Montag, 24. Oktober 2016

 

Musikszene  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Harmonie ohne Grenzen

40 Jahre European Union Youth Orchestra

Von Sylvia Systermans

Verbundenheit im Verschiedensein oder Einheit in Vielfalt, für diese Leitidee der Europäischen Union steht auch das European Union Youth Orchestra, kurz EUYO. Aus allen 28 EU-Staaten stammen die rund 140 Orchestermitglieder, alle sind zwischen 16 und 26 Jahre alt und alle exzellente Instrumentalisten. In diesem Jahr feiert das Jugendorchester der Europäischen Union sein 40-jähriges Bestehen. Doch Partystimmung wollte nicht so recht aufkommen, stand das Orchester wegen ungeklärter Finanzierung ausgerechnet im Jubiläumsjahr zeitweilig kurz vor dem Aus.

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

The Electrification of Rhythm

Von Andrey Smirnov

DISK-CTM/HKW/DKultur 2016/ ca. 50′

Das Rhythmicon gilt als erster Drumcomputer der Musikgeschichte. Entwickelt wurde es 1932 von Leon Theremin für den Komponisten Henry Cowell. Ausgehend von dieser Erfindung erkundet der Klangforscher Andrey Smirnov die Entwicklung des mathematischen Verständnisses von Rhythmus und Musik. Historiker, Theoretiker, Komponisten und Technologen diskutieren in einem fiktiven Dialog lang vergessene Konzepte und Musikmaschinen.

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Einspruch angenommen

Hartz IV vor Gericht

Von Maximilian Klein

»Antrag abgelehnt«, oder »Leistung verweigert«, oder »Die Wohnung, in der Sie leben, ist zu groß. Sie müssen ausziehen.« Eine Ablehnung kostet den oftmals überlasteten Sachbearbeiter der Agentur für Arbeit wenige Sekunden. Deutlich mehr Aufwand hat dann die Widerspruchsstelle. Vor elf Jahren traten die Hartz-IV-Reformen in Kraft. Kein Gesetzespaket war so häufig Ausgangspunkt für juristische Streitfälle wie dieses. Noch immer ist die Zahl der Klagen sehr hoch. Ein eigener juristischer Markt hat sich gebildet. ›Probleme mit dem Hartz-IV-Bescheid? Wir helfen‹. Anzeigen wie diese findet man vor allem in urbanen Brennpunkten. Welche Ursachen liegen der Einspruchsflut zugrunde? Hat die Politik solch massive Fehler gemacht? Gleichzeitig gibt es Aussagen, dass eben diese Reformen für den Aufschwung und jetzigen Wohlstand maßgeblich waren. Der Gerichtssaal als Mikrokosmos der Politik.

 

 

Dienstag, 25. Oktober 2016

 

Sprechstunde  •  10:10 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Essstörungen: Magersucht, Bulimie und Binge-Eating

Studiogast: Prof. Stephan Herpertz, Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Die Gedanken drehen sich nur noch ums Essen und die Figur, der eigene Körper wird verabscheut, Essen findet nur noch heimlich statt – all das sind untrügliche Zeichen für eine Essstörung. Vor allem junge Frauen, aber auch zunehmend Männer sind von Magersucht, Bulimie oder vom Binge-Eating-Syndrom betroffen, den mittlerweile häufigsten psychosomatischen Erkrankungen. Unbehandelt können Essstörungen zu Organschäden und sogar zum Tod führen. Wo bekomme ich Hilfe bei Magersucht oder Bulimie? Wie erkenne ich die Erkrankungen bei meinen Kindern? Welche Therapieangebote gibt es?

