Hörfunktipps KW 41 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 10. Oktober 2016

 

Musikszene  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk               

Ngoma, Filimbi, Litungi

Musikwelten Tansanias

Von Bettina Brand

Ein vergessener Schmelztiegel der Kulturen: Bagamoyo, die ehemalige Hauptstadt der Kolonie Deutsch-Ostafrika. Im 19. Jahrhundert ist sie Umschlagplatz für Elfenbein und Kopra und von zentraler Bedeutung für den florierenden Sklavenhandel, heute aber nurmehr ein facettenreiches Juwel verschiedenster Musiktraditionen Tansanias. Nach Bagamoyo kommen Musiker aus allen Teilen des Landes und lehren und studieren die Musik der 125 verschiedenen Kulturen Tansanias. Im Institute of Arts and Culture traf Bettina Brand u.a. den Sohn des weltbekannten Hukwe Zawose, der mit Peter Gabriel auf Amerikatournee ging. In Bagamoyo findet jedes Jahr ein ausladendes Festival statt, das allerdings immer mehr auf Moderne und Kommerz ausgerichtet ist. Die traditionelle Musik hat sich inzwischen ins unerschlossene Hinterland zurückgezogen. Dort hat Autorin Brand authentische Musik gefunden, gespielt auf Trommeln, Flöten, Leiern und dem Musikbogen Zeze, begleitet von traditionellen Gesängen.

 

In Concert  •  20:03 – 21:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

26. Rudolstadt-Festival

Konzertbühne Heinepark

Aufzeichnung vom 10.7.16

Matthias Schriefl und Band

Moderation: Holger Beythien

Als dreijähriger Bub soll der gebürtige Allgäuer Matthias Schriefl einer defekten Trompete die merkwürdigsten Töne und Geräusche entlockt haben. Vier Jahre später erhielt er Trompeten- und Klavierunterricht, wurde 2011 Bundessieger bei Jugend musiziert und spielte mit 15 Jahren als jüngstes Mitglied im Landes-Jugendjazzorchester Bayern und im Bundesjazzorchester. Matthias Schriefl, wie viele seiner (Jazz-)Kollegen stets auf der Suche nach neuen, ungewöhnlichen Klängen und Rhythmen, veröffentlichte 2012 mit ›Six, Alps & Jazz‹ eine erstaunliche CD. Das Anliegen umschreibt er so: Crossover, und das im besten Sinne des Wortes. Der Jury des Weltmusikpreises RUTH beim diesjährigen Rudolstadt-Festival war dieser Ansatz und seine virtuose Umsetzung einen Preis wert. Davon konnte sich das Festivalpublikum selbst überzeugen, als der Preisträger mit einer 13-köpfigen Bigband und einem furiosen Konzert den Rudolstädter Heinepark auf den Kopf stellte.

 

Kriminalhörspiel  •  21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Schwenkfutter

Von Oliver Bukowski

Regie: Alexander Schuhmacher

Mit Michael Rotschopf, Nadja Engel, Barbara Philipp, Marie Gruber, Jördis Triebel, Mandy Rudski, Axel Wandtke und Arnd Klawitter

Ton: Martin Eichberg

DKultur 2016/ca. 59′

(Ursendung)

Filmemacher Tim Fengler will über Snaps, den degradierten Kommissar Morten van de Jørgensen, ein Porträt drehen: ›Der Star in der Pampa‹. Kirsten Kleeberg, Leiterin der Polizeidirektion Frankfurt/Oder, möchte das nicht zulassen. Fenglers ambitionierte Mitarbeiterin hat im Dorf bereits Atmosphären für den Film gedreht, sogenanntes Schwenkfutter. Dann ist der Regisseur tot, sein Gesicht zertrümmert, sein Studio ausgeraubt und angezündet. Aus Berlin reist der Anwalt Dr. Benninghaus an.

