Hörfunktipps KW 39 Deutschlandfunk Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Montag, 26. September 2016

 

Musikszene • 20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Tierische Tonsprachen

Annäherungen an die Zoomusikologie

Von Magdalene Melchers

Kulturwissenschaftliche Studien beschäftigen sich seit Jahrzehnten mit Aspekten von Tierlauten – mit deren wissenschaftlicher Wahrnehmung, Imitation in künstlerischem Kontext sowie mit deren Bedeutung für die Beziehung zwischen Mensch und Tier. In der erst vor wenigen Jahren etablierten Zoomusikologie stehen tierische Lautäußerungen im Fokus, die man als Musik statt nur als Kommunikation bezeichnen kann. Aus menschlicher Sicht wohlgemerkt. In der Geschichte der von Menschen komponierten Musik sind vorrangig Vogelgesänge zu finden – von der Renaissance bis heute bietet die Imitation von Tierlauten jedoch eine unerschöpfliche Quelle an Inspirationen. Tiere liefern auch ganz direkt Klangmaterial für Kompositionen oder sind Teil musikalischen Miteinanders. Mittlerweile fragen sich Wissenschaftler, ob Musik ein rein menschliches Phänomen ist. Im Hintergrund der ästhetischen Auseinandersetzung mit tierischen Lauten stehen ethische Fragen, Forderungen wie nach Tierrechten.

Zeitfragen. Feature • 19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Abitur in Kochen, Fußball und Tischtennis

Eine Bildungsgeschichte

Von Knut Benzner

Hannover 1973, die landesweit erste Integrierte Gesamtschule, die IGS Roderbruch, nimmt den Betrieb auf. 120 Schüler von anderen Gymnasien, von Mittelschulen sowie die sogenannten Kollegiaten, also Schüler, die bereits eine Lehre hinter sich haben (alles paritätisch zu je einem Drittel verteilt), nutzen das riesige Schulgelände zunächst noch alleine. Das Projekt ist ganz vom Reformgeist dieser Tage durchdrungen. Die Lehrer werden geduzt, vor jeder Stunde stimmt die Klasse ab, ob geraucht werden darf, und die ständigen Auseinandersetzungen mit politischen Splittergruppen prägen den Unterricht. Alles ist verhandelbar, und man kann tatsächlich in Kochen, Fußball und Tischtennis Abitur machen. Geschadet hat es den Schülerinnen und Schülern offenbar nicht. Der Jahrgang brachte Rechtsanwälte, hochrangige Ärzte, Doktoren an physikalischen Instituten, Ministerialbeamte oder Mitarbeiter des DAAD hervor. Und einer landete beim Radio.

 

Kriminalhörspiel • 21:30 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Ein Spiel

Von Peter Gugisch

Regie: Uwe Schareck

Mit Udo Schenk, Friedhelm Ptok, Gustav Peter Wöhler, Peter Rühring, Max von Pufendorf und Claudia Eisinger

Komposition: Tobias Kremer

Ton: Andreas Stoffels und Sonja Rebel

DKultur 2016/52’43

(Ursendung)

Sie haben es schwer miteinander: die vier Schriftsteller, die Kriminalromane verfassen, und der alte Kommissar, den nur die wirklichen Fälle interessieren. Bei einem Autorentreffen sind sie sich begegnet, aber erst bei der gemeinsamen Heimfahrt im Zugabteil kommen sie sich näher. Da erfinden sie ein Spiel, in dem es um Schuld und Sühne, um kriminalistische Kleinarbeit und um einen Mörder geht.

 

 

Dienstag, 27. September 2016

 