Hörertel.: 00800.4464 4464

sprechstunde@deutschlandfunk.de

 

Alte Musik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Universum JSB

Der ›Actus tragicus‹ – Höhepunkt und größtes Rätsel des jungen Bach

Von Michael Maul

Seit Beginn der Bach-Renaissance geraten Musikliebhaber beim Hören des ›Actus tragicus‹ BWV 106 in Verzückung. Albert Schweitzer bekannte gar, er würde »zweihundert Bach-Kantaten hergeben für hundert in der Art des Actus tragicus«. Kein Wunder: Denn das Stück bietet ein Kompendium der Kunstgriffe des jungen Bach und ist ohne Zweifel das Gipfelwerk der protestantischen Kirchenkantate älterer Prägung. Aber es wirft auch Fragen auf: Wann entstand die Komposition? Wer wurde damit zu Grabe getragen? Und was macht ihre eigentümliche Schönheit aus? Michael Maul vom Leipziger Bach-Archiv wird in der Sendereihe ›Universum JSB‹ versuchen, diese Geheimnisse zu ergründen und den zahlreichen Hypothesen zur Entstehungsgeschichte des ›Actus tragicus‹ nachgehen.

 

 

Mittwoch, 26. Oktober 2016

 

Querköpfe  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Besorgte Bürger und die Zukunft unseres Abendlandes

Die sächsische Kabarettszene in Zeiten von Pegida und Co.

Von Torsten Thierbach

Seitdem in Sachsen wieder Tausende Menschen auf die Straßen gehen, lautstark und mit Plakaten demonstrieren, seitdem ist eine gesellschaftliche Debatte entflammt. Eine Diskussion darüber, wie wir künftig leben, wie viel kulturelle Veränderung wir zulassen wollen. Und durch die Gewalttaten in Bayern, die jüngst von Menschen mit muslimischem Hintergrund begangen wurden, sind die Fragen zur Zukunft unseres Abendlandes nicht leichter geworden. Eine spannende Zeit fürs Kabarett, vor allem in Sachsen. Wie geht die sächsische Kleinkunstszene mit den aktuellen Entwicklungen um? Welche Bühnenstücke widmen sich in welcher Form den Sorgen der besorgten Bürger? Welche Antworten haben die ostdeutschen Ensembles auf Pegida und Co.? Ein kabarettistisches Stimmungsbild von Torsten Thierbach.

 

Feature  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Zazie und der lange Kerl im Autobus S.

Mit Isabella Archan, Ludwig Harig

Ton: Helmut Will

SR 1992/ca. 54’30

Raymond Queneau wurde am 21. Februar 1903 in Le Havre geboren und starb vor 40 Jahren, am 25. Oktober 1976, bei Paris. Für Anekdoten über sein Leben bot er wenig Stoff. Umso reicher ist sein Werk, das mit einem Bausatz für hunderttausend Milliarden Sonette verblüffte und in dem er systematisch die französische Literatur für die Alltagsprache öffnete. Funktioniert das auch in der Übertragung? Übersetzer und ein Hörspielregisseur sprechen über Queneaus bekanntestes Werk, die ›Stilübungen‹.

 

 

Donnerstag, 27. Oktober 2016

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Grenzgänge(r)

Leben, Arbeiten und Einkaufen in der EU

Am Mikrofon: Henning Hübert

Die Folgen der Brexit-Abstimmung hat es vielen erst bewusst gemacht: Zu den Versprechen der Europäischen Union gehört, jedem EU-Bürger das Leben, Arbeiten und Einkaufen in allen Mitgliedsstaaten leicht zu machen. Zollfrei einkaufen jenseits der Grenze ist heute schon eine Selbstverständlichkeit. Für Apothekerinnen, Physiotherapeuten, Immobilienmakler, Krankenschwestern und sogar Bergführer gibt es einheitliche Europäische Berufsausweise. Auch die Roaming-Kosten für die Mobiltelefonie außerhalb des Heimatlandes sind im EU-Raum deutlich gesunken. Welche Rechte habe ich, wenn ich mit Einkäufen oder Dienstleistungen jenseits der Grenze unzufrieden bin? Worauf gilt es beim Job in der Sozialversicherung und für spätere Rentenansprüche zu achten? Was ändert sich durch das Brexit-Referendum für deutsche und EU-Arbeitnehmer in Großbritannien und für Briten hier? Henning Hübert klärt gemeinsam mit Experten und Expertinnen im ›Marktplatz‹ auf.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Zeitfragen. Feature  •  19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Licht und Leben

