Hörfunktipps KW 33 Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen

Bitte beachten ! Ich hab mal den Download der Hörfunktipps PDF weggelassen. Wer diese unbedingt benötigt, dann bitte melden !!! 

Montag, 15. August 2016

Musikszene • 20:10 – 21:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Software jüdisch – Hardware deutsch

Die jüdisch-deutsche Symphonie zwischen Widerhall und Neuaufnahme

Von Ruth Kinet und Ohad Stolarz

Der Religionsphilosoph Gershom Scholem hat den Begriff von der jüdisch-deutschen Symphonie erschaffen und damit all jene intellektuellen und schöpferischen Verbindungen zu benennen versucht, die es vor der Shoah zwischen Juden und Nichtjuden in Deutschland gab. Viele jüdische Komponisten schrieben mit an jener Symphonie: Viktor Ullmanns Stimme wurde erstickt, als er nach zwei Jahren im Ghetto Theresienstadt, in denen er der jüdisch-deutschen Symphonie viele kostbare Werke hinzugefügt hatte, im Oktober 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Paul Frankenburger überlebte, weil er schon 1933 nach Palästina auswanderte. Dort nannte er sich Paul Ben-Haim, komponierte aber im Geiste der deutschen Romantik weiter und schrieb die jüdisch-deutsche Symphonie weitgehend bruchlos fort. Bis heute bewegen sich israelische Komponisten wie Noam Sheriff und Gilad Hochman im Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Bruch mit der deutschen und europäischen Tradition.

 

Musikpanorama • 21:05 – 22:50 Uhr  •  Deutschlandfunk

Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Being Beauteous

Lieder von Claude Debussy und Benjamin Britten

Eva Resch, Sopran; Francois Salignat, Klavier

Aufnahme vom August 2015 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Am Mikrofon: Klaus Gehrke

Paul Verlaine und Arthur Rimbaud waren in den 1870er Jahren nicht nur in Pariser Kulturkreisen das Gesprächsthema Nr. 1: Die leidenschaftliche Liebesaffäre des berühmten Dichters und Familienvaters mit dem zehn Jahre jüngeren Schriftsteller mit Alkohol-, Drogen- und Gewaltexzessen sowie Trennungen und Versöhnungen verstörte und polarisierte die französische Gesellschaft. Gleichwohl schufen sowohl Verlaine als auch Rimbaud in dieser Zeit zahlreiche Gedichte, die etliche Komponisten faszinierten. Claude Debussy beispielsweise griff in seinen Liedvertonungen vor allem auf die Werke Verlaines zurück. Benjamin Britten bevorzugte zwar insbesondere Autoren aus dem angelsächsischen Raum; doch für seinen frühen Liederzyklus ›Les Illuminations‹ verwendete er Gedichte von Arthur Rimbaud. Diesen sowie Debussys ›Fétes galantes‹ oder ›Ariettes oubliées‹ haben die Sopranistin Eva Resch und ihr Klavierbegleiter Francois Salignat im August 2015 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal aufgenommen.

 

Zeitfragen. Feature • 19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Deutschland wird 100

Herausforderungen durch die Generation der Hochbetagten

Von Christina Rubarth

Die Deutschen werden immer älter, nie zuvor gab es hierzulande so viele sehr alte Menschen. Oder gar so viele 100-Jährige – um die 17.000 sind es inzwischen. Im Jahr 2000 waren es gerade einmal 6.000. Und der Trend geht weiter: Jedes zweite Kind, das heute geboren wird, hat sehr gute Chancen, die 100 zu überschreiten. Wie geht die Gesellschaft damit um? Welche Angebote gibt es – und woran mangelt es bei Betreuung, Pflege und Medizin? Welche Wünsche haben Hochbetagte? Studien liegen dazu bisher kaum vor. Die meisten enden bei der Altersgruppe der 80- bis 85-Jährigen.