 

 

Dienstag, 11. Oktober 2016

 

Das Feature  •  19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Quoten, Zahlen, Traumata

Jesidische Flüchtlinge

in Deutschland

Von Bettina Rühl

SWR/DLF 2016

Milizionäre des IS hatten sie vergewaltigt, zum Teil mit ihren Kindern verschleppt und viele von ihnen schwer missbraucht. Rund 5000 Frauen im Nordirak wurden Opfer der Terroristen, die insgesamt hunderttausende Jesiden aus ihren Dörfern und Städten vertrieben hatten. Im Jahr 2015 beschloss die baden-württembergische Landesregierung 1000 schwer traumatisierte Flüchtlinge aufzunehmen. In ihrer Heimat konnte ihnen kaum jemand helfen, weil es zu wenige ausgebildete Psychotherapeuten gibt. Deshalb kamen sie nach Deutschland. Aber war den traumatisierten Frauen wirklich klar, was ein Leben ohne ihre Familie im fremden Deutschland für sie bedeuten würde? Und waren die deutschen Helfer dem Ansturm gewachsen? Die Autorin hat die Frauen auf ihrer Reise nach Deutschland und beim Versuch eines Neuanfangs begleitet.

 

Alte Musik  •  22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Dietrich Buxtehude und der ›Stylus phantasticus‹

Von Yvonne Petitpierre

»Eine gerechte Würdigung verlangt, dass Buxtehude einen Platz neben Bach erhalte«, notiert Phillip Spitta 1873 in seiner Bach-Biografie. Große Bewunderung für den Orgelvirtuosen Dietrich Buxtehude hegte Johann Sebastian Bach bereits 1705, als er von Arnstadt über 400 Kilometer zu Fuß nach Lübeck aufbricht, um sein musikalisches Vorbild zu hören und um »daselbst ein und anderes in seiner Kunst zu begreifen«. Auch Georg Friedrich Händel sowie Johann Mattheson reisen an, um mit seiner Orgelkunst vertraut zu werden. Darüber hinaus liebäugeln beide damit, einmal sein Nachfolger in Lübeck zu werden. Den Stil der vielen Orgelpräludien und Triosonaten Buxtehudes beschreibt Mattheson in seiner Schrift ›Der vollkommene Capellmeister‹ wegen seiner ungebundenen und freien Satzform als ›Stylus phantasticus‹.

 

 

Mittwoch, 12. Oktober 2016

 

Querköpfe  •  21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Männlich. Weiblich. Weißnich.

Kabarettist_*Innen über Political Correctness und die
Gender-Debatte

Von Luigi Lauer

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist ein altes, wichtiges und immer noch sehr aktuelles Thema. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – davon ist die Gesellschaft immer noch weit entfernt. Dafür stellt die Genderforschung kuriose und umstrittene Forderungen. So hält sie die geschlechtsspezifischen Zuordnungen für überwiegend soziale Konstruktionen und will Begriffe wie Junge/Mädchen/Vater/Mutter abschaffen. Für die deutsche Schriftsprache soll sogar der ›Emanzipativ‹ verbindlich werden, sprich: Unterstrich, Sternchen und großes Binnen-I. Soviel steht fest: Gendern eint nicht, Gendern spaltet. Ausgerechnet Frauenmagazine, geschrieben und geleitet von Frauen, kommen gut ohne den Emanzipativ aus. Die Genderklientel hat ebenso absurde Forderungen hervorgebracht wie die Befürworter der Herdprämie. Für beide Lager gilt ein Satz von Volker Pispers: »Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur!«

 

Feature  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Geld und Wut

Heimatlos

Tokios digitale Tagelöhner

Von Serotonin

Mit Jule Böwe, Bernhard Schütz

Autorenproduktion im Auftrag von WDR/SWR/DKultur 2011/53’02

Sie nennen sich selbst Freeter – eine Wortschöpfung aus dem englischen free und der letzten Silbe des deutschen Wortes Arbeiter – und sie werden immer mehr: gut ausgebildete junge Japaner, die sich dem System der Festangestellten verweigern. Nicht alle freiwillig, aber doch frei. Manche von ihnen wohnen sogar in Internet-Cafés und suchen sich dort online Arbeit. Ihre Habe passt in einen Rucksack. Einige Cafés stellen für diese digitalen Obdachlosen die Infrastruktur bereit – und machen gute Geschäfte mit ihnen.

