Montag, 3. September 2018

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Vergessene Schätze

Kammermusik vom preußischen Hof in Berlin

Werke von Johann Gottlieb Janitsch, Christian Gottfried Krause und Johann Gottlieb Graun

In den letzten Jahren wird die reizvolle Kammermusik der Berliner Schule aus dem Umfeld des preußischen Hofs wieder neu entdeckt, und daran haben der kanadische Oboist Christopher Palameta und sein Ensemble Notturna einigen Anteil. In ihrem neuen Album, das sie im Deutschlandfunk Kammermusiksaal aufgenommen haben, geben sie Einblicke in die originelle Vielfalt der Trios, Quartette und Quintette von Janitsch und seinen Kollegen Christian Gottfried Krause und Johann Gottlieb Graun. Die Berliner Komponisten loteten darin einen neuen galant-empfindsamen Stil aus, der, so Janitsch, ‚die Seele in wunderbarer Weise rühren und erregen‘ kann.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Funkstille

Wenn Kinder ihre Eltern verlassen

Von Catalina Schröder

Wenn Eltern und ihre erwachsenen Kinder nicht gut miteinander klarkommen, dann ist das oft für beide Seiten eine schwierige Situation. Manchmal entscheiden sich dann die Kinder, den Kontakt zu ihren Eltern vollständig abzubrechen. Das übersteigt oft die Kräfte der Eltern. Es gibt keine Statistik darüber, wie viele solcher Fälle es in Deutschland gibt, aber in vielen größeren Städten haben sich inzwischen Selbsthilfegruppen für verlassene Eltern gegründet und diese Gruppen haben Zulauf. Die Eltern haben Gesprächsbedarf, ebenso wie ihre Kinder.

 

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Süßes Gift

Von Tom Peuckert

Regie: Thomas Leutzbach

WDR 2002/53’39

Dirigent Georg von Berg, Leiter der Waldstein-Festspiele, ist während einer Probe am Pult zusammengebrochen. Seine Gattin erhält einen anonymen Brief, in dem eine natürliche Todesursache bezweifelt wird. Privatdetektiv Troya gibt sich als Neffe des Verstorbenen aus und ermittelt. Die Waldsteins befinden sich in einem Erbfolgekrieg. Sohn Marquard hat in Amerika ein Konkurrenzfestival aufgebaut. Das Ränkespiel in der Familie lässt auch Troya daran zweifeln, dass das süße Gift der Musik die einzige Ursache für den Tod des Dirigenten ist.

Dienstag, 4. September 2018

Sprechstunde · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk

Alzheimer und Demenz

Gesprächsgäste: Sabine Jansen, Geschäftsführerin Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. |

Prof. Dr. Frank Jessen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und Zentrum für Gedächtnisstörungen, Uniklinik Köln

Hörertel.: 0 08 00-44 64  44 64

sprechstunde@deutschlandfunk.de

Etwa 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Demenz. Hinter dem Begriff verbergen sich rund 50 unterschiedliche Erkrankungen. Die häufigste davon ist Alzheimer. Demenzen können als Folge einer anderen Krankheit auftreten. Bei vielen Formen ist aber immer noch unklar, wie sie entstehen. Die Medizin hat in den vergangenen Jahren Fortschritte in der Früherkennung und Diagnostik von Demenzerkrankungen gemacht. Doch viele sind nach wie vor nicht heilbar.

Neue Musik · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Von ‚Sirenen‘ bis zum ‚Engel des Herrn‘

Die Taschenoper – Musiktheater in Miniaturform

Von Egbert Hiller

Von ‚Endlich Opfer‘ bis ‚Zeig mir Dein Fleisch!‘, vom ‚Engel des Herrn‘ bis zu ‚Sirenen‘ – das Format Taschenoper zeigt viele Gesichter. Diese Miniaturform des Musiktheaters knüpft zwar an die Tradition der Kurzoper an, die Macher des 2005 ins Leben gerufenen Salzburger Taschenopernfestivals suchen aber nach eigenen Wegen. Alle zwei Jahre werden neue Werke beauftragt, die in künstlerischer Abstraktion auch gesellschaftliche Phänomene reflektieren (sollen). Künstlerischer Leiter ist der Regisseur Thierry Bruehl, der aus verschiedensten Perspektiven die produktive Frage aufwirft, wie viel Realität das Musiktheater braucht und verträgt.