 

 

Dienstag, 16. August 2016

Sprechstunde • 10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Inkontinenz: Nicht angenehm, in vielen Fällen aber heilbar

Prof. Dr. med. Christl Reisenauer, Leitende Ärztin der Sektion Urogynäkologie an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen, und PD Dr. med. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Klinik für Urologie, Ev. Krankenhaus Witten – Lehrkrankenhaus der Universität Witten/Herdecke

Am Mikrofon: Carsten Schroeder

Harninkontinenz ist ein weit verbreitetes Leiden. Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft schätzt allein in Deutschland etwa fünf bis acht Millionen Patienten; jenseits des siebten Lebensjahrzehnts sind rund 40 Prozent aller Männer und Frauen von Inkontinenz betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch, weil viele aus Scham nicht zum Arzt gehen. Zwei Inkontinenzformen unterscheiden Mediziner: die Harndrang- und die Harnbelastungsinkontinenz. Bei Frauen zählt die Beckenbodenschwäche zu den häufigsten Ursachen. Um sie zu kurieren, muss durch tägliches Training der Blasenschließmuskel gekräftigt werden. Bei Männern sind in vielen Fällen Krankheiten der Prostata Auslöser von Inkontinenz. Ärzte empfehlen, schon bei beginnender Harninkontinenz fachlichen Rat einzuholen.

Hörertel.: 00800.4464 4464

sprechstunde@deutschlandfunk.de

 

Zeitfragen. Feature • 19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Muss ich mein Leben ändern?

Die CO2-Bilanz eines Babyboomers

Von Martin Hartwig

Dem Selbstverständnis nach gehört Martin H. eher zu den Guten. Er trennt brav den Müll, bezieht Ökostrom, kauft, wenn möglich, regional und fährt kein Auto. Das sollte sich doch alles positiv in der CO2-Bilanz niederschlagen. Andererseits sind im Laufe der 50 Jahre dann doch eine ganze Reihe von Flugreisen zusammengekommen. Auch lief eine ansehnliche Zahl von Computern, Fernsehern, Radios, Handys und jetzt noch Smartphones durch. Das meiste funktionierte noch, als es ausgetauscht wurde. Dazu kommt die Kleidung, mindestens 40 Paar Turnschuhe und ein Haufen anderes Zeug, das teilweise sogar unbenutzt im Keller liegt. Was rechnet man ein, was nicht? Man kann sich verzetteln, wenn man die CO2- Bilanz eines Lebens im Wohlstand ziehen möchte. Grund genug, Experten zu konsultieren und ihnen die Frage zu stellen, ob und in welchem Umfang wir unser Leben ändern müssen.

 

 

Mittwoch, 17. August 2016

Querköpfe • 21:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Kabarett, Comedy & schräge Lieder

Reihe: ›Kabarettsommer der Frauen – Querulantinnen!‹ (4/6)

Sarah Bosetti (Teil 5 am 24.8.16)

»Feminismus ist wie das Kondom, das man erst noch kaufen gehen muss, obwohl man schon nackt zusammen im Bett liegt: Ohne wär’s einfacher, aber langfristig eben nur für den Mann.« Willkommen in der Gedanken- und Sprachwelt von Sarah Bosetti. Die 32-jährige Kabarettistin, Poetryslammerin und Autorin ist Feministin aus Überzeugung. Und gleichzeitig genervt vom permanenten, öffentlichen Genderzwang. Von diesen und anderen gesellschaftspolitischen Konflikten spricht und schreibt sie in ihren Programmen, Büchern und Radiokolumnen. Und bringt dabei ironisch und sprachlich brillant auf den Punkt, was ihre Generation umtreibt und bewegt. Sie hören Ausschnitte aus ihrem Soloauftritt am 25. Mai 2016 im Bonner Pantheon.