 

 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

 

Marktplatz  •  10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Mehr als schnell und preiswert

Das Eigenheim als Fertighaus

Am Mikrofon: Manfred Kloiber

Die Villa Undine ist eine echte Perle an der Promenade des Ostseebades Binz auf Rügen. Das markante Wollgasthaus von 1855 ist eines der ersten Fertighäuser in Deutschland. Dabei verbinden viele Menschen mit Fertighauskonzepten eher architektonische Schlichtheit. Für den einen sind Fertighäuser der Inbegriff industrieller Bauweise. Für den anderen sind sie der Schlüssel zum finanzierbaren Eigenheim. Doch längst wird diese Gebäudeform mit unterschiedlichen Varianten in vielen verschiedenen Materialien geliefert, die Spielraum für eigene Ideen bieten. Welche Baustoffe kommen zum Einsatz, wie viel individuellen Gestaltungsspielraum bieten Fertighauskonzepte? Wie energiesparend können Häuser in Fertigbauweise sein? Und last but not least: Wie viel Zeit und Geld spart ein Fertighaus wirklich gegenüber der Massivbauweise? Diese und Ihre Fragen klärt Manfred Kloiber gemeinsam mit Expertinnen und Experten.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Länderreport  •  13:30 – 14:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Bergab im Ruhrgebiet

Arbeitslosigkeit, Armut und Tristesse

Von Wolfram Goetz

Deutschland ist ein reiches Land, mit einer boomenden Wirtschaft. Davon kommt allerdings im Ruhrgebiet – der ehemals wichtigen Stahl- und Kohleregion – nichts an. Hier gibt es viele bedürftige Menschen, vor allem so viele bedürftige Kinder, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Und es geht seit Jahren immer mehr bergab.

 

 

Freitag, 14. Oktober 2016

 

Das Feature  •  20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Die Frau in Weiß

Die Künstlerin Mary Bauermeister

Von Sabine Fringes

Regie: Helga Mathea

DLF 2014

In ihrer Kindheit konnte Mary Bauermeister Farben riechen, Musik sehen, Bilder hören. Als junge Frau initiierte sie um 1960 in Köln eine künstlerische Bewegung, die man später Fluxus nannte. In ihr Atelier in der Lintgasse 28 kamen Komponisten und bildende Künstler wie John Cage, Christo, Joseph Beuys und Nam June Paik. Wenn sie ihre Werke ausstellte, erklang dazu elektronische Musik, komponiert und gespielt von Karlheinz Stockhausen, dessen zweite Frau sie wurde. Ihren künstlerischen Durchbruch erlebte sie in New York, bevor sie in den 70er-Jahren wieder zurückkehrte: In der Nähe von Köln erwarb sie für sich und ihre Kinder ein großes Wald- und Gartengrundstück, dessen Wege Kraftlinien folgen, die Bauermeister erspürt hat. Nach wie vor bestimmt die Natur ihr Schaffen. Und zunehmend auch der Tod: Ganz bewusst bereitet sich die 82-Jährige auf ihren Abschied vor: »Ich bin mit nichts gekommen, ich gehe mit nichts.«

 

Klangkunst  •  00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

The Electrification of Rhythm

Von Andrey Smirnov

Produktion: DISK-CTM/HKW/ DKultur 2016/ca. 50′

(Ursendung)

Das Rhythmicon gilt als erster Drumcomputer der Musikgeschichte. Entwickelt wurde es 1932 von Leon Theremin für den Komponisten Henry Cowell. Ausgehend von dieser Erfindung erkundet der Klangforscher Andrey Smirnov die Entwicklung des mathematischen Verständnisses von Rhythmus und Musik. Historiker, Theoretiker, Komponisten und Technologen diskutieren in einem fiktiven Dialog lang vergessene Konzepte und Musikmaschinen.

 

 

Samstag, 15. Oktober 2016

 

Klassik-Pop-et cetera  •  10:05 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Opernintendant Uwe Eric Laufenberg

