrekturen des sozialen Gefüges und Aufruhr in Gottes Namen. Gelehrte Kritik stellte neue Methoden, Materialien, ›gute Wehr und Waffen‹ bereit in einem Prozess, der zu einer neuerlichen Spaltung der Christenheit führte: zu einer langen Reihe von Religionskriegen mit nachhaltigen politischen, sozialen und kulturellen Folgen. Nicht zuletzt auch für die Musik. Das religiös grundierte musikalische Schisma, überlagert von nationaler Feindschaft, erscheint als eines der zentralen Probleme der europäischen Musikgeschichte.

 

Musik-Panorama  •  21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Neue Produktionen des Deutschlandfunks

Luther-Kantaten von Johann Sebastian Bach (Teil 1/3)

Aus tiefer Not schrei ich zu dir, BWV 38

Ein feste Burg ist unser Gott, BWV 80

Schwingt freudig euch empor, BWV 36

Chorus Musicus Köln

Das Neue Orchester

Leitung: Christoph Spering

Am Mikrofon: Johannes Jansen

(Teil 2 am 26.12.16)

Für manche Nichtprotestanten ist Martin Luther eine Reizfigur. Aber auch jene, die den Reformator kritisch sehen, scharen sich um ihn als Schöpfer eingängiger Kirchenlieder. Bei vielen dieser Lieder war Luther Dichter und Komponist zugleich. Mehr als ein Dutzend Kantaten sind es insgesamt, zu denen sich Johann Sebastian Bach von Luther inspirieren ließ. Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums werden sie vom Alte-Musik-Experten Christoph Spering und seinen Kölner Bach-Spezialisten in einer Gesamtschau auf vier CDs präsentiert.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Video – ich sehe

Über Bildermacht und Bildermacher

Von Ulrike Köppchen

Pausenlos strömen Bilder auf uns ein – allein bei Facebook werden jede Woche mehr als eine Milliarde Bilder und Videos hochgeladen oder geteilt. Und die Bilder werden immer mächtiger: Ein einzelnes Bild, zum Beispiel von einem toten Flüchtlingsjungen am Strand, kann heute die Weltpolitik verändern. Und mit der entsprechenden Software und ein paar Mausklicks kann jeder Bilder verändern und manipulieren – nicht zuletzt das Bild von sich selbst. Welche Folgen hat das, politisch und persönlich? Was machen wir mit Bildern – und was machen sie mit uns?

 

 

Dienstag, 01. November 2016

 

Sprechstunde  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Diagnose Alzheimer – was nun?

Studiogast: Prof. Frank Jessen,

Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Köln

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Die Diagnose Alzheimer ist sowohl für die Betroffenen als auch für ihre Angehörigen ein Schock. Und die meisten fragen sich: Was kommt nun auf uns zu? Tatsächlich ist der Verlauf der Erkrankung individuell sehr unterschiedlich. Einige Medikamente können helfen, den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit hinauszuzögern. Aber klar ist auch: Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Wichtig ist daher, sich gut und offen über die Erkrankung zu informieren. Denn die Demenz verändert den Alltag. Sie bedeutet aber keineswegs, dass ab jetzt nichts mehr möglich ist.

Hörertel.: 00800.4464 4464

sprechstunde@deutschlandfunk.de

 

Alte Musik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Jean Baptiste Lully oder: Vom Ton und Takt des höfischen Divertissement

Von Georg Beck

Die Geschichte des Jean Baptiste Lully lässt sich so und so erzählen. Als romantische Aufstiegsgeschichte vom Florentiner Müllersohn zum mit Privilegien überhäuften Hofkomponisten Louis XIV. Oder auch, so Gérard Corbiau im Kinofilm ›Der König tanzt‹, als barocke Fallstudie über den Prototypen des größenwahnsinnigen Komponisten, der über Leichen geht, Freundschaften (die mit Molière) und sogar die Ehe opfert. An beiden Versionen ist etwas dran. Nur, was ist mit der Musik? Dass Lully ebenso prächtige wie zahlreiche Werke für seinen ruhmsüchtigen König geschrieben hat, konnte nicht folgenlos bleiben. Was macht es mit der Musik, wenn sie so ganz auf Wirkung berechnet ist?

 

 

Mittwoch, 02. November 2016

 

Querköpfe  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Kabarettbundesliga 2016/2017 (1/2)

Saisonauftakt der Deutschen Kabarettmeisterschaft

Von Daniela Mayer

(Teil 2 am 16.11.16) 

Und da geht sie wieder los – die Kabarettbundesliga! Eine der bundesweit größten Kleinkunstwettbewerbe für Nachwuchskabarettisten. 14 Teilnehmer kämpfen bis Juni nächsten Jahres um den Titel ›Deutscher Kabarettmeister‹. Vor den Augen der kritischen Publikumsjury auf 13 Kleinkunstbühnen in ganz Deutschland. Mit dabei sind in diesem Jahr viele erfolgreiche Künstler wie Benjamin Eisenberg, Christine Schütze, Frankfurter Klasse, Helmut Sanftenschneider oder Robert Alan. Am 16. September haben sie sich alle zur Auftaktgala im Renitenztheater Stuttgart getroffen. Die ›Querköpfe‹ waren live dabei. Die ersten sieben Comedians und Kabarettisten werden heute in der Sendung vorgestellt.