Mittwoch, 5. September 2018

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Schluss mit lustig

Abschiede und letzte Runden in der Kabarettszene

Von Achim Hahn

Wenn Kabarettisten in die Jahre kommen, macht sich jeder seine Gedanken, wie er den eigenen Abgang zelebrieren soll. Einfach in Rente gehen? Oder großes Tamtam? Die Kabarett-Urgesteine Volker Pispers, Georg Schramm, Richard Rogler und Martin Buchholz haben es bereits hinter sich, Henning Venske ist mit seiner Schlussbilanz gerade noch unterwegs. Wen oder was lassen sie zurück? Und wie blicken sie auf die nachkommende Generation von ‚Querköpfen‘, die längst schon eigene Wege gesucht und gefunden haben?

Feature · 0.05 – 1.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

I Love Dick

Die Autofiktion der Chris Kraus

Von Jean-Claude Kuner

WDR/Deutschlandfunk Kultur 2018/ca. 50’

(Ursendung)

1997 schreibt die erfolglose Künstlerin Chris Kraus in ‚I Love Dick‘ über ihre Liebe zu einem ahnungslosen Kollegen ihres Mannes. Als sie sich ihrem Ehemann offenbart, beschließt das Paar, ein Kunstprojekt daraus zu machen. Sie schreiben Briefe an Dick, die aber nicht abgeschickt werden. Kraus seziert schonungslos und offen ihre Begehren, aber auch ihr Scheitern. Zehn Jahre nach Erscheinen wird das Buch zum Kultbuch des Feminismus. Chris Kraus reflektiert diese ungewöhnliche Entwicklung.

Donnerstag, 6. September 2018

Historische Aufnahmen · 22.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk

Vielseitiger Erforscher des Wiener Klangstils

Der Geiger, Bratschist und Ensembleleiter Eduard Melkus (*1928)

Von Rainer Baumgärtner

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Wien eine Gruppe fast gleichaltriger Musiker, die sich um die Wiederentdeckung der Alten Musik bemühte. Darunter war auch der Geiger Eduard Melkus, der zunächst auf dem modernen Instrument in Orchestern und Kammermusikensembles und dann als Solist Karriere gemacht hatte. Er gründete 1952 die Schola Antiqua Wien, die dann 1966 in die Capella Accademica Wien überging. Melkus rief später auch noch das Ensemble Eduard Melkus ins Leben, mit dem er ebenso Musik von Biber bis Beethoven in historischer Aufführungspraxis interpretierte. Als Dirigent seines Ensembles und als Organisator von Konzertreihen ist er bis heute aktiv.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Rückzug und Selbstgenügsamkeit

Warum Cannabis-Konsum derzeit ein Revival erlebt

Von Marko Paul

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge weltweit. Laut jüngstem UN-Drogenbericht nahmen es im vergangenen Jahr rund 190 Millionen Menschen zu sich. Was macht den Konsum für viele so reizvoll, was verursacht er in der Psyche des Einzelnen und wie verändert er die Gesellschaft? Wissenschaftler bemängeln, dass allgemein ein nur sehr oberflächliches Wissen zu psychoaktiven Substanzen wie Cannabis existiert. Dabei wäre es wichtig, genauer über die Pflanze und ihre Wirkungen Bescheid zu wissen, anstatt totalitär auf Abstinenz zu drängen.

Freitag, 7. September 2018

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk

„Er arbeitete umsichtig und gewissenhaft“

Über den Krankenhausmörder Niels Högel

Von Rosvita Krausz

Deutschlandfunk 2018

„Er arbeitete umsichtig, gewissenhaft und selbstständig. In kritischen Situationen handelte er überlegt und sachlich richtig.” So steht es im Arbeitszeugnis für Niels Högel, ausgestellt am Klinikum Oldenburg 2002. Kurz zuvor war ihm wegen Mordverdachts gekündigt worden. Wieso verhinderte niemand, dass er danach im Klinikum Delmenhorst weiter mordete? Der bereits zu lebenslänglicher Haft verurteilte Högel steht ab Ende Oktober 2018 erneut vor Gericht. 120 Nebenkläger wollen in dem Prozess erfahren, wie ihre Angehörigen ums Leben kamen. Für diese Taten wird Högel erst 18 Jahre nach dem ersten Mord zur Verantwortung gezogen. Warum haben so viele Vorgesetzte und Kollegen weggesehen, warum blieb die Justiz so lange untätig? Und wie leben die Angehörigen der Opfer damit?