 

Kakadu. Musiktag • 15:05 – 15:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Singen macht Freude und Singen macht schlau

Die Wiener Sängerknaben

Von Susanne Michael-Wirth

Moderation: Ulrike Jährling

Mit ihren blauen Matrosenanzügen und den dazu passenden Mützen sind die Wiener Sängerknaben leicht zu erkennen. Sie sind nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der berühmtesten Knabenchöre der Welt. 100 Buben im Alter zwischen neun und 14 Jahren singen zurzeit in einem der insgesamt vier Konzertchöre – mit dabei sind auch Florian, Lukas und die Geschwister Raffael und Philipp. Wenn die vier nicht in China, Japan oder den USA auf Konzertreise unterwegs sind, wohnen sie alle gemeinsam im Internat, dem Augartenpalais in Wien. Dort gehen die Buben auch zur Schule. Mindestens zwei Stunden täglich steht neben Mathe und Englisch auch Singen auf dem Stundenplan. Aber auch Fußball wird zumindest bei schönem Wetter fast jeden Tag gespielt. Der Kakadu nimmt Euch mit ins Internat der Wiener Sängerknaben und ihr erfahrt nicht nur, dass Nougatknödel durchaus öfter auf dem Speiseplan der Sängerknaben stehen dürften.

 

 

Donnerstag, 18. August 2016

Marktplatz • 10:10 – 11:30 Uhr  •  Deutschlandfunk

Wenn die Arbeit nicht mehr von der Hand geht

Gegen Berufsunfähigkeit absichern

Am Mikrofon: Sina Fröhndrich

Selten sind sich Verbraucherschützer und Versicherer so einig wie bei der Berufsunfähigkeitsversicherung: Für die meisten Berufstätigen empfiehlt sich der Abschluss. Aber: Nur jeder zweite Deutsche sichert sich auch tatsächlich für den Notfall ab. Und einige Policen werden zu niedrig angesetzt und sind im Notfall nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Worauf sollten Sie achten, wenn Sie sich absichern wollen? Ab welchem Zeitpunkt lohnt sich der Abschluss, wann lohnt er sich nicht mehr? Wie viel sollte man monatlich in diese Versicherungsform investieren? Und: Welche Alternativen haben Betroffene, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, weil sie zu viele Vorerkrankungen haben? Diese und andere Fragen bespricht Sina Fröhndrich mit Verbraucherschützern und Versicherungsvertretern im ›Marktplatz‹.

Hörertel.: 00800.4464 4464

marktplatz@deutschlandfunk.de

 

Konzert • 20:03 – 22:30 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Moritzburg Festival

Evangelische Kirche Moritzburg

Aufzeichnung vom 13.8.16

Bedřich Smetana: Klaviertrio g-Moll op. 15
Antti Siirala, Klavier/Kai Vogler, Violine/Narek Hakhnazaryan, Violoncello

Erkki-Sven Tüür: »Fata Morgana« für Klaviertrio
Paul Huang, Violine/Pauline Sachse, Viola/Mirjana Rajic, Klavier

Johannes Brahms: Streichsextett G-Dur op. 36
Paul Huang, Violine/Benjamin Beilman, Violine /
Lawrence Power, Viola/Pauline Sachse, Viola
Li-Wei Qin, Violoncello/Narek Hakhnazaryan, Violoncello

Spannende Begegnungen mit Kollegen aus aller Welt in Moritzburg für Moritzburg, für alle Gäste – so hat Intendant Jan Vogler das Anliegen seines Festivals auf den Punkt gebracht.

 

 

Freitag, 19. August 2016

Dossier • 19:15 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

106, Rue de la Fayette, Paris

Über die Entwicklung der kurdischen Gesellschaft im Brennpunkt vielfältiger Kulturen

Von Harald Brandt

DLF 2016

Seit mehr als 30 Jahren fördert der Leiter des Kurdischen Kulturinstituts in der Rue de la Fayette, der Teilchenphysiker Kendal Nezan, den Dialog zwischen Vertretern der zentralasiatisch geprägten kurdischen Welt, den verschiedenen Strömungen des Islam und der französischen Republik. Damit hat das Kulturinstitut die französische Politik im Nahen Osten wesentlich beeinflusst. Obwohl es nur über einen Bruchteil der Mittel verfügt, mit denen der französische Staat und Saudi Arabien das benachbarte Institut du Monde Arabe finanzieren, das in Paris ein Aushängeschild des sunnitischen Islam ist. Darüber hinaus engagiert sich Kendal Nezan für die Integration der Exilkurden in die demokratischen Strukturen ihrer europäischen Gastländer und für den Aufbau eines modernen Staatswesens in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien. Dort sollen die Menschenrechte genauso respektiert werden wie die eigenen Traditionen.

