Hörfunktipps KW 39 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 25. September 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Grundton D 2017 – Konzert und Denkmalschutz (5)

‚Mother’

Werke von Duke Ellington, Charlie Chaplin, Stevie Wonder u.a.

Jacky Terrasson, Klavier

Stéphane Belmondo, Trompete und Flügelhorn

Aufnahme vom 14.7.2017 aus dem Speicher am Kaufhauskanal in Hamburg-Harburg

Die Anfänge der musikalischen Zusammenarbeit von Pianist Jacky Terrasson und Trompeter und Flügelhornist Stéphane Belmondo reichen 30 Jahre zurück. Kennen- und schätzen gelernt haben sie sich in den 80er-Jahren in Paris. Mitte der 90er-Jahre spielten sie dann gemeinsam in der Band von Sängerin Dee Dee Bridgewater. Vor gut sechs Jahren standen sie für ein Konzert in Südfrankreich wieder gemeinsam auf einer Bühne. Aus dieser erneuten Zusammenarbeit entwickelte sich die Idee zum Projekt ‚Mother‘, das im vergangenen Jahr auf CD veröffentlicht wurde und gewissermaßen das programmatische Rückgrat des ‚Grundton D‘-Konzerts in Hamburg-Harburg darstellte.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Europa in der Krise

Gerät die Parteiendemokratie aus den Fugen?

Von Thomas Otto

Spätestens, seit 2015 eine Rekordzahl Geflüchteter die EU erreichte, haben Rechtspopulisten großen Zulauf erhalten: Jarosław Kaczyñskis PiS in Polen, Viktor Orbáns Fidesz in Ungarn, Pegida und die AfD in Deutschland, Identitäre, Islamfeinde, Rechtsextremisten. Zugleich sind in vielen Ländern Europas die etablierten Parteien in einer Vertrauenskrise. Befindet sich Europa noch mitten in dem Rechtsruck, den wir in den vergangenen Jahren beobachten konnten? Oder zeigen die enttäuschenden Ergebnisse für Geert Wilders Partij voor de Vrijheid in den Niederlanden und Marine Le Pens Front Nationale in Frankreich, dass es sich nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt?

 

In Concert · 20.03 – 21.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Freilichtbühne Stadtpark Hamburg

Y’akoto and Band

‚Mermaid Blues Tour‘

Es gibt sie noch, die rauchigen Soulstimmen, die uns die Schauer über den Rücken laufen, das Herz stillstehen und die Seele alles vergessen lassen, was um uns herum geschieht, weil sie sich ganz der Musik hingibt. Die 29-jährige Sängerin Y’akoto ist eine Meisterin darin. Mit 21 Jahren begann sie, ihre eigene Musik zu machen und in diesen Songs von dem zu sprechen, was sie bewegt. Sie wollte dafür eine ganz puristische Musikform finden, in der das Erzählte im Vordergrund steht. „Es ist vielleicht nicht klassischer Soul, weil ich viele Afro-Elemente, Hip-Hop, R&B und Funk mit hineinnehme, Spoken Words oder auch einfach nur A-Cappella-Gesang. Und deswegen ist es mehr so eine Soundrecherche, also Soul Seeking“, beschrieb sie ihren Stil, dem sie auch auf ihrem dritten Studio-Album ‚Mermaid Blues‘ treu geblieben ist.

 

Dienstag, 26. September 2017

Hörspiel · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

ALLE WOLLEN ALLES!

Textkonzert von Jörg Albrecht

Ein Mitschnitt vom Kölner Kongress 2017

Was könnte literarisches Erzählen in diesen Jahren, dieser Gesellschaft sein? Was ist die einzelne Geschichte, wenn einerseits lineare Biografien Instrumente des Neoliberalismus geworden sind und andererseits der rote Faden namens Nation sich anschickt, repressive politische Bündnisse zusammenzunähen? Die einzelne Geschichte und die Geschichte von der Einzelnen/der Vereinzelten, wie leisten sie einem doppelten Rechtsruck – Richtung Marktentfesselung und Richtung homogener Gesellschaft – Vorschub? Das Textkonzert lässt verschiedene Stimmen gegen und miteinander sprechen, um einer Literatur auf die Spur zu kommen, wie sie das 21. Jahrhundert ein- und abfordert.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.0 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Klimaanlage der Erde

Moore sind ökologisch bedeutend und ökonomisch nützlich

Von Lutz Reidt

Schwermütig, dunkel, geheimnisvoll: In unserer Vorstellung sind Moore meist eine unheimliche und nutzlose Ödnis. Doch weit gefehlt. Moore sind wertvoll und schützenswert. Sowohl in Deutschland als auch auf globaler Ebene sind sie Trinkwasserspeicher, Hochwasserschutz und Heimat für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Und vor allem halten sie Unmengen an Kohlenstoff von der Atmosphäre fern, der ansonsten in Form des Treibhausgases Kohlendioxyd das Weltklima noch weiter aufheizen würde. Der Autor berichtet in seiner Langzeitbeobachtung von der erfolgreichen Renaturierung eines Moores in Niedersachsen und zeigt Perspektiven auf, wie sich ökologisch bedeutsame Moorstandorte auch ökonomisch sinnvoll nutzen lassen.