Kakadu. Entdeckertag · 15.05 – 15.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Von Glaskugeln und Sternen
Wahrsagerei
Von Maria Riederer
Wer’s glaubt wird selig! Wie soll denn jemand in einer Glaskugel oder in den Sternen die Zukunft voraussehen? Viele meinen, das sei unmöglich und Wahrsagerei für Geld sei einfach nur Betrug. Andere glauben fest daran, dass man im Kaffeesatz, mit einem Kartenspiel oder in den Linien der Handinnenfläche lesen kann, was das Leben noch bereithält. Dafür bezahlen sie Geld. Aber wer will eigentlich in die Zukunft schauen? Und warum? Ist es nicht schöner, sich einfach vom Leben überraschen zu lassen?

Samstag, 8. September 2018

Klassik-Pop-et cetera · 10.05 – 11.00 Uhr · Deutschlandfunk

Am Mikrofon: Der Dirigent Jonathan Stockhammer

Sein Erweckungserlebnis hatte Jonathan Stockhammer, als er Leonard Bernstein in New York mit einer Sinfonie von Gustav Mahler hörte. Der Spross einer Musikerfamilie sattelte um: Statt weiter Politik und Chinesisch zu studieren, entschied sich Jonathan Stockhammer für ein Dirigierstudium in seiner Heimatstadt Los Angeles. Schon währenddessen dirigierte er das Orchester Los Angeles Philharmonic und assistierte Chefdirigent Esa-Pekka Salonen. Seit 20 Jahren lebt Jonathan Stockhammer inzwischen in Deutschland. Ein Enthusiast, der sich beharrlich für die zeitgenössische Musik einsetzt, Opern an der Metropolitan Opera in New York, der Wiener Staatsoper oder der Komischen Oper Berlin dirigiert und am Pult renommierter Sinfonieorchester steht.

Die besondere Aufnahme · 22.00 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

Sándor Veress

Sonate für Violine solo

Béla Bartók

Sonate für Violine solo

Nurit Stark, Violine

Deutschlandfunk Kultur 2018

Die Sonate für Violine solo von Béla Bartók, entstanden 1944, also ein Jahr vor Bartóks Tod, gehört zu den anspruchsvollsten Werken für Solovioline überhaupt. Gewidmet hat sie der Komponist dem Auftraggeber Yehudi Menuhin. Der in Ungarn geborene Komponist Sándor Veress war Schüler Bartóks und gehört zu den weniger bekannten, deshalb aber nicht weniger wichtigen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Violinsolosonate schrieb er im selben Jahr 1935, in dem er Assistent Bartóks an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest wurde und sich in dieser Funktion vermehrt der Volksmusikforschung widmete.

Sonntag, 9. September 2018

Essay und Diskurs · 9.30 – 10.00 Uhr · Deutschlandfunk

Es ist kompliziert

Das Geschlechterverhältnis nach #Metoo

Von Barbara Sichtermann

Das Geschlechterverhältnis ist vielseitig: sozial, politisch, ästhetisch, erotisch. Das ist schon kompliziert genug. Das soziale Herrschaftsverhältnis, Männer oben, Frauen unten, ist aber jetzt erschüttert. Im Prozess dieser Erschütterung kommt allerlei zutage, was früher verdeckt war: so auch jene Dominanzgesten von Männern gegenüber Frauen, die erotisch maskiert sind. Das war der Inhalt von #Metoo. Die Maskerade ist im Prinzip durchschaut und vorbei. Doch Barbara Sichtermann beobachtet in ihrem Essay weitere Komplikationen.

Musikfeuilleton · 22.00 –22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur

„Ich bin in mir selbst zu Hause“

Anna Mahler – Tochter und Bildhauerin

Von Elke Pressler

„Ich bin in mir selbst zu Hause“ – diese Äußerung stammt von Anna Mahler, der Tochter Gustav und Alma Mahlers. Es sind Worte trotziger Selbstbehauptung einer Künstlerin, die hinter den Schatten ihrer berühmten Eltern zu verschwinden drohte, sich jedoch in ihrem Metier, der Bildhauerei, letztlich durchzusetzen wusste.

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