Montag, 10. September 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Tage Alter Musik Regensburg 2018

Musik als Heilmittel gegen die Pest in Venedig

Werke von Giovanni Gabrieli, Claudio Monteverdi, Alessandro Grandi u.a.

Leitung: Lambert Colson

Mit seinem in Brüssel beheimateten Ensemble InAlto gelangt der 32 Jahre alte Franzose Lambert Colson immer mehr in den Mittelpunkt der Alte-Musik-Welt. Der Virtuose auf dem Blasinstrument Zink hat sich auf die Musik an der Schwelle von der Renaissance zum Barock spezialisiert und tritt mit klug zusammengestellten Programmen und exzellenten Konzertauftritten hervor. Bei den diesjährigen Tagen Alter Musik in Regensburg präsentierte er Musik aus Venedig, die man in den Zusammenhang mit dortigen Pestepidemien in den Jahren 1575 und 1630 stellen könnte, an denen rund ein Viertel der Bevölkerung gestorben ist.

 

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Meine größte Angst ist, dass mir das auch passiert”

Wenn Scheidungskinder erwachsen werden

Von Teresa Sickert

In Deutschland befand sich die Scheidungsrate um die Jahrtausendwende auf einem historischen Höchststand. Rund 200.000 Ehen wurden jährlich geschieden, in etwa der Hälfte der Fälle waren minderjährige Kinder von der Trennung betroffen. Heute sind die meisten der damaligen Scheidungskinder selbst Erwachsene, leben ihre eigenen Beziehungen. Welche Spuren hat die Trennungserfahrung im Elternhaus in ihrem Leben hinterlassen? Ein Scheidungsforscher und eine Psychologin geben darüber Auskunft. Und drei inzwischen erwachsene Scheidungskinder reflektieren die Vergangenheit, ihre heutigen Einstellungen und Ängste zu Liebe und Partnerschaft.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Kreuzeder und der Dschihad

Von Jörg Graser

Regie: Cordula Dickmeiß

Deutschlandfunk Kultur 2017/57’49

Kreuzeder, Chef des Passauer Morddezernats, verbringt mehr Zeit im Wirtshaus als im Polizeipräsidium. Er lebt mit Gerda Bichler, der Wirtin vom Grauen Raben, in wilder Ehe und hat sich einem populistischen Stammtisch angeschlossen, angeblich, um verdeckt zu ermitteln. Während die Polizeipsychologin März an seiner Diensttauglichkeit zweifelt, hat der Verfassungsschutz den Gasthof längst verwanzt. Mit dem Flüchtling Achmed Arabi, den die Wirtin als günstige Tresenkraft engagiert, bereitet Kreuzeder eine unerhörte Aktion vor.

 

Dienstag, 11. September 2018

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk

Lifta

Was Palästinenser und Juden über ein leeres Dorf erzählen

Von Brigitte Jünger

Deutschlandfunk 2018

Von sehr viel Grün überwucherte Ruinen auf einem Hügel am westlichen Stadtrand Jerusalems – so erscheint dem Fremden das Dorf Lifta. Es ist eine Bühne für widerstreitende Geschichten und Erinnerungen. Beim Rundgang mit ehemaligen Bewohnern werden sie laut: Der Palästinenser sieht sich als jungen Mann auf einem Lastwagen mit der Familie aus dem Dorf fliehen. Er beklagt den Verlust uralter palästinensischer Dorfkultur. Der andere, ein jüdischer Flüchtling aus dem Irak, fand in Lifta ein erstes Zuhause. Er spricht von der Erfüllung des Traums vom unabhängigen jüdischen Staat. 70 Jahre nach der Gründung Israels sind die Sichtweisen von Juden und Palästinensern auf ein und dieselbe Sache nach wie vor extrem konträr – besonders dann, wenn es um ein Stück Land geht.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„… stand mit allen Musikern Roms in persönlichem Kontakt”

Pietro Ottoboni, Kardinal und Mäzen

Von Richard Schroetter

Er war eine schillernde Figur: Kirchenfürst, Musiknarr und Sammler – und überdies ein unglaublicher Verschwender. Kardinal Pietro Ottoboni (1667–1740), der Neffe Papst Alexander VIII., hat sich als dilettierender Librettist und großzügiger Förderer berühmter Musiker unsterblich gemacht. Er leistete sich ein eigenes Theater – inklusive Musikkapelle –, um die ihm genehme Musik hören zu können. Er sammelte kostbare Antiquitäten, Bücher und Bilder und hinterließ einen riesigen Schuldenberg. Mit seinem Tod erlosch jenes aristokratisch-geistliche Mäzenatentum, das Rom für viele Kunst- und Musikliebhaber so einzigartig machte.