Wie Sonne und Lampen den Körper beeinflussen

Von Elmar Krämer

Licht kann krank, Licht kann aber auch gesund machen. Es kann die Laune heben oder Depressionen verstärken – nicht umsonst spricht man vom Winterblues. Bis zu 100 000 Lux bekommt der Körper im Sommer bei blauem Himmel an einem Tag – im Winter bei bedecktem Himmel einen Bruchteil dessen. Welche Wirkung haben die unterschiedlichen Anteile im Licht auf die Hormonsteuerung des Körpers, welche Bedeutung haben Tageslicht und Kunstlicht? Die Lichtindustrie hat ausgefeilte Konzepte entwickelt, jede Gegebenheit ins rechte Licht zu setzen. So können Menschen im Büro durch das entsprechende Licht wach gehalten, Schüler und Studenten aufnahmefähiger ›geschaltet‹ werden und natürlich wird auch das Fleisch im Supermarkt an der Theke so beleuchtet, dass es richtig lecker aussieht. Das ›Zeitfragen. Feature‹ wirft Licht aufs Licht und beleuchtet die Methoden, die eingesetzt werden, damit die Gesundheit nicht im Schatten des Alltags stehen bleibt.

 

 

Freitag, 28. Oktober 2016

 

Das Feature  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Der Musterflüchtling

Episoden aus der deutschen Willkommenskultur

Von Jenny Marrenbach

DLF 2016

Das soziale Start-up ›Flüchtlinge Willkommen‹ vermittelt Geflüchtete in deutsche WGs. Im Sommer 2015 expandierte es: Getragen von einer Welle der Hilfsbereitschaft, konnte das Berliner Drei-Personen-Projekt 15 neue Mitarbeiter einstellen, die Wohnungsvermittlungen liefen auf Hochtouren. Doch spätestens seit der Silvesternacht in Köln sind viele einst solidarische Deutsche deutlich reservierter. Sie wollen eigentlich niemanden mehr aufnehmen – und verbrämen ihre Scham darüber mit expliziten Wünschen: ›Christlich, weiblich, gut ausgebildet‹ soll der Flüchtling sein, den sie aufnehmen. Gern auch ›vegan, homosexuell‹. Manche ziehen ihre Zusage ganz zurück. Es gebe eh nur muslimische Araber, und die seien nun einmal frauenfeindlich. Gibt es sie noch, die deutsche Willkommenskultur?

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Festival Radio Revolten

Halle (Saale)

Aufzeichnungen vom 1.–27.10.16

EBU Tuesdays

Von Anna Friz, Jeff Kolar, Kristen Roos, Sarah Washington, Knut Aufermann, Mark Vernon

Radio Revolten/DKultur 2016/ 54’30

(Ursendung)

Radiokunst ist vielstimmig. Das zeigt das Festival Radio Revolten in Halle (Saale) vom 1. bis 30. Oktober 2016, das 70 Künstlerinnen und Künstler aus 17 Ländern in Ausstellungen und Performances präsentiert. Immer dienstags heißt es ›Aufnahme läuft‹ für Klangperformances in Zusammenarbeit mit der EBU Ars Acustica Group. Wir senden einen Querschnitt der Auftritte von sechs internationalen Größen der Radiokunst.

 

 

Samstag, 29. Oktober 2016

 

Studio LCB  •  20:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Aus dem Literarischen Colloquium Berlin

Lesung: Navid Kermani

Gesprächspartner: Nora Bossong und Norbert Miller

Am Mikrofon: Maike Albath

Navid Kermani legt jetzt einen ungewöhnlichen Liebesroman vor. ›Sozusagen Paris‹ heißt er, und man wittert Romantik und Ironie. Ein in die Jahre gekommener Schriftsteller begegnet seiner Jugendliebe wieder, über die er gerade einen Roman geschrieben hat. Der habilitierte Orientalist Navid Kermani studierte in Köln, Kairo und Bonn, lebte einige Jahre in Isfahan und jetzt in Köln. Während er in seinen Poetikvorlesungen ›Über den Zufall‹ Bezugspunkte in der deutschen Literaturgeschichte auffächerte, nahm er in seinem Essay ›Ungläubiges Staunen‹ die Bildwelt des Christentums aus muslimischer Perspektive in den Blick. ›Sozusagen Paris‹ knüpft an den schmalen Band ›Große Liebe‹ an, in dem der Liebesfuror eines Heranwachsenden in der westdeutschen Provinz mit islamischer Mystik verschmolzen war. Im ›Studio LCB‹ diskutiert Navid Kermani mit der Schriftstellerin Nora Bossong und dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller über die Möglichkeiten des fiktionalen und essayistischen Schreibens.

 

Feature  •  18:05 – 19:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Es gibt noch Leute, die gern Goethe lesen

Besuch in einem deutschen Altersheim in Santiago de Chile

Von Manuela Reichart

Mit Max Urlacher, Britta Jacobi, Manuela Reichart

Ton: Thomas Monnerjahn

DKultur 2015/54’25

500 000 Chilenen haben deutsche Wurzeln. Die Bewohnerinnen des Altersheims im Stadtteil Vitacura sind Chileno-Alemanes. Die alten Damen gehören zu den letzten ihrer Art: Sie denken und fühlen deutsch, waren immer pünktlich und ordentlich und lieben die Sprache ihrer Eltern. Sie erinnern sich an den Großvater, der jedes spanische Wort am Tisch verbot, an chilenische Freunde, die als Liebespartner nicht in Frage kamen, an die Propaganda der Nazis und den unerschütterlichen Glauben an das ›gute Deutschland‹, an Allende und Pinochet und die Einsicht, dass die deutsche Tradition in Chile der Vergangenheit angehört.

 

 

Sonntag, 30. Oktober 2016

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Präsidentschaftswahlen in den USA (4/4)

Wie Rousseau Trump voraussagte

Von Pankaj Mishra

Aus dem Amerikanischen von Anna Panknin

Jean-Jaques Rousseaus Angriff auf die kosmopolitischen Eliten des 18. Jahrhunderts wertet der indische Essayist Pankaj Mishra im historischen Rückblick als prophetische Tat. Heute zieht Donald Trump im Wahlkampf lautstark die ungebildeten Schichten den globalen Eliten vor, beim Brexit wurde ebenso vernehmlich gegen ›unelected elites‹ und ›experts‹ gewettert. Mishra folgert aus dieser globalen Bewegung, es sei unumgänglich, dass die vielfältigen Gesellschaften Amerikas und Europas ihre Prinzipien auf eine Weise neu definieren, die explizit andere religiöse und metaphysische Weltanschauungen anerkennen. Dazu müssen viele aus der Aufklärung stammende, überholte Denkgerüste aufgegeben werden. Pankaj Mishra, geboren 1969, ist Ökonom, Soziologe, Essayist und Romanautor. Er lebt in London und im nordindischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Sein Essay ›Wie Rousseau Trump voraussagte‹ erschien zunächst im August 2016 im The New Yorker.

 

Kakadu  •  08:05 – 09:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Kakadus Reisen

Der Leipziger Hauptbahnhof

Zu Besuch im größten Kopfbahnhof Europas

Moderation: Paulus Müller

Mit täglich über 120 000 Reisenden ist der Leipziger Hauptbahnhof einer der größten Bahnhöfe der Deutschen Bahn. 21 Gleise, inklusive zweier Tunnelgleise, auf denen die S-Bahn fährt. 2011 war er Bahnhof des Jahres, seit 1915 gibt es ihn schon. Doch wie funktioniert so ein Bahnhof? Wer stellt die Weichen, wer sorgt für Anschlüsse und wer kümmert sich darum, dass die Züge pünktlich abfahren? Kakadu lässt sich die Funktionsweise eines Bahnhofs erklären und besucht Stellwerk und Leitstelle. Und er hat entdeckt, dass der Bahnhof außerdem ein ziemlich großes Einkaufszentrum ist – viele Besucher kommen täglich zum Bahnhof, obwohl sie gar nicht mit dem Zug fahren wollen.

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