Hörfunktipps KW 34 Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova

Montag, 21. August 2017

Musik-Panorama · 21.05 – 22.50 Uhr · Deutschlandfunk
Klavier-Festival Ruhr 2017
Werke von Frédéric Chopin, Robert Schumann, Nikolai Medtner,
Jose Vieira Brandão, Francisco Mignone, Astor Piazzolla u.a.
Anna Zassimova, Klavier
Zwei musikalische und geografische Welten begegnen sich im Debütkonzert der russischen Pianistin Anna Zassimova beim Klavier-Festival Ruhr. Die gebürtige Moskauerin, die heute neben ihrer solistischen Tätigkeit als Klavierprofessorin an der Musikhochschule in Karlsruhe unterrichtet, stellt in ihrem Konzert Werke von Chopin, Schumann und Medtner in einen lebendigen Kontrast zu Kompositionen brasilianischer und argentinischer Komponisten. Die meisten sind in Europa kaum bekannt. Sie lädt ein zu einer spannenden musikalischen Entdeckungsreise voller Überraschungen und kompositorischer Querverbindungen.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Erst zermürbt, dann prämiert
Wie aus Flüchtlingen staatlich geförderte Rückkehrer werden
Von Klaus Schirmer
2016 kehrten 54 000 Flüchtlinge aus Deutschland mit staatlichen Förderprogrammen in ihre Heimatländer zurück, dem gegenüber stehen 27 000 Abschiebungen. Quer durch alle Parteien wird die geförderte Rückkehr der Abschiebung vorgezogen, weil sie für alle Beteiligten weniger belastend, besser planbar und für den Staat um ein Vielfaches kostengünstiger ist. Dafür gibt es bundesweit inzwischen 1600 Rückkehrberatungsstellen. Und das neue Programm ‚Starthilfe Plus‘. Es soll einerseits Flüchtlinge finanziell belohnen, die ihren Asylantrag noch während des laufenden Verfahrens zurückziehen. Andererseits soll es abgelehnte Flüchtlinge dazu animieren, ihre Klage gegen den negativen Bescheid wieder zurückzunehmen.

Kriminalhörspiel · 21.30 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Gotteskrieger
Von Christoph Güsken
Regie: Klaus-Michael Klingsporn
DKultur 2015/55‘57
Die Galerie Schlöndorff eröffnet eine Vernissage mit Werken des Zeichners Laurin Svensson. Seine Karikatur ‚Krisensitzung‘ hatte bereits im Vorfeld Schlagzeilen gemacht. Das Bild zeigt Jesus, den Propheten Elias und Mohammed bei einem feuchtfröhlichen Abendmahl. Svensson wird gekidnappt, eine Gruppe namens Deutsches Kalifat bekennt sich in einem auf YouTube gezeigten Video zur Entführung und kündigt eine Hinrichtung vor laufender Kamera an.

Dienstag, 22. August 2017

Das Feature · 19.15 – 20.00 Uhr · Deutschlandfunk
Ortserkundungen
West Point, Monrovia
Unterwegs in einem der gefährlichsten Slums Westafrikas
Von Jörn Klare
DLF 2014
Auf einer aufgeschütteten Halbinsel nahe dem Zentrum der liberianischen Hauptstadt Monrovia leben 100 000 Menschen in zusammengeschusterten Wellblechhütten.
Viele sind durch die verheerenden Bürgerkriege traumatisiert. Es ist eng, es ist laut und es stinkt. In diesem Slum namens West Point gibt es genau eine einzige funktionierende Toilette. Selbst der Anführer einer der gefürchteten Gangs wünscht sich vor allem bessere Schulen und etwas, was man medizinische Versorgung nennen könnte. Macintosh Johnson ist hier vor 34 Jahren geboren und aufgewachsen. Die Menschen nennen ihn Jesus von West Point. Macintosh ist zwar ein gläubiger Christ, vor allem aber kämpft er unbestechlich für ein besseres Leben in dem Slum, der seine Heimat ist. Und deswegen ist er bereit, hier einen weißen Fremden mit Mikrofon am Tag und in der Nacht zu begleiten und zu -beschützen.