 

Mittwoch, 12. September 2018

Spielweisen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Wortspiel – Das Musik-Gespräch

Der Dirigent Ingo Metzmacher erkundet zusammen mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin die 6. Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch

Aufnahme vom 29.1.2018 aus der Philharmonie Berlin

Dmitrij Schostakowitschs 6. Sinfonie von 1939 ist ein eigentümliches Werk. Es beginnt mit einem langsamen Satz, der die Hälfte der gesamten Sinfoniedauer ausmacht. Dem Largo folgen zwei schnelle, heitere, teils überdrehte Sätze. In welche Klang- und Gemütswelten uns Schostakowitschs Opus 54 führt, das zeigte der Dirigent Ingo Metzmacher am Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin in Wort und Ton. Das öffentliche Gesprächskonzert fand am 29. Januar 2018 in der von Metzmacher vor zehn Jahren begründeten ‚Casual Concert‘-Reihe in der Berliner Philharmonie statt. In der zweiten Sendungshälfte erklingt der erste Satz am Stück.

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Erich Loest die Probleme

Der Schriftsteller und seine fast zweite Heimat Osnabrück

Von Jan Decker

Regie: Giuseppe Maio

DKultur 2015/53’58

Die barocke Fülle deutscher Abendbrottische hat wohl keiner so schön beschrieben wie Erich Loest. Jenseits von Knackern und Brot konnte er aber durchaus ungenießbar sein. Bärbeißig. Schonungslos direkt. Wie kam der bekennende Sachse in Osnabrück zurecht, seinem ersten Wohnsitz nach der Ausreise 1981 aus der DDR? Was trieb ihn überhaupt dorthin? Und in welchem Licht erscheint der Ur-Leipziger, wenn man seinen Transitort in Westniedersachsen in den Mittelpunkt der Betrachtungen rückt? Erich Loest starb vor fünf Jahren, am 12. September 2013.

 

Donnerstag, 13. September 2018

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Ausnahmemusiker unter sich

Das Klaviertrio Arthur Rubinstein, Jascha Heifetz und Gregor Piatigorsky

Von Christoph Vratz

Bereits Anfang der 40er-Jahre arbeiteten der berühmte Geiger Jascha Heifetz und sein ebenso populärer Kollege, der Pianist Arthur Rubinstein, erstmals zusammen. Doch erst 1949 kam es zu Konzerten mit dem Cellisten Gregor Piatigorsky. Sofort erhielt das Trio von der Presse seinen Namen: ‚Million Dollar Trio‘. ‚Rubinstein, Heifetz, Piatigorsky‘, so einfach wurde das Trio plakatiert, doch Jascha Heifetz reklamierte die Erstnennung für sich. Es war offensichtlich kein einfaches Unternehmen, die drei Herren im Zaum zu halten, der Musik tat das glücklicherweise keinen Abbruch, dazu waren sie Profis genug. Die mitreißenden und sehr emotionalen Einspielungen der Klaviertrios von Felix Mendelssohn, Maurice Ravel und Peter Tschaikowsky zeigen Kammermusik auf höchstem Niveau.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Zum Kuckuck noch mal

Auf den Spuren einer bedrohten Vogelart

Von Anselm Weidner

Jeder kennt seinen Gesang, aber wer hat ihn schon gesehen? Er ist so legendenumwoben wie heimlich: der Kuckuck. Er ist der einzige Brutparasit hierzulande. Man kennt die einzelnen Stufen des evolutiven Rüstungswettlaufs zwischen dem Parasiten Kuckuck und seinen Wirtsvögeln, von der Ei-Ähnlichkeit bis zum Rauswurf von Wirtseiern und Wirtsküken aus dem Wirtsnest sehr genau. Traurig nur, wie rapide die Kuckuckspopulation seit einigen Jahren abnimmt und das Artensterben auch den Lebensraumgeneralisten erreicht hat.

 

Freitag, 14. September 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Frauen, die den Takt angeben

Dirigentinnen – ein Phänomen der Neuzeit

Von Sabine Fringes

Deutschlandfunk 2018

Rund 130 Orchester gibt es in Deutschland, doch kaum mehr als eine Handvoll wird von Frauen geleitet. Betreten sie die Bühne, geht’s automatisch gleich ums Aussehen: Trägt sie Frack – die Uniform des Dirigenten? Frauen müssen ihre ganz persönliche Kleidungslösung finden – und bieten schon dadurch Gesprächsstoff, der von der musikalischen Leistung ablenkt. Doch woran liegt es wirklich, dass Dirigentinnen immer noch Exoten sind? Was macht überhaupt ein gutes Dirigat aus? Frauen, die es an die Spitze geschafft haben oder noch auf dem Weg dahin sind, gewähren Einblick in ihr Leben und Arbeiten. Darunter Romely Pfund. In den 90er-Jahren war sie die einzige Frau an der Spitze eines Profiorchesters in Deutschland.