Jazz Live • 21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

In The Country

Morten Qvenild, Piano, Elektronik

Roger Arntzen, Kontrabass

Pål Hausken, Schlagzeug

Aufnahme vom 19.11.14 aus der ›Unterfahrt‹ in München

Am Mikrofon: Harald Rehmann

›Sunset Sunrise‹, so überschreibt das norwegische Trio ›In The Country‹ eines seiner Alben – und wie ein Naturereignis voller Romantik und Monumentalität kommt dessen Musik auch über die Zuhörer. Pianist Morten Qvenild, Bassist Roger Arntzen und Schlagzeuger Pål Hausken demonstrieren, wie sich eingängige, fast schon hypnotisch eindringliche Melodiestrukturen mit avanciertem, pulsierendem Piano-Jazz und der pathosgeladenen Rockdynamik nach Art des legendären Esbjörn Svensson Trios zu einer ganz eigenen Klanglandschaft gestalten lassen. Dabei kommen auch eine Reihe elektronischer Gerätschaften zum Einsatz, die den Natursound von Konzertflügel, Kontrabass und Perkussionsinstrumentarium verändern, erweitern, mystifizieren … Ein Konzert mit ›In The Country‹ ist daher nicht allein ein musikalischer Genuss, sondern auch ein geradezu rituelles Klangereignis.

 

Alte Musik • 22:00 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Das Prinzip Ciaconna

Von Bernhard Schrammek

Seit dem frühen 17. Jahrhundert taucht in verschiedenen musikalischen Quellen Italiens der Begriff Ciaconna (oder auch Chacona bzw. Chaconne) auf. Gemeint ist damit ein Musikstück, das auf einem stets gleichbleibenden, kurzen Bassmotiv beruht. Später wurde der Terminus auch in Frankreich und im deutschsprachigen Raum nicht nur für dieses spezielle Thema, sondern auch für die Ostinatoform allgemein verwendet. Ob Monteverdi, Couperin oder Bach – viele bedeutende Komponisten der Barockzeit haben das Ciaconna-Modell in ihren Werken verwendet.

 

 

Mittwoch, 28. September 2016

 

Musikforum • 22:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Taktstocktiger mit Samtpfoten

Der Dirigent Manfred Honeck

Von Hildburg Heider

Welch ein Kontrast! Der bedächtige, freundliche Gesprächspartner verwandelt sich auf dem Podium in einen Taktstocktiger, furios bis in die Fingerspitzen. Der Saal beginnt zu glühen, wenn der Österreicher Manfred Honeck am Pult steht. Seine Musikerlaufbahn begann er als Bratscher bei den Wiener Philharmonikern. Dann hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt, selbst die Klangmassen eines Sinfonieorchesters zu entfesseln. Nach ersten Dirigierstationen in Zürich, Leipzig und Stockholm war Honeck von 2007 bis 2011 Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart. Seit 2008 leitet er das Pittsburgh Symphony Orchestra, mit dem er bereits etliche Meisterwerke des sinfonischen Repertoires von Beethoven bis Bruckner auf CD eingespielt hat.

 

Konzert • 20:03 – 21:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Musikfest Bremen

Konzertsaal Die Glocke

Aufzeichnung eines Konzertes mit Ausschnitten aus Suiten und Opern v0n Jean-Philippe Rameau mit der Sopranistin Robin Johannsen und MusicAeterna unter der Leitung von Teodor Currentzis am 8. September 2016

Das Musikfest Bremen – 1989 von Thomas Albert gegründet – ist ein Festival für das Besondere. Es hat Bremen als Kulturstandort gestärkt, es birgt Innovationen und beweist alljährlich Pioniergeist. Das Deutschlandradio ist Medienpartner der Musikfest Bremen.

 

 

Donnerstag, 29. September 2016

 

Marktplatz • 10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Krank durch Übersäuerung?

Basenreiche Ernährung auf dem Prüfstand

Am Mikrofon: Ursula Mense

Seit langem geistert die Übersäuerung als Ursache zahlreicher Krankheiten durch die Presse. Wir essen alle zu viele Säure bildende Lebensmittel, so der Tenor. Und falls die Übersäuerung des Körpers nicht Krankheiten auslöse, seien wir zumindest chronisch müde, hätten Kopfschmerzen oder Haarausfall. Inzwischen lebt ein ganzer Industriezweig vom Verkauf dieser Produkte. Welche Lebensmittel sind eigentlich basisch und welche sauer? Wie sieht eine basische Ernährung aus? Welche Funktion haben ergänzende Basenpulver aller Art oder entsprechende Tabletten? Wie funktioniert der sogenannte Säure-Basen-Haushalt? Ursula Mense diskutiert ihre und unsere Fragen gemeinsam mit Ernährungsexperten, Schulmedizinern und Naturheilkundlern, die sich selbst uneins über den Einfluss des sogenannten Säure-Basen-Haushalts auf unseren Organismus sind.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Länderreport • 13:30 – 14:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Naturschutz versus Geschichtsklitterung am Westwall