Alte Musik · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Ursulinin. Novara. Musik.
Die unerhörten Stimmen der Isabella Leonarda
Von Georg Beck
200 Kompositionen. 20 Bände. Ein Werk wie ein Monument; geschrieben von einer Frau. Und von einer Ursulinin, einer Nonne also, freilich einer ohne Pflicht zur Klausur. Hinzu kommt bei Isabella die adlige Herkunft. Im piemontesischen Novara sind die Leonardis ziemlich prominent. Mit 16 Jahren wird Isabella ins Collegio di Sant’ Orsola geschickt. Isabella fängt an zu komponieren. Am Ende ihres Lebens schreibt sie Triosonaten. Bis sie 73 ist, sind es Motetten, randvoll mit „unerhörten Stimmen”. Wer spricht da? Die Komponistin Isabella Leonarda? Oder die empfindsame Seele, die aufschreibt, was sie im Innern hört, auch wenn sonst – außer Gott und der Jungfrau Maria – niemand hört? Oder beide?

Mittwoch, 23. August 2017

Querköpfe · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk
Kabarett, Comedy & schräge Lieder
Kabarettbundesliga Open Air (3/6)
Ein Best-of der Liga auf der GAUKLER FESTung 2017
Von Daniela Mayer
(Teil 4 am 30.8.2017)
Die Kabarettbundesliga ist an die frische Luft gegangen! Zum ersten Mal präsentierten sich ehemalige Mitspieler der sogenannten deutschen Kabarett Meisterschaft auf einem Open-Air-Festival. Im Rahmen der GAUKLER FESTung traten am 29. und 30. Juli insgesamt 14 Künstlerinnen und Künstler in Koblenz auf. Mit dabei waren unter anderem Friedemann Weise, Thomas Schreckenberger, Sebastian Nitsch, Sascha Bendiks und Simon Höneß. In unserer sechsteiligen ‚Querköpfe’-Sommerreihe hören Sie die Highlights des Open Airs.

Zeitfragen. Feature · 19.30 – 20.0 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Sprache und Nation
Die Fruchtbringende Gesellschaft und die Pflege des Deutschen
Von Tobias Barth und Lorenz Hoffmann
Als 1617 im anhaltischen Köthen die ‚Fruchtbringende Gesellschaft‘ ins Leben gerufen wurde, war diese Sprachakademie von ihrem Ziel einer das Deutschtum befördernden einheitlichen Sprache weit entfernt. Zwar hatte Luther mit seiner Bibelübersetzung das Deutsche gleichberechtigt neben das Lateinische gestellt – allein: es gab gar keine deutsche Sprache, die diese Bezeichnung verdient hätte. In deutschen Landen sprach man Plattdeutsch, Fränkisch, Bayerisch, Badisch, Sächsisch… Die allmähliche Formung und Normung des Deutschen waren verwoben mit der Herausbildung der Nation. „Vom Joch des Fremdworts“ wollten auch die Völkischen späterer Jahrzehnte das Vaterland und die Muttersprache befreien – Debatten, die heute in den Streit um die neudeutsche ‚Lightkultur‘ münden.

Donnerstag, 24. August 2017

Marktplatz · 10.10 – 11.30 Uhr · Deutschlandfunk
Tuscheln, Druck, Schikane – Was tun gegen Mobbing?
Am Mikrofon: Armin Himmelrath
Hörertel.: 0 08 00.44 64  44 64
marktplatz@deutschlandfunk.de
Es können gemeine Gerüchte sein, aggressive Kommentare, sinnlose Anweisungen oder auch fiese Fotos, die im Netz veröffentlicht werden: Mobbing hat viele Facetten. Und durch die Möglichkeit, auf Facebook, Instagram und Co. Bilder, Töne und Texte – mehr oder weniger öffentlich – auszutauschen, sind in den vergangenen Jahren noch weitere Spielarten des Fertigmachens hinzugekommen. Ab wann kann man am Arbeitsplatz, aber auch im privaten Umfeld überhaupt von Mobbing sprechen? Wie können sich Betroffene, wie Zeugen und Vorgesetzte verhalten? Welche rechtlichen Reaktionsmöglichkeiten gibt es bei Mobbingvorfällen? Gibt es Präventionskonzepte für Unternehmen? Und wo findet man im Falle eines Falles Hilfe und Unterstützung?