 

Zeitfragen. Literatur• 19:30 – 20:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Lyriksommer

Die Erfindung Andalusiens

Der Dichter Federico García Lorca und sein lyrisches Spanien

Von Stefan Wimmer

Davon träumt wahrscheinlich jeder Lyriker: Mit den beiden Lyrikbänden ›Romancero Gitano‹ und ›Poema del Cante jondo‹ gelang es dem spanischen Dichter Federico García Lorca, zum meistgelesenen Schriftsteller seines Heimatlandes zu werden. Und nicht nur das: Er prägte damit das Bild Spaniens in der Welt. Es ist ein zigeunerisches Spanien, ein Spanien des Flamenco, der Leidenschaft, des Schmerzes und der sinnlichen Macht. Für den irischen Lorca-Biografen Ian Gibson war dieses Spanienbild der Ausschlag, seine eigene Stadt zu verlassen und nach Andalusien umzuziehen. Noch heute sind diese beiden Gedichtbände Gegenstand zahlloser Huldigungen – von musikalischen Flamenco-Projekten bis zu universitären Kongressen. Welche Mystifikationen liegen dem lyrischen Andalusien zugrunde, das der vor 80 Jahren gestorbene Lorca erschuf? Und welche Rolle spielten dabei die europäische Romantik, der Surrealismus und seine Homosexualität?

 

 

Samstag, 20. August 2016

Hörspiel • 20:05 – 22:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

Anmerkung 24

oder Die Filmographie des James O. Incandenza

Von David Foster Wallace

Konzept, Komposition und Realisation: Andreas Ammer, Andreas Gerth & Acid Pauli

WDR/DLF 2016

(Ursendung)

Ein Filmgenuss mit letalen Folgen: Wer James O. Incandenzas ›Unendlicher Spaß‹ sieht, kann sich dessen Faszination nicht entziehen, blendet jegliche körperliche Bedürfnisse aus und geht an Hunger und Durst zugrunde. Der Regisseur dieses unterhaltsamsten Films aller Zeiten, der auch als Terrorwaffe taugt, ist der genialische Filmemacher James O. Incandenza. David Foster Wallace hat sich für ihn ein fiktives Lebenswerk ausgedacht. In seinem Roman ›Unendlicher Spaß‹ ist die Filmographie des James O. Incandenza scheinbar nur eine ausufernde Anmerkung, die auf den Seiten 1414 und folgende versteckt ist. Eigentlich ist dieser Schnelldurchlauf durch die fiktiven Arbeiten eines fiktiven Filmgenies aber ein Panoptikum der Unterhaltungsindustrie, eine Geschichte der Verirrungen der Avantgarde und so etwas wie eine Zusammenfassung des monumentalen Romans ›Unendlicher Spaß‹, der als das größte und vielleicht wichtigste amerikanische Werk seit Moderne und Postmoderne gilt.

 

Konzert • 19:05 – 23:00 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Musikfest Bremen

Eine große Nachtmusik

Live aus dem Konzertsaal ›Die Glocke‹, aus der Kirche ›Unser Lieben Frauen‹ und dem Atlantic Grand Hotel

Alte Musik steht wie selbstverständlich neben Zeitgenössischem, Orchestrales neben Kammermusik, Oper neben Jazz und Weltmusik – beim Musikfest Bremen, das am heutigen Abend eröffnet wird. Deutschlandradio Kultur ist, wie seit vielen Jahren, live dabei.