Von Anke Petermann

Einst errichteten die Nazis an der Grenze zu Frankreich, Belgien und Luxemburg den sogenannten Westwall. Nach dem Krieg wurden große Teile des einst über 600 Kilometer langen Bollwerks von den Alliierten gesprengt. Später ließ der Bund die unfallträchtigen Ruinen beseitigen, zuletzt gegen immer heftigere Proteste von Natur- und Denkmalschützern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Der Umweltverband BUND warb erfolgreich für einen Biotop-Verbund, den ›Grünen Wall im Westen‹, analog zum ›Grünen Band‹ an der früheren innerdeutschen Grenze. Längst überwuchern seltene Farne und Moose die Ruinen. Rheinland-Pfalz hat eine Stiftung gegründet, die den grünen Wall fördert. Inzwischen aber macht sich mancherorts am alten Westwall auch historischer Wildwuchs breit: Militaristen und Rechtsextremisten deuten das Areal um zu einer germanischen Wehrlandschaft.

 

 

Freitag, 30. September 2016

 

Das Feature • 20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

23 Jahre in der Todeszelle

Der Fall Debra Milke

Von Rosvita Krausz

Regie: Claudia Kattanek

DLF 2016

Am 3.12.1989 wird in der Wüste von Arizona die Leiche eines kleinen Jungen entdeckt, Christopher Milke, vier Jahre alt. Seine Mörder: Jim Styers, Vietnamveteran, und Roger Scott, debil und schizophren. Doch Detective Armando Saldate nimmt auch Christophers Mutter, Debra Milke, fest. Er verhört sie ohne Zeugen oder Tonbandaufnahmen, fertigt drei Tage später ein Geständnis aus dem Gedächtnis an, das Debbie nie gesehen oder unterschrieben hat. Ein Prozess folgt, bei dem alle rechtsstaatlichen Grundsätze außer Kraft gesetzt werden. In Arizona zählt das Wort des Sheriffs – Debbie wird zum Tode verurteilt. Erst neun Jahre später finden sich Fürsprecher, die den Justizirrtum auf einer Website ›Freiheit für Debbie Milke‹ ins Netz stellen und eine Kampagne starten. Nach insgesamt 24 Jahren Haft, 23 davon in der Todeszelle, wird Debra Milke 2015 endlich freigesprochen.

 

Klangkunst • 00:05 – 01:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Festival mikromusik

Elisabethkirche Berlin

Aufzeichnung vom 4.9.16

Realtime Voices 2

Komposition: Tomomi Adachi, Serge Baghdassarians und Boris Baltschun, Joanna Bailie, Turgut Erçetin, Hanna Hartman, Maximilian Marcoll

Neue Vocalsolisten

Neue Vocalsolisten/DKultur/ Berliner Künstlerprogramm des DAAD 2016/ca. 50′

(Ursendung)

Wie konstruiert man einen Augenblick? Diese Frage stellen sich sechs Komponistinnen und Komponisten in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Ensemble Neue Vocalsolisten. Die Stimme wird zum Spiegel verschiedenster Formen von Gegenwart: Tomomi Adachi verarbeitet aktuelle Zeitungsausschnitte und Twitter-Zitate; Serge Baghdassarians und Boris Baltschun dekonstruieren die Abkürzung EFSF (European Financial Stability Facility); Joanna Bailie vergrößert die Klänge einer Alltagsszene; Turgut Erçetin sondiert Räume, die in türkischen Politiker-Reden zum Kurdenkonflikt anklingen; Hanna Hartman untersucht stimmliche Reaktionen und Rituale bei drohender Gefahr; Maximilian Marcoll schließlich spielt mit der beiläufigen Allgegenwart von Stimmen im Alltag.