Zeitfragen. Literatur · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Glückssucher in Iowa

Der US-amerikanische Schriftsteller Tom Drury

Von Michael Hillebrecht

Grouse County ist ein sehr überschaubarer fiktiver Bezirk im Mittleren Westen der USA. Seine Ortschaften sind klein oder gar winzig. Dort sind die ‚Grouse County‘-Romane von Tom Drury angesiedelt. Der 1956 geborene Autor ist selbst in Iowa in einem Ort mit etwa 200 Einwohnern aufgewachsen. Drury lebt mittlerweile aber in Berlin. Seine Romane leben einerseits von witzigen Dialogen, die an die Filme der Coen-Brüder denken lassen, und andererseits von traumverlorenen, oft nächtlichen Szenen, die atmosphärisch an Gemälde von Edward Hopper erinnern.

 

Samstag, 15. September 2018

Gesichter Europas · 11.05 – 12.00 Uhr · Deutschlandfunk

Getroffene Slowakei

Ein Land kämpft für mehr Anstand

Mit Reportagen von Kilian Kirchgeßner

Die Ermordung des investigativen Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten hat die Slowakei schwer erschüttert. Seitdem ist nichts mehr, wie es vorher war: Die Regierung ist gestürzt, Zehntausende Bürger fordern eine moralische Wende – und vor allem engagieren sie sich stärker als zuvor für das Gemeinwesen. Die dunklen Praktiken, die über Jahre hinweg mehr oder weniger offen sichtbar waren, wollen sie nun nicht mehr hinnehmen: Stattdessen nehmen sie den Kampf auf gegen korrupte Politiker, unsaubere Ausschreibungen, Subventionsbetrug und dubiose Geschäftsleute. Manche vergleichen die Demonstrationen mit der politischen Wende im Jahr 1989 – wobei diesmal noch völlig offen ist, ob der Atem der Bürger lang genug ist.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Die Seelen eines Migranten

Eine Lange Nacht mit dem Erzähler Michael Ondaatje

Von Dietrich Leube

Das Fragment, das Undefinierbare und das Mehrdeutige sind wesentliche Merkmale moderner Kunst. In der Literatur hat kaum jemand diese Zeichen der Zeit so klar gesehen wie Michael Ondaatje, der kanadische Schriftsteller holländisch-tamilisch-singalesischer Abstammung. In seinen Prosawerken gibt es weder zusammenhängende Abläufe, noch klare Perspektiven. Erinnerungen sind lückenhaft. Bruchstücke von Schicksalen werden zu Collagen montiert, Exkurse über absonderliche Themen, Gedichte, Briefe, Aphorismen, Reportagen, dramatische filmartige Szenen eingeschoben. Manchmal verknüpfen sich diese Elemente zu einer Handlung, dann wieder bleiben sie der Spekulation des Lesers überlassen.

Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.05 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

 

Sonntag, 16. September 2018

Freistil · 20.05 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

Der Trip nach Asnidhi

Zum 50-jährigen Jubiläum der Internationalen Essener Songtage

Von Joachim Palutzki

Deutschlandfunk 2018

,Let´s take a trip to Asnidhi’ hieß das Motto für die spektakuläre Abschlussveranstaltung der Internationalen Songtage, die vom 25. bis zum 29. September 1968 in Essen stattfanden. Asnidhi: So lautet zur Zeit ihrer Gründung im neunten Jahrhundert der Name der Stadt Essen. Mit über 200 teilnehmenden Künstlern aus zehn Ländern waren die Songtage ein kulturelles Großereignis von europäischer Bedeutung.

Musikfeuilleton · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Der Schöpfer der Berliner Philharmonie

Hans Scharoun zum 125. Geburtstag

Von Albrecht Dümling

Als Hans Scharoun erstmals seine Pläne für die Berliner Philharmonie vorlegte, wurde die Platzierung des Konzertpodiums in der Mitte von Fachleuten als widersinnig kritisiert. Nur dank der Unterstützung von Visionären wie Herbert von Karajan wurde das Projekt schließlich akzeptiert und realisiert. Die Sendung vergleicht die Ideen des Architekten mit den Erfahrungen der Musiker und Musikhörer.

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