 

Hörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Hörspielraum

Herr C. hat immer in Stimmen gedacht

Die Radiofassung von Elias Canettis ›Buch gegen den Tod‹

Vorgestellt von Sylvia Rauer

Ton: Thomas Monnerjahn

DKultur 2016/ca. 59′

(Ursendung)

Seit bald 20 Jahren begleitet Sylvia Rauer mit ihren ›Hörspielräumen‹ den Entstehungsprozess herausragender Stücke von Deutschlandradio Kultur. ›Das Buch gegen den Tod‹ von Elias Canetti erschien postum 2014. Nach welchen Auswahlkriterien destilliert man aus 2500 Seiten Aufzeichnungen ein 350-seitiges Buch? Und wie wird aus diesem ein mehrstimmiges Hörspiel? Aus Aufnahmen während der Produktion, Musik und Interviews mit den Künstlern entsteht ein radiophones Making of.

 

 

Donnerstag, 03. November 2016

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Gute Rendite mit gutem Gewissen

Nachhaltige Geldanlage unter der Lupe

Am Mikrofon: Eva Bahner

Viele Verbraucher setzen inzwischen bei der Geldanlage auf den Klimaschutz – nicht nur aus moralischen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Wenn die Renditechancen ohnehin mau sind, sollte man nicht auch noch fragwürdige Geschäfte unterstützen oder Unternehmen, die Umwelt- und Sozialstandards verletzen, so der Grundgedanke. Doch Öko-Fonds, die das Geld nach nachhaltigen Kriterien anlegen, sind immer noch Nischenprodukte, und der Begriff der Nachhaltigkeit ist durchaus dehnbar. Wie kann man also sichergehen, dass das Geld tatsächlich umwelt- und sozialverträglich angelegt wird? Wie schützt man sich vor zu riskanten Investitionen? Oder: Muss man für ein gutes Gewissen generell Abstriche machen bei der Rendite? Diese und andere Fragen beantwortet Eva Bahner im heutigen ›Marktplatz‹ wenige Tage vor dem Weltklimagipfel in Marrakesch.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Historische Aufnahmen  •  22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Jugendliche Heroine

Die Sopranistin Dame Gwyneth Jones (*1936)

Am Mikrofon: Kirsten Liese

Als Brünnhilde im Bayreuther Jahrhundert-Ring schrieb sie Geschichte. Gwyneth Jones verkörperte diese Figur jugendlicher und mädchenhafter als zuvor die hochdramatischen Sängerinnen der frühen Nachkriegszeit. Damit war sie die ideale Besetzung für die legendäre, kapitalismuskritische Inszenierung von Patrice Chéreau, die zur Premiere für große Skandale sorgte. Die Karriere der gebürtigen Waliserin aus Pontnewnynydd, die ursprünglich aufgrund ihres dunklen Timbres als Mezzosopran eingestuft wurde, begann Anfang der 60er-Jahre in Zürich, wo sie in Glucks Musikdrama ›Orfeo ed Euridice‹ debütierte und 1964 als Amelia in Verdis ›Maskenball‹ ins Sopranfach wechselte. Schon bald darauf avancierte sie zu einer bedeutenden Interpretin der Sieglinde in Wagners ›Walküre‹. In den 70er-Jahren, ihrer großen Zeit, entwickelte die Sopranistin mit Partien wie der ›Fidelio‹-Leonore oder der Marschallin im ›Rosenkavalier‹ ihre ganz unverkennbare Farbe.

 

 

Freitag, 04. November 2016

 

Das Feature  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Femme fatale fürs Kapital

Ayn Rand und der Geist der USA

Von Tom Schimmeck

Regie: Matthias Kapohl

DLF 2016

Ihre Eltern flohen vor der Revolution in Russland. Mit 21 Jahren ging Alissa Sinowjewna Rosenbaum auf eigene Faust in die USA und erfand sich als Ayn Rand neu. In ihren Romanen und Abhandlungen pries sie das egoistische Individuum, das sich über die Masse erhebt. »Altruismus«, sprach Rand bei ihrem letzten Vortrag 1981, »ist ein monströser Gedanke und nicht kompatibel mit dem Kapitalismus.« Rand hasste den Staat wie jedes Kollektiv. Die kleine Frau mit dem herben Akzent avancierte zur kältesten Kriegerin gegen alles Rote und eifrigsten Verfechterin eines entfesselten Kapitalismus. Ronald Reagan war ihr zu lasch. Das Feuilleton kritisierte ihre Mammutwerke als Seifenopfern der Propaganda. Rand selbst hielt ihre Weltsicht des Objektivismus für vollkommen rational. Bald wuchs eine treue Anhängerschar heran, die sie mit Vorträgen beglückte. Bis heute wird die Autorin vom Silicon Valley bis an die Wall Street kultisch verehrt.