 

 

Samstag, 1. Oktober 2016

 

Klassik-Pop-et cetera • 10:05 – 11:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Schauspieler, Moderator und Kabarettist Harald Schmidt

Zynischer Humor und markige Sprüche waren der Treibstoff, mit dem Harald Schmidt fast 20 Jahre auf Sendung ging. Der Spross einer katholischen Familie begann Mitte der 80er-Jahre seine kabarettistische Laufbahn im Düsseldorfer Kom(m)ödchen. In Satire-Sendungen wie ›Schmidteinander‹ verbuchte Harald Schmidt Anfang der 90er im Fernsehen erste große Erfolge. 1995 kam seine Harald-Schmidt-Show heraus, die bei wechselnden Sendern bis 2014 ausgestrahlt wurde. Neben seiner Arbeit beim Fernsehen war er viele Jahre Ensemblemitglied am Bochumer Schauspielhaus und im Staatstheater Stuttgart, schrieb Bücher und Kolumnen, schipperte als Kreuzfahrtdirektor in der ZDF-Reihe ›Das Traumschiff‹ über die Weltmeere und ermittelt aktuell als Kriminaloberrat im SWR-Schwarzwald-Tatort aus Freiburg. Auch den Deutschlandfunk nimmt Harald Schmidt nicht ganz so ernst und schüttelt, lässig und hintersinnig zugleich, seine Ausgabe von ›Klassik-Pop-et cetera‹ aus dem Ärmel.

 

 

Lange Nacht • 00:05 – 03:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Da braut sich was zusammen

Die Lange Nacht über das Bier

Von Günter Herkel

Regie: Beate Ziegs

Bier gilt neben Wasser und Tee als das am weitesten verbreitete Getränk der Welt. Noch immer ist es das beliebteste Getränk der Deutschen. In diesem Jahr wird der 500. Geburtstag des bayerischen Reinheitsgebots zelebriert. Aber die Geschichte dieses Kulturgetränks begann bereits viel früher. Bier begleitet den Menschen seit seiner Sesshaftwerdung. Welche Eigenschaften machten und machen das Bier populär? Nach dem Zweiten Weltkrieg boomen Bierproduktion und -absatz weltweit. Aber die Massenproduktion lässt die Vielfalt verkümmern. Dagegen regt sich in jüngster Zeit Widerstand. Zunächst in den USA, seit einigen Jahren auch in Deutschland, gehen junge Brauer daran, neue Biere zu kreieren oder längst vergessene traditionelle Bierstile wiederzubeleben. Die ›Lange Nacht‹ zeichnet die Kulturgeschichte des Biers nach. Brauer, Sommeliers und andere Biergenießer geben Auskunft darüber, was in ein gutes Bier hinein gehört und was nicht.

Die ›Lange Nacht‹ wird ab 23:05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 2. Oktober 2016

 

Zwischentöne • 13:30 – 15:00 Uhr  •  Deutschlandfunk  

Musik und Fragen zur Person

Der Dokumentarfilmer

Simon Brückner im Gespräch

mit Joachim Scholl

Mit drei Jahren bestand er darauf, ›King Kong‹ sehen zu dürfen, auf dem Schoß seiner Eltern, mit neun Jahren sah er den US-Blockbuster ›Zurück in die Zukunft‹, von da an wusste Simon Brückner: Ich will Filme machen! Nicht der Spielfilm, sondern der Dokumentarfilm wurde dann sein Genre, im vergangenen Jahr gewann Simon Brückner mit ›Aus dem Abseits‹ den ersten Preis beim Münchener DokFilmfestival. Den langen Weg bis zum Erfolg, seine aktuellen Projekte, das Ringen um Fördergelder und auch die stets prekäre Situation im deutschen Dokumentarfilm wird Simon Brückner in den ›Zwischentönen‹ darstellen.

 

Kakadu für Frühaufsteher • 07:30 – 08:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Erzähltag

Die Sache mit Ole

Von Angela Bernhard

DKultur 2016

(Ursendung)

Moderation: Paulus Müller

Lenya ist ein mutiges Mädchen, das sich nichts von den Jungen in ihrer Klasse sagen lässt. Auch nicht von Ole, obwohl der als der größte Angeber in der Klasse gilt. Ausgerechnet die beiden bleiben während der Bibliotheksführung zusammen im Lift stecken. Die Handys haben im Liftschacht keinen Empfang, der Notruf ist ohne Funktion. Und als wäre das nicht Stress genug, behauptet Ole auch noch unvermittelt, dass er Monstergeräusche hört. Nun stehen die beiden vor der Wahl: Eine mögliche Rettung abzuwarten oder sich selbst einen Weg in die Freiheit zu suchen.

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