Uwe Eric Laufenberg, geboren 1960 in Köln, ist kein ›Theaterenfant terrible‹, sondern ein begeisterter Handwerker, der zunächst selbst auf der Bühne bestehen musste. Nach seiner Schauspielausbildung in Essen folgten erste Engagements in Darmstadt. Mitte der 80er-Jahre wechselte er als Regieassistent und Schauspieler nach Frankfurt, weitere Stationen als Regisseur und Schauspieler folgten. Seit Beginn der 90er-Jahre machte er sich auch als Opernregisseur im In- und Ausland einen Namen. 2004 wurde er Intendant des Hans Otto Theaters in Potsdam, 2009 kehrte er nach Köln zurück. Unter seiner Intendanz wurde die Kölner Oper 2012 in der Fachpresse zum ›Opernhaus des Jahres‹ gekürt. Nach vorzeitiger Vertragsauflösung in Köln ist Laufenberg seit 2014 als Intendant und Regisseur am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden tätig. Als Ersatz für Jonathan Meese übernahm er im Sommer 2016 unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die Neuinszenierung des Parsifal bei den Wagner Festspielen in Bayreuth.

 

Lange Nacht  •  00:05 – 03:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Dies ist, was wir teilen

Die Lange Nacht der Literatur aus Flandern und den Niederlanden

Mit Griet Op de Beeck, Lot Vekemans, Fikry el Azzouzi, Geert Mak, Kris Van Steenberge und Tommy Wieringa

Musik: An Pierlé

Moderation: Annick Ruyts und Johannes W. H. Konst

Regie: Monika Künzel

»Dit is wat we delen« – »Dies ist, was wir teilen« – unter diesem Motto sind Flandern und die Niederlande 2016 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Mit oft beklemmender Aktualität teilen sechs Autorinnen und Autoren (Tommy Wieringa, Fikry El Azzouzi, Lot Vekemans, Griet Op de Beeck, Geert Mak und Kris Van Steenberge) in dieser ›Langen Nacht‹ den ebenso rebellierenden wie besorgten Blick auf die individuelle Freiheit, die als Versprechen der offenen Gesellschaft stand. Diese ›Lange Nacht‹ verspricht literarische und musikalische Begegnungen, die – wie unsere Nachbarn – vertraut und immer wieder überraschend sind.

Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

 

Sonntag, 16. Oktober 2016

 

Essay und Diskurs  •  09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Präsidentschaftswahlen in den USA (2/4)

La frontera – Bericht von der meistfrequentierten Grenze der Welt

Von Leslie Jamison

Aus dem Amerikanischen von Kirsten Riesselmann

(Teil 3 am 23.10.16)

Es gibt Mexikaner, für die die Grenze keine große Sache ist. Einige haben eine Art EZ Transit-Pass, sie gehen eben mal rüber, um sich ein Paar Sneaker zu kaufen. Für andere ist ›la frontera‹ das Ende der Welt. Sie haben nicht einmal Geld für einen Anruf, um einen Termin für ein Visum-Interview zu machen. San Ysidro, Tijuana, Mexicali, Calexico: Leslie Jamison führt uns in ihrem Essay zurück ins Jahr 2010, an die Grenze zwischen den USA und Mexiko, die Donald Trump mit einer Mauer verriegeln will. Der mexikanische Drogenkrieg hat seine Spuren hinterlassen, die Autorin ist auf dem Weg zu einem Autorentreffen und staunt über komplexe Kartell-Legenden und Grenzland-Mythen, die nicht nur die Bewohner, sondern auch Durchreisende befangen machen. »Ich fürchte mich davor, irgendetwas falsch verstanden zu haben. US-Amerikaner sind bekannt dafür, alles Mögliche falsch zu verstehen, wenn es um die Konflikte in anderen Ländern geht.«

 

Kakadu für Frühaufsteher  •  07:30 – 08:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Erzähltag

Ein ehrlicher Schwindler

Von Kati Obermann

Gelesen von Tilmar Kuhn

DKultur 2012

Moderation: Ulrike Jährling

So ein Mist aber auch. Dass ihn seine Idee, wie er sein Taschengeld aufbessern könnte, auf die Polizeiwache bringen würde, damit hat Gustav nicht gerechnet. Dabei hat er doch gar nichts Schlimmes getan. Er hat für das Geld wirklich gearbeitet, hat Regale aufgefüllt im Discounter. Dummerweise wollten die in dem Markt nur Praktikanten einstellen, die mindestens vierzehn Jahre alt sind. Also hat Gustav sich eben etwas älter gemacht. Es waren auch alle zufrieden mit ihm, er sollte sogar am Tag darauf wiederkommen. Doch damit fing der Schlamassel an.

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