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Video Scores

Von Christian Marclay

Hamburger Bahnhof Berlin

Aufzeichnung vom 28.10.16

Mit ensemBLE baBEL, Elliott Sharp, Shelley Hirsch, Christian Marclay

Freunde Guter Musik/DKultur 2016/ca. 50′

(Ursendung)

Der Künstler Christian Marclay arbeitet gern mit vorgefundenem Material: alte Schallplatten, Fotos, Filmfragmente. Dabei löst Marclay immer wieder Klänge aus – konkret im Lautsprecher oder imaginär in den Köpfen der Betrachter. Seine Werkreihe ›Video Scores‹ macht Bilder zu Partituren. Die Musikerinnen und Musiker folgen einer filmischen Montage (›Screen Play‹ 2005), einem Comic (›Comic Book‹ 2016) und einer Diashow (›Zoom Zoom‹ 2007–2009).

 

 

Samstag, 05. November 2016

 

Klassik-Pop-et cetera  •  10:05 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Sänger Michael Volle

Michael Volle wuchs mit sieben Brüdern und Schwestern im Schwarzwald auf. Später studierte er bei dem Bariton Josef Metternich und dem legendären Gesangspädagogen Rudolf Piernay. Volle gewann früh einige renommierte Gesangswettbewerbe und absolvierte die klassische Karriere eines Nachwuchssängers mit Stationen an den Stadttheatern von Bonn, Düsseldorf und Köln. Flugs folgten Einladungen für den Bariton an die Mailänder Scala, die Pariser Oper, die Wiener Staatsoper und zu den Salzburger Festspielen. Einige Jahre gehörte Michael Volle zum Ensemble der Züricher Oper. Dort sang er auch seinen ersten ›Beckmesser‹ in Wagners ›Meistersingern‹, eine Rolle, mit der er auch bei den Bayreuther Festspielen auftrat. Seit fast zehn Jahren gehört er außerdem zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper München. In die Haut des Radiomoderators schlüpft Michael Volle heute für ›Klassik-Pop-et cetera‹.

 

Feature  •  18:05 – 19:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Geschichten vom Verschwinden

Von Erika Harzer

Regie: Friederike Wigger

DKultur 2016/ca. 54’30

(Ursendung)

Fort, unauffindbar, verloren, verschollen, verschwunden. Es gibt viele Synonyme für das Verschwinden. Menschen aus Syrien, Palästina und afrikanischen Ländern sterben auf ihrer Flucht nach Europa beim Versuch, das Mittelmeer zu überqueren. Flüchtlinge aus Mittelamerika erleben das gleiche Schicksal auf ihrem gefährlichen Weg durch Mexiko in die USA. Auch wenn das Verschwinden im Mittelmeer sich vom Verschwinden in Mexiko unterscheidet, gibt es doch eine gemeinsame Ursache: die illegalen Wege, die Menschen einschlagen müssen, um vor Krieg und Gewalt zu fliehen.

 

 

Sonntag, 06. November 2016

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Präsidentschaftswahlen in den USA

Die Frauen-Partei – über Hillary Clinton und das Sozialwesen

Von Namara Smith

Übersetzung aus dem Amerikanischen Katrin Höller

Ist Hillary Clinton eine fortschrittliche Politikerin? Diese Frage stellte die Moderatorin bei der Primary-Debatte zwischen Clinton und Sanders in New Hampshire im Februar. Clinton antwortete, sie sei »eine fortschrittlich Denkende, die die Dinge auch gern erledigt«. Ihr gesamter Lebensweg sei ein eindeutiger Beweis für eine fortschrittliche Haltung. Bernie Sanders hatte sie als moderat bezeichnet und herausgestellt, moderat und progressiv seien unvereinbar. Während Clinton das Establishment verkörpere, sei er Repräsentant der ganz normalen Amerikaner. Hillary Clinton argumentiert aus der Überzeugung, den sozialen Wandel der 60er-Jahre mitgestaltet zu haben. Seit die Zeitschrift Life sie 1969 als Studentin des Protests porträtierte, handelt die Rechte sie als radikale Feministin. Hinter Sanders’ Worten steckt die sture Überzeugung eines Mannes, der sich seit Kalte-Kriegs-Zeiten als Sozialist bezeichnet. Namara Smith, geboren 1986 ist Mitherausgeberin des amerikanischen Essay n+1.

 

Kakadu  •  08:05 – 09:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Hörspieltag

Das Phantom in der Schule

Von Anna-Luise Böhm

Regie: Klaus Michael Klingsporn

Komposition: Lexa A. Thomas

DKultur 2016

Moderation: Ulrike Jährling

(Ursendung)

Chrissi hat fast die Schule angezündet. Aber nur aus Versehen! Trotzdem darf er nicht mit zur großen Schulfahrt und muss mit zwei anderen Kindern, die auch etwas ausgefressen haben, in der Schule bleiben. Und mit der strengen Direktorin, die ihnen Strafarbeiten aufbrummt. Nö! Chrissi hat vor, die ganze Woche über wütend in der Ecke zu sitzen. Doch dann liegt ein halber Döner in der Schulküche und das ist nur der Anfang der Spukerei. Chrissi erkennt, dass ein Phantom in der leeren Schule umgeht und die drei Kinder machen sich auf die Suche.

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