 

 

Sonntag, 21. August 2016

Essay und Diskurs • 09:30 – 10:00 Uhr  •  Deutschlandfunk

»Wir brauchen eine neue Story«

Der britische Autor Paul Mason im Gespräch mit Mathias Greffrath

Die Folgen der Finanz- und Ökonomiekrise von 2008 sind nicht bewältigt, die ›Normalität‹ neo-liberalen Wachstums will sich nicht einstellen. Arbeitslosigkeit, Migration, linke Revolten im Süden, Bestandswahrungspopulismus im Norden Europas. Es mehren sich die Stimmen, die von einer lang dauernden ›säkularen Stagnation‹, ja vom bevorstehenden Ende des Kapitalismus reden. Paul Mason, Journalist, Ökonom und Berater des Labour-Party-Vorsitzenden Corbyn, blickt über dieses Ende hinaus. Wie wird ein Postkapitalismus aussehen und welches sind die Kräfte, die ihn hervorbringen könnten? Masons Buch ›Postkapitalismus. Grundrisse einer kommenden Ökonomie‹ erschien 2016 im Suhrkamp Verlag. »Ein unschlagbares Buch: ein Zündfunke für die Vorstellungskraft« , feiert The Guardian und sieht in Mason einen würdigen Nachfolger von Marx. Zum Berliner Vortrag von und Diskussion mit Paul Mason im Haus der Kulturen der Welt kamen 1.200 Zuhörer. Die Süddeutsche Zeitung kritisierte: »Für linke Selbstgefälligkeit gibt es keinen Anlass, ist doch – trotz Bernie Sanders und Jeremy Corbyn, den der ›radikale Sozialdemokrat‹ Mason unterstützt – die Schwäche der Linken in allen Schattierungen täglich zu spüren. Diese Schwäche lässt den Raum frei für populistisches, halbfaschistisches Säuseln, für die Konjunktur autoritärer Politik.« Mathias Greffrath fragt Paul Mason, wie aus den Trümmern des Neoliberalismus eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft errichtet werden kann. Paul Mason, geboren 1960, ist ein vielfach ausgezeichneter englischer Fernsehjournalist. Er arbeitete lange für die BBC und leitet heute die Wirtschaftsredaktion von Channel 4 News. Außerdem lehrt Mason als Gastprofessor an der Universität von Wolverhampton.

 

Deutschlandrundfahrt •11:05 – 11:59 Uhr  •  Deutschlandradio Kultur

Zwischen Elend und Sorge

Zwei Dörfer im Harz, ein Witz

Von Michael Frantzen

Ehemalige DDR-Bürger werden sich vielleicht erinnern – an den Witz: »Wo ist der Sozialismus zu Hause?« Antwort: »Zwischen Elend und Sorge.« Karl-Eduard von Schnitzler, der Macher vom Schwarzen Kanal, fand das gar nicht witzig – und drehte Ende der 70er-Jahre einen Film, in Elend und Sorge – so heißen wirklich zwei Dörfer im Harz, und sie liegen nur zehn Kilometer auseinander. Der Film sollte nachweisen, wie gut es sich lebe im real-existierenden Sozialismus. Im Propagandastreifen tauchte auch Kukki auf – samt seiner Combo Galaxis. Galaxis gibt es nicht mehr, dafür erfreut sich Kukki bester Gesundheit. In Elend nennen sie ihn den Erbsensuppen-König. Die Erbsensuppe hat ihn reich gemacht. »Ich bin kein Wendehals«, meint er. »Ich komme in jedem System zurecht.« In Elend finden sie das ganz o.k. In Sorge weniger. Hier gibt es keine Millionäre, dafür aber ein Grenzmuseum. Und Geschichten wie die vom ›kleinen‹ Johannes, der nach der Wende wieder auftauchte und das halbe Dorf zurück haben wollte, das alte Gasthaus Sorgenfrei, die Eisenhütte. Alter Familienbesitz. Er bekam Recht. Johannes und dem 100-Seelen-Ort ist es nicht gut bekommen.

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