JazzFacts · 21.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk
Andalumérica
Der Flamenco-Jazz des Pianisten Chano Dominguez
Von Karsten Mützelfeldt
Geboren wurde er in der andalusischen Flamenco-Hochburg Cádiz, seine heutige Wahlheimat ist New York. Der spanische Pianist Chano Dominguez beherrscht Jazz und Flamenco gleichermaßen und vereint beide Musiksprachen wie kaum ein anderer. An der Beschwörung der Gemeinsamkeiten hat es nie gemangelt. Der Flamenco wird gern als der ‚iberische Blues‘ bezeichnet, nicht minder leidenschaftlich, wie der Jazz ein Hybrid, der unterschiedlichste Einflüsse in sich vereint und die populäre Musik der letzten Jahrzehnte nachhaltig geprägt hat. Seine Protagonisten gehören – wie in den USA die Afroamerikaner – zu einer Minderheit. Chano Dominguez ist derzeit die treibende Kraft dieser Fusion und derjenige, der zu den überzeugendsten Resultaten gelangt.

Freitag, 25. August 2017

Das Feature · 20.10 – 21.00 Uhr · Deutschlandfunk
Bothas‘ Suche nach dem Glück
Aus dem Leben eines namibischen Buschmannes
Von Birgit Kannen
Dlf 2017
Bothas Marinda Xunudao, Anfang 30, erzählt vom Weg aus seiner Heimat in Nordost-Namibia nach Deutschland und zurück. Denn dies ist keine Flüchtlingsgeschichte. Bothas kam ganz offiziell und doch per Zufall nach Europa: Eigentlich war sein Freund eingeladen, um zu helfen, ein Lexikon des Khwedam, der Sprache seines Volkes, fertigzustellen. Die Reise des Freundes scheiterte an der Bürokratie. An seiner Stelle tauchte Bothas am Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln auf. Die Wissenschaftler waren hochzufrieden mit Bothas, der doch eigentlich nichts gelernt hatte, außer Khwedam. Der Kontakt nach Köln hat Bothas Leben verändert. Heute lebt Bothas in Windhoek und bringt jungen Leuten bei, was es heißt, die Zukunft in die eigene Hand zu nehmen.

Einstand · 22.00 – 22.30 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
„Ein Vogel, der singt, wenn er zu fliegen beginnt”
Das französische Trio Sora
Von Eva Blaskewitz
Ein Leben als Kammermusiker, das bedeutet: ständig unterwegs sein, freiberuflich zu arbeiten, ohne Absicherung, auf einem hart umkämpften Markt, mehr Zeit mit den Kollegen zu verbringen als mit dem Lebenspartner. Und trotzdem entscheiden sich viele junge Musiker für genau diesen Weg. So auch Magdalena Geka, Angèle Legasa und Pauline Chenais. Ihrem Klaviertrio haben sie den indianischen Namen Sora gegeben: „Ein Vogel, der singt, wenn er zu fliegen beginnt.“ In der Sendung erzählen sie über Ravel und Facebook, über Tango mit Kindern und über ihr Leben zu dritt.

Samstag, 26. August 2017

Studio LCB · 20.05 – 22.00 Uhr · Deutschlandfunk
Lesung: Ingo Schulze
Gesprächspartner: Wiebke Porombka, Lothar Müller
Am Mikrofon: Tobias Lehmkuhl
Warum soll man Geld für seine Fassbrause zahlen, wenn es am Ende doch wieder bei der Gesellschaft landet? Wieso freut sich niemand mit einem, wenn man schon als Vierzehnjähriger von der Stasi angeworben wird? Warum, kurz gesagt, kapiert einfach keiner, was für ein Glück es ist, im Sozialismus zu leben? Peter Holtz versteht die Welt einfach nicht. Und sie versteht ihn nicht. Aber in all seinem Idealismus und seiner Naivität kann man ihm einfach nicht böse sein. Auch als die Mauer fällt, hofft er, als Neu-Christ in der Ost-CDU, das überflüssige Geld endlich abschaffen zu können, stattdessen aber fliegt es ihm nur so zu. Der eigentliche Schelm ist freilich der Autor: So hintersinnig wie hochkomisch legt Ingo Schulze mit ,Peter Holtz. Sein glückliches Leben von ihm selbst erzählt’ einen Roman vor, der uns zeigt, wie nah uns die doch scheinbar fernen Zeiten des Umbruchs noch sind.

Lange Nacht · 0.05 – 3.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Die Söhne der Großen Bärin
Eine Lange Nacht der Blutsbrüderschaft
Von Sabine Weber und Mirko Heinemann
Deutsche und Indianer – das ist eine nur auf den ersten Blick ungewöhnliche Liaison. Unzählige Deutsche reisten in das Land der indianischen Völker, sei es in der Fantasie auf den Spuren der Schriftsteller Karl May und Liselotte Welskopf-Henrich, sei es ins real existierende Amerika als Auswanderer, Forscher, Künstler oder Draufgänger. Und einige Indianer kamen auch nach Deutschland: als Teilnehmer von Völkerschauen und Zirkusvorstellungen, als amerikanische GIs oder einfach, um hier zu leben. Diese ‚Lange Nacht‘ folgt den Fährten und erkundet das Faszinosum vom Indianer-Sein. Und beantwortet die Frage, was es mit der Blutsbrüderschaft zwischen Indianern und Deutschen auf sich hat. Die ‚Lange Nacht‘ wird ab 23.03 Uhr auch im Deutschlandfunk gesendet.

Sonntag, 27. August 2017

Konzertdokument der Woche · 21.05 – 23.00 Uhr · Deutschlandfunk
Grundton D 2017 – Konzert und Denkmalschutz (4)
Werke von Maurice Ravel, Arvo Pärt, Astor Piazzolla u.a.
Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker
Am Mikrofon: Jochen Hubmacher
Ihre Konzerte in Deutschland sind 2017 an einer Hand abzuzählen. Nicht weil es keine Nachfrage gäbe, sondern weil diese 12 Cellisten in der Regel anderweitig als Berliner Philharmoniker schwer beschäftigt sind. Anfang Juli trat die weltweit einzigartige Kammermusikformation erstmals im Rahmen der Benefizreihe ,Grundton D’ von Deutschlandfunk und Deutscher Stiftung Denkmalschutz auf. Im Dom St. Nikolaus in Stendal standen Werke auf dem Programm, die eigens für die 12 Cellisten geschrieben wurden von Größen wie Arvo Pärt oder Boris Blacher. Außerdem demonstrierten die Philharmoniker im Dutzend ihr leidenschaftliches Faible für argentinischen Tango.

Kakadu für Frühaufsteher · 7.30 – 8.00 Uhr · Deutschlandfunk Kultur
Der Feuermann
Von Mario Göpfert
Gelesen von Eva Meckbach
DKultur 2016
Die Sommerferien über helfen Franka und ihre Mutter der Großmutter in der Pizzeria in Italien. Franka liebt diese Wochen auf der Insel mit dem Vulkan. Letzten Sommer war sie jeden Abend mit dem Nachbarsjungen Tonio zum Angeln bei den schwarzen Klippen hinter der Stadt. Frankas Vater dagegen reist nicht gern auf die Insel. Der Vulkan könne jederzeit erneut ausbrechen. Doch der letzte Ausbruch liegt lange zurück, nur Urgroßmutter Rita kann sich noch daran erinnern, und die ist über 90 Jahre alt. Am Tag vor dem Ausbruch hatte sie den Feuermann gesehen, zumindest behauptet sie dies. Ein geheimnisvoller Fremder, aus dessen Fingerkuppen Funken sprühten. Am Abend des Dorffestes begegnet auch Franka einem Mann, der Feuer spuckt. Droht etwa ein neuer Vulkanausbruch? Franka muss die Urgroßmutter warnen.

 

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