 

Mittwoch, 27. September 2017

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Auswärtsspiel – Konzerte aus Europa

Philip Glass

‚Etüden‘ für Klavier solo und als Arrangements für Klavier und Streichquartett

Víkingur Ólafsson, Klavier

Siggi String Quartet

Der Zeitpunkt war bewusst gewählt. Pünktlich zum 80. Geburtstag des Komponisten Philip Glass im Januar dieses Jahres veröffentlichte das Label Deutsche Grammophon ein Album, das die Klavieretüden des legendären Schöpfers der Minimal-Music in den Mittelpunkt stellte. Die Aufnahme war zugleich das unkonventionelle CD-Debüt des isländischen Pianisten Víkingur Ólafsson, der zur Tonsprache von Philip Glass eine besonders enge Beziehung hat. In der Harpa Concert Hall in Reykjavík widmete Olafsson am 24. März vor heimischem Publikum einen ganzen Konzertabend dem Klavierwerk von Philipp Glass. In der Sendung werden Ausschnitte daraus vorgestellt.

Länderreport · 13.05 – 14.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

U.a. Gastarbeiter im Priestergewand

Katholische Kirche wirbt Nachwuchs im Ausland an

Von Nana Brink

Seit Jahren gibt es in der katholischen Kirche in Bayern kaum noch Priesternachwuchs. Im vergangenen Jahr wurden 33, dieses Jahr 30 neue Pfarrer im Freistaat geweiht. Damit ist der Bedarf in den Gemeinden aber bei weitem nicht abgedeckt. Daher werben die Bistümer Priester aus dem Ausland an, aus Polen, aus Indien oder aus afrikanischen Ländern. Derzeit arbeiten rund 600 ausländische Priester in bayerischen Gemeinden. Für die Kirchgänger wie für die Priester ist das nicht immer ganz einfach. Immer wieder kommt es zu Konflikten. Unsere Autorin Nana Brink hat zwei Gemeinden in der Nähe von München besucht, eine wird von einem Priester aus Polen geleitet, die andere von
einem Priester aus dem Kongo.

 

Donnerstag, 28. September 2017

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Auf der Tastatur der Gefühle

Porträt des französischen Sopransaxofonisten Émile Parisien

Von Karl Lippegaus

Seit er als Achtjähriger zum Saxofon griff, wurde für Émile Parisien die improvisierte Musik wie eine Sprache – „mit ihren Verknüpfungen und Verschachtelungen, versteckten Bedeutungen und geheimen Verstecken.“ Klangsensibilität und Formbewusstsein zeichnen sein bewegendes Spiel aus, ein besonderer Sound und der Ausdrucksreichtum des Jazz. Die Tatsache, dass Parisien in Cahors im Südwesten Frankreichs geboren wurde, habe wenig Bedeutung für seine Arbeit, sagt er. „Ob in England, der Schweiz, Deutschland, Portugal oder Spanien – die improvisierte Musik ist wirklich ein gemeinsames Terrain für alle.“

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Naturbedingte Ungleichheit?

Wie Evolutionsbiologen gegen Gleichstellung zu Felde ziehen

Von Gaby Mayr

Die Evolutionsbiologie untersucht, nach welchen Prinzipien sich Lebewesen fortentwickeln. Einige Wissenschaftler nutzen den klangvollen Ruf ihrer Disziplin für politische Attacken: gegen Gleichstellung und gegen Gender Studies. Diese Evolutionsbiologen berufen sich auf die Wissenschaft. Sie erhalten einige öffentliche Aufmerksamkeit, denn sie liefern scheinbar gute Argumente für althergebrachte Machtstrukturen. Fachkollegen und Wissenschaftsforscherinnen halten nun dagegen. Sie belegen, wie jede scheinbar objektive naturwissenschaftliche Erkenntnis von ihrer jeweiligen Zeit beeinflusst wird, sie sprechen über die Vielfalt der Geschlechterverhältnisse in der Natur und stellen die komplexen Zusammenhänge zwischen biologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dar.

 

Freitag, 29. September 2017

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Nachtfehl

Eine Zimmerreise

Von Paula Schneider

Regie: Fabian von Freier

Dlf 2017

Ein Mann. Mal sieht er nicht den Kuchen vor sich und spricht weniger als der Wind am Fenster. Dann wieder erzählt er. Aus einem Deutschen Reich, das ihm ein Auge ausschießt. Aus einer DDR, die ihm das zweite Auge tränen lässt. Aus dem Lehreralltag im sozialistischen Ghana und im sozialistisch-islamisch-revolutionären Irak. Geschichte. Geschichten. Fröhlich, unerwartet, bitter. Auch vom unerwarteten Tod seiner ersten Frau erzählt er, und wie er danach den Wald hochrennt, Tage, Wochen, Monate. Und er erzählt vom Dasein nun in der Altenwohnanlage, wo er zum Kind wird. Am bittersten aber sind die Geschichten über seine zweite Frau. Leidenschaftlich, seltsam, gemein. Realität verschwimmt, wie die Sehkraft. Krampft. Zittert unter der Geißel Parkinson. Oder unter der Medikation. Wo ist die Grenze zwischen falsch und richtig? Ein fiebriges, halluzinogenes Hörstück, eine Begegnung in und mit der Nacht.

Klangkunst · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Festival mikromusik

daadgalerie Studio, Berlin

Kompositionen von Max Eastley, Charo Calvo und Arturas Bumšteinas

Dlf Kultur/DAAD 2017/ca. 54‘30

(Ursendung)

Kompositorische Erkundungen von Mikroräumen, Mikroresonanzen und Mikrotonalität erzeugen ein nuancenreiches Klangbild und thematisieren das Dazwischen. Das Mikrofon als zentrales Instrument in Elektronik und Sound Art wiederum bildet (Klang-) Realität ab und wirkt als Vergrößerungsglas und Ausgangspunkt für Transformation.

 

Samstag, 30. September 2017

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Die A-cappella-Gruppe Les Brünettes

Bunt ist die Musikpalette der Quotenfranzösin Juliette Brousset und ihrer Mitstreiterinnen Julia Pellegrini, Stephanie Neigel und Lisa Herbolzheimer. Dahinter stecken vier Stimmfarben von hoch bis tief, von rauchig bis zart. Für ihr jüngstes Album coverten die vier Braunhaarigen die Songs der Beatles in den Abbey Road Studios und schritten wie seinerzeit die Pilzköpfe über den berühmtesten Zebrastreifen Londons. Begegnet sind sie sich als Gesangsstudentinnen in Mannheim. A cappella ist seit 2010 das Thema von Les Brünettes. Sie waren Preisträgerinnen des A-cappella-Wettbewerbs in Leipzig und von Vokal.total in Graz. Ihr abwechslungsreiches Miteinander zwischen Harmonie und Ironie stellen sie als Gastmoderatorinnen von ‚Klassik-Pop-et cetera‘ filigran und ausgelassen unter Beweis.

Feature · 18.05 – 19.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Adelante Muchachos

Kolumbianische Männer nach dem Bürgerkrieg

Von Étienne Röder

Regie: Beate Ziegs

Dlf Kultur 2017/ca. 54’‘

(Ursendung)

Irgendwo an Kolumbiens Karibikküste sitzen drei Männer an einem Tisch. Sie träumen von der Zukunft und sinnieren über Familie, Krieg und Frieden. Die Männer waren Soldaten dreier verfeindeter Armeen: der Guerilla, der Paramilitärs und der Armee. Doch das wissen sie nicht. Schweigen über die Vergangenheit ist die Bedingung dieses Gesprächs, das es so eigentlich noch nicht geben kann. Denn auch, wenn das Bemühen um einen Friedensvertrag die politische Agenda Kolumbiens beherrscht, bleibt die Frage, wie nach so vielen Jahren der Gewalt ein Zusammenleben möglich ist?

 

Sonntag, 1. Oktober 2017

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Cyclomania

Radfahrer – Anarchisten in Funktionskleidung

Von Günter Beyer

Regie: Uta Reitz

DLF 2015

Mit seinem Mountainbike fegt ein Mann rücksichtslos über den belebten Bürgersteig. Schülerinnen mit Ohrhörern radeln traumverloren auf Hollandrädern entgegen der Fahrtrichtung. Radfahrer haben seit geraumer Zeit ein ausgedehntes ‚Du darfst!‘-Biotop besetzt, getragen von einer warmen Welle gesellschaftlichen Wohlwollens und dem Credo: „Die Stadt gehört uns!“ Radler sind eben die Guten. Sie verschleudern keine fossilen Energien und tun etwas für ihre Gesundheit. Ihretwegen müssen keine Autobahnen und Tiefgaragen gebaut werden. Vorbei die Zeit der Hosenspangen. Heute kommen Radfahrer selbstbewusst in teurer schweißsaugender Funktionskleidung daher. Radfahren: eine anhaltende Erfolgsstory ohne Rücktritt.

Kakadu Hörspieltag · 8.05 – 9.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Flummi-Bruder

Von Judith Ryuters

Dlf Kultur 2017/ca. 50‘

(Ursendung)

Baltus hat einen kleinen Bruder, der ständig nervt, immer laut ist und nie macht, was man ihm sagt. Und endlich weiß Baltus, warum das so ist. Felix kommt aus einer anderen Welt, man muss ihn nur zurückbringen und dann ist alles für alle gut. In einem alten Abrisshaus weht durch einen Spalt ein ganz merkwürdiger Wind. Felix ist ganz verzaubert davon, und schwupps gleiten die beiden Brüder hindurch und kommen ins Land der Fliobaren. Nur Felix stellt sich dumm an, er erkennt einfach nichts hier, und schon streiten die beiden wieder. Felix rennt wütend weg und den Aufpassern in diesem Land genau in die Arme. Noch ehe Baltus helfen kann, schleppen sie Felix auf eine Burg. So hatte sich Baltus den Ausflug nicht gedacht. Er setzt alles daran, seinen kleinen Bruder zu